Eishockey

Die fairste Lösung gab es nach zwei Tagen und Streit: Punkteschnitt!

Der KAC sorgte Dienstag Abend für einen Lichtblick in der Klubszene von Österreichs Eishockey. Mit dem 4:0 (1:0, 1:0, 2:0-Heimsieg über Leksands aus Schweden im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League. Womit die Klagenfurter berechtigte Chancen haben, erstmals ins Viertelfinale aufzusteigen. Sie können sogar das Retourspiel am kommenden Dienstag mit vier Toren Differenz verlieren, wenn sie dabei ein Tor erzielen. Was sich aber rund um den verständlichen Ausstieg der Bratislava Capitals aus der ICE League abspiele, wirft ein bezeichnendes Bild auf das Misstrauen, dass in der Liga regiert. Keine Spur von an einem Strang ziehen.

Zur Erinnerung: Vor Saisonbeginn gab es den unrühmlichen Streit um das von der Liga den Spielern vorgelegte Covid-Regulativ, das sie unterschrieben mussten, um die Klubs und die Liga schadenfrei zu stellen, falls es zu Covid-Problemen kommen sollte. Beim Spiel der Bratislava Capitals in Dornbirn am 30. Oktober brach Stürmer Boris Sadecky mit  Herzstillstand zusammen, verstarb wenige Tage später auf der Intensivstation. Zwei Tage danach beging Klubmanager Dusan Pasek  Selbstmord. Worauf Präsident Ivo Durkovic ankündigte, man werde die Saison nicht fortsetzen.  Aus nachvollziehbaren Gründen. Bei Sadecky wurde nach dem Tod eine Herzmuskelentzündung festgestellt. Folgen einer Corona-Erkrankung ein Jahr davor, als er noch in Trencin spielte? Pasek soll laut slowakischen Medien einen Abschiedsbrief hinterlassen haben, in dem er erklärte, sich für Sadeckys Tod verantwortlich zu fühlen. Weil er ihn drängte, zu spielen, obwohl sich Sadecky  sich nicht wohlfühlte.

Des freiwilligen Ausstieg eines Klubs während der Saison war im Reglement nicht vorgesehen. Wegen des speziellen Falls  tagte ab Montag eine Sonderkommission der Liga. Bestehend aus  Präsident Jochen Pildner-Steinburg, Vize Karl Safron sowie Wiener Juristen. Dort gab es, nobel ausgedrückt, keine einheitliche Meinung darüber, wie vorgegangen werden sollte. Es ging um die bisherigen Spiele der Bratislava Capitals. Sollten die einfach aus der Tabelle genommen und nicht gewertet werden?  Das wollte wieder die Vereine nicht, die schon Punkte in den Duellen gegen Bratislava holten. Vor allem die Grazer 99ers, jener Klub, bei dem Pildner-Steinburg Präsident ist. Andere, die Niederlagen bezogen, wie der KAC oder Innsbruck, waren für die andere Version.

Dienstag nach zwei Tagen präsentierte man  schlussendlich die fairste Lösung, die aber zugleich  eine unübersichtliche ist: Eine Tabelle nach dem Punktequotienten. Die Punkte werden durch die Anzahl der Spiele dividiert, das ergibt den Punkteschnitt. Im Falle von Tabellenführer Laibach: 39 Punkte aus 17Spielen, Punkteschitt 2,294 vor Fehervar (1,944) und Innsbruck (1,778). In der deutschen Liga hat sich der Punktschnitt bewährt. Weil dadurch Spiele, die wegen zu vieler Corona-Fälle bei einer Mannschaft ausfallen, nicht nachgetragen werden müssen. Denn es zählt der Punkteschnitt. Daher werden die ausstehenden Begegnungen der Bratislava Capitals, die in der Tabelle nicht mehr geführt werden, auch nicht straverifiziert, sondern gestrichen.

Foto: ICE League.

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