Fußball

Der zweite Anzug wie die erste Garnitur: Zu wenig Tempo

Dritte Niederlage für Österreich im zehnten Spiel unter Franco Foda, die zweite auswärts ohne erzieltes Tor: Das 0:2 (0:1) beim Zehnten der Weltrangliste, Dänemark, erinnert vielem an das bittere 0:1 in der Nations League gegen Bosnien ein Monat zuvor. Dort fehlte einzig Kapitän Julian Baumgartlinger, spielte also die erste Garnitur. Dienstag Abend in Herning ohne Baumgartlinger, David Alaba, Marko Arnautovic, Michael Gregoritsch, Florian Grillitsch und Stefan Lainer der zweite  Anzug. Die Parallelen in beiden Spielen: in unterschiedlicher Besetzung: Österreich fehlte in beiden Partien das nötige Tempo in der Offensive, um zu Chancen zu kommen. Foda nannte es Zielstrebigkeit zum gegnerischen Tor, die letzte Entschlossenheit, die er vermisste. Mit einigen guten Ballstafetten ist es nicht getan. Also sollte man die Niederlage nicht am Personal festmachen. Zumal ja die Dänen auch nicht die Bestbesetzung  aufbeten konnten, mit Tottenham-Star Christian Eriksen und Thomas Delaney  von Borussia Dortmund  Stützen fehlten. Teamchef Age Hareide ließ einige Spieler, die Samstag beim 0:0 in Irland zum Einsatz gekommen waren, auf der Bank. So durfte Ex-Salzburg-Verteidiger Peter Ankersen beginnen.

Bei Foda kamen gegenüber dem 1:0-Heimsieg gegen Nordirland fünf Neue rein: Debütant Richard Strebinger ins Tor, Aleksandar Dragovic ins Abwehrzentrum,  Alessandro Schöpf, Louis Schaub und Xaver Schlager ins Mittelfeld. Der Teamchef änderte auch das System, Nicht 4-4-2 wie im Happel-Stadion, sondern ein 5-3-2 mit drei Innenverteidigern zu Beginn. Schon vor der Pause ersetzte Stefan Ilsanker den angeschlagenen Schlager in der zentralen defensiven Rolle vor der Abwehr, zu Beginn der zweiten Hälfte Kevin Wimmer Martin Hinteregger in der Abwehr, Florian Kainz Marcel Sabitzer. Foda ändert das System auf 5-4-1, nach 71 Minuten, als Marc Janko Sebastian Prödl ablöste und auch dessen Nachfolger als Kapitän war, auf 4-4-2. Drei Systeme, aber nur wenige gefährliche Situationen vor dem Tor von Dänemarks Klassekeeper Kaspar Schmeichel. Die gefährlichste gleich zu Beginn durch eine Schalke-Kombination. Aber Schöpf vergab nach Vorarbeit von Guido Burgstaller. Die dänischen Tore: Ein Superschuss von Bordeaux-Legionär Lukas Lerager nach 29 Minuten, ein Kontertor von Middlesbrough-Stürmer Martin Braithwaite, bei dem Wimmer  nicht gut aussah.

Wer sich vom zweiten Anzug empfahl? Strebinger bewies auch im Teamtor seine gute Form.  Das Urteil über die andere, von denen Stefan Hierländer und mit Gernot Trauner der zweite Debütant zu kurz im Einsatz waren, um wirklich beurteilt zu werden: Keiner fiel ab,  Durchschnitt wie die gesamte Leistung. Dänemark war besser. Das 0:2 bestätigte eigentlich nur den Eindruck vom Sieg gegen Nordirland am letzten Freitag, auch wenn Prödl das Ergebnis für nicht gerecht empfand, „so wie wir gespielt haben“: In den letzten Partien der Nations League gegen Bosnien und in Belfast gegen Nordirland muss eine Steigerung her. Vor allem mehr Tempo in den Offensivaktionen.

Die Niederlage in Dänemark wird in Österreich aber nicht einmal annähernd  so hohe Wellen schlagen wie in Deutschland das 1:2 (1:0) im Stade de France bei Weltmeister Frankreich. Denn das bedeutet: Keine Chance mehr auf den Gruppensieg in der Nations League, im November geht es gegen Holland in Gelsenkirchen gegen den Abstieg. Dabei war die Leistung viel besser als beim 0:3 in Rotterdam gegen Holland. Jogi Löw änderte die Mannschaft an fünf Positionen. Deutschland, hätte zur Pause höher führen können als durch das Elfmetertor durch Toni Kroos. Für das deutsche K.o. sorgte ein Doppelpack von Antoine Griezmann. Zunächst per Kopf, dann durch einen Elfmeter, der keiner war. Ein Geschenk des seit Jahren für entscheidende Fehler berüchtigten Serben Miodrag Mazic.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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