Fußball

Die Schweiz kann nur Drama: Tränen nach Ende im Penalty-Krimi

St. Petersburg bringt der Schweizer Nati kein Glück; Dort verlor sie 2018 im WM-Achtelfinale gegen Schweden durch ein Eigentor 0:1, geriet sie drei Jahre später im EM-Viertelfinale gegen Spanien durch ein Eigentor schon nach acht Minuten unglücklich in Rückstand. Denis Zakaria, der Ersatz für den gesperrten Kapitän Granit Xhaka,  fälschte einen Schuss von Barcelonas Linksverteidiger Jordi Alba, bei dem sich Mittelfeldspieler Remo Freuler etwas „feig“ wegdrehte, unhaltbar ab. 15 Minuten später musste Srürmer Breel Embolo verletzt raus. Alles schien sich gegen die Eidgenossen, die in diesem Moment „Leidgenossen“ waren, verschworen zu haben. So wie am Ende auch. Sie schafften zwar noch den Ausgleich, retteten sich dezimiert  ins Nachspiel und Elferschießen, verloren aber anders als Montag in Bukarest den Penaltykrimi 1:3.  Danach flossen Tränen. Spanien damit nächste Woche im Semifinale. So weit kam die „Furia Roja“, die rote Bestie, bei einem großen Turnier seit ihrem letzten EM-Triumph vor neun Jahren nicht. Gegen die Schweiz spielten die Spanier aber ganz in Weiß.

Sie verwalteten ihren schnellen Vorsprung, kontrollierten mit Ballbesitz (mitunter  80 Prozent) Gegner und Spiel, ohne dabei gefährlich zu werden, brachten selbst die Schweizer ins Spiel zurück. Ein Innenverteidiger (Aymeric Laporte) schoss den anderen (Pau Torres) an, das wurde zur Vorlage für Freuler, der den bis dahin diskreten „Ersatzkapitän“ Xherdan Shaquiri bediente, der sich die erste Chance nicht entgehen ließ. Dann griff der englische Referee Michael Oliver ein, zeigte nach 77 Minuten Freuler Rot, als er im Mittelfeld den für Alvaro Morata gekommenen Gerard Moreno in die Parade fuhr, dabei auch den Ball traf. „Zu hart“, urteilte im ZDF der deutsche Spitzenschiedsrichter Manuel Gräfe. Auch vom früheren englischen Stürmerstar Gary Lineker gab es via Titter höhnische Worte für seinen Landsmann Oliver: „Wieder eine rote Karte für nichts!“

Der Schweizer Teamchef Vladimir Petovic musste reagieren, tauschte auch Shaquiri aus. Damit war Tormann Yann Sommer, der Elferheld gegen Frankreich, Kapitän. An seinen Reaktionen gegen Moreno und dem zum Nachspiel eingewechselten  Mikel Oyarzabal lag es, dass die Schweiz ins Elfmeterschießen kam. In der alles für die Schweizer zu laufen schien. Spaniens Kapitän Sergio Busquets, der zuvor weder im Team noch für Barcelona einen Elfmeter schoss, schickte Sommer zwar ins falsche Eck, traf aber nur die Stange. Petkovic ließ seine Schützen in der gleichen Reihenfolge schießen wie gegen Frankreich. Mario Gavranovic brachte die Schweiz in Führung. Dani Olmo glich aus, dann vergab Fabian Schär, scheiterte an Unai Simon. Doch Sommer wehrte prompt den Penalty von Spaniens Jungstar Rodri ab,. Half wenig, denn Unai Simon, nachher zum „man of the match“ gewählt, ließ sich auch von Manuel Akanji nicht bezwingen. Danach jubelte Moreno, als er Sommer zum 2:1 bezwang.  Ruben Vargas jagte den Ball über die Latte, damit konnte Oyarzabal alles klar machen. Die Chance nützte er. Sommer lag im falschen Eck (Bild oben). Der Kapitän von Real Sociedad schoss auch im Finale der spanischen Copa del Rey vor einem Jahr den entscheidenden Elfmeter: „Als Busqets verschoss, sagte ich zu Unai, dass er drei Elfmeter halten würde. Ich war mir sicher, dass dies sein Tag war!“ Montag hatte Unai Simons Katastrophenfehler mit dem Fuss bei einem 45 Meter-Rückpass im Achtelfinale gegen Kroatien für das 0:1 gesorgt.

Petkovic hatte trotz Ende des Schweizer Sommertraums mehr positive als negative Gefühle: „Meine Spieler waren die Helden des Abends. Wir hätten es verdient gehabt, ins Semifinale einzuziehen.“ Der „Blick“ ernannte die Verlierer zu Europameistern der Herzen. Die Schweiz kann nur Drama.

 

Foto: UEFA.

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