Fußball

Der 14. Neue steht bei Wacker Innsbruck vor der Tür oder Hörtnagl wie entfesselt

Einen Tag nach Schlusslicht Admira präsentierte auch der Vorletzte Altach sein erste Neuerwerbung: Vom LASK kam der 26 jährige Defensivallrounder Stefan Haudum. Aber kein Klub der Bundesliga kann in Sachen Transferaktivitäten einem Zweitligisten das Wasser reichen. Wacker Innsbruck und sein Sportchef Alfred Hörtnagl sind wie entfesselt. Mit dem 30 jährigen deutschen Mittelfeldspieler Marco Holz (Bild oben) von Drittligist Türkgücü München präsentierte Hörtnagl bereits den dritten Neuen  in der Winterübertrittszeit, in der gesamten Saison bereits den 13.! Und Nummer 14 steht vor der Tür. Das bedeutet: Der  strategische deutsche Partner Matthias Siems will unbedingt in die Bundesliga, auch sportlich den Konkurrenten aus Wattens, WSG Swarovski Tirol, als Nummer eins ablösen. Unter der Devise egal was es kostet?

Die meisten Neuerwerbungen kosteten zwar keine Ablöse, aber es gibt ja auch noch Gehaltskosten. Ronivaldo war zuvor bei Austria Lustenau der herausragende Spieler und Torjäger der zweiten Liga, Florian Jamnig und Markus Wostry kamen aus der Bundesliga, Tormann Marco Knaller war über Jahre deutsche Gagen gewöhnt. Nur zum Vergleich: Als Rapid-Sportchef in der bisher letzten grün-weißen Meistersaison 2007/08 holte Hörtnagl damals mit Mario Tokic, Jürgen Patocka, Markus Heikkinen, Georg Harding, Fabiano und Stefan Maierhofer fünf Neue. Weil Innsbrucks Kaufrausch im Sommer nur für Platz drei reichte, wird jetzt nachgebessert. Um am Ende zumindest der beste Klub zu sein, der um eine Bundesligalizenz ansuchte. Damit muss Innsbruck auf jeden Fall Austria Klagenfurt überholen. Für Winterkönig Lafnitz, FC Liefering und wahrscheinlich auch Blau Weiß Linz ist der Aufstieg kein Thema.

Nachgebessert wurde bisher mit Stürmer Lukas Fridrikas und Defensiv-Routinier Anel Hadzic. Holz, der 200 Spiele in der dritten deutschen Liga bestritt, wurde als erfahrener Mittelfeldstratege angekündigt. Als der gilt auch der 14. Neue, der in Hörtnagls Visier ist: Okan Aydin, letzte Saison Spielmacher bei Konkurrent Austria Klagenfurt. Da Projekt könnte brisant werden: Klagenfurt verkaufte im September Aydin hochoffiziell über das FIFA-Transfersystem an den chinesischen Zweitligisten Jiangxi Liansheng,. Nur bestritt der 26 jährige Deutsch-Türke kein Spiel für Liansheng,  flog nicht einmal nach China. Weil Zusagen nicht eingehalten worden sein sollen. Auch die 300.000 Euro Ablöse kamen nie bei Austria Klagenfurt an. Hörtnagl sieht Aydin als kostenlose Neuerwerbung, da der alle vertraglichen Verbindungen mit Liansheng auflöste. Aber ohne Registrierung über das FIFA-Transfersystem TMS wird Wacker nicht zugreifen können. Um die suchte Innsbruck bereits an, Aydin trainiert schon mit der Mannschaft. Es hatte bereits im September Gerüchte über Kontakte zwischen Aydin und Innsbruck gegeben. Daher können sich einige vorstellen, dass der China-Transfer nur ein inszenierter Vorwand war, um Austria Klagenfurts deutschen Sportchef Matthias Imhof zur Vertragslösung mit Aydin zu bewegen.

Innsbrucks Budget soll nach Präsident Joachim Jamnig knapp über vier Millionen Euro liegen. Ob damit das Einkaufsprogramm zu stemmen ist? Die Kehrseite der Einkaufswut: Die Hoffnungen aus der Tiroler Akademie verlieren ihre Perspektive. Aber nur die  Bundesliga passt zu den noch viel hochfliegenderen Plänen von Siems. Vom Trainingszentrum in Innsbruck oder Mieming bis zum Kauf des Tivoli neu.

Foto: FCW/Zorzi.

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