Fußball

Die U21 erinnert an das U20-Sommermärchen von Kanada

Paul Gludovatz sass Dienstag in Hartberg beim überraschenden 3:1-Coup der U21 gegen Frankreich beim letzten Test für die Europameisterschaft auf der Tribüne. Das Match ließ Erinnerungen an seinen größten Coup als Nachwuchstrainer im ÖFB aufkommen: An das Sommermärchen um die U20-WM in Kanada vor zwölf Jahren, als die ganze Fußballnation im Banne der Erfolge der Truppe um Sebastian Prödl, Zlatko Junuzovic, Veli Kavlak, Jimmy Hoffer, Martin Harnik und Rubin Okotie stand, sogar der damalige Bundeskanzler Alfred Gusenbauer nach dem Aufstieg ins Semifinale Gludovatz am Handy anrief und gratulierte. Man darf zwar der U21 nicht einen Riesenrucksack umhängen,  vom Semifinale reden, aber es erinnert doch einiges an die Erfolgstruppe von Gludovatz. Einmal die interne Stimmung in der Mannschaft, die hundertprozentig stimmt. Da hilft einer dem anderen. Alle ordnen sich dem Teamwork unter, wissen, dass sie nur gemeinsam Erfolge haben können, kennen ihre Grenzen. Und dann sind alle geerdet Typen. Kein Anflug von hochnäsig, richtig sympathisch ihr Auftreten.

Zeigte sich auch im Zuge des Trainingslager im Avita Resort von Bad Tatzmannsdorf, als dort 15 Kinder der Aktion „Tor.Chance“, einem Charity-Projekt, um das sich die Söhne von Teamchef Werner Gregoritsch, Matthias und Michael,  kümmern, einen Nachmittag zu Gast waren. Und  unter Gregoritsch-Assistent Enrico Kulovits auch trainierten. Die Spieler machten mit. Tor.Chance ist eine Aktion, mit der Kindern, denen Steine in ihren Weg gelegt wurden, Ablenkung vom Alltag geboten werden soll. Bei der U21 gelang dies. „Eine tolle Sache“, fand etwa Hoffenheim-Legionär Christoph Baumgartner (Bild oben), „wenn man das Funkel in den Augen der  Kinder sieht.“

Wenn es in den Augen des Teamchefs funkelt, dann ist das normal kein gutes Zeichen. Dann ärgert er sich, wenn etwas entgegen den taktischen Vorgaben passiert. Gegen Frankreich funkelte es nur selten. Linksverteidiger Maximilian Ullmann war schon besser in Form als momentan, bei Stürmer Adrian Grbic merkt man, dass er im Frühjahr bei Altach fast nicht spielte.  Also überlegt Gregortisch andere Varianten. Für Ullmann bietet sich Bremen-Legionär Marco Friedl an. Mit Kapitän Philipp Lienhart, Stefan Posch und Xaver Schlager, die Freitag bei der Verabschiedung durch Bundespräsident Alexander van der Bellen in der Hofburg dabei sein werden, verändert sich die Aufstellung, aber nicht das „Gesicht“ der Mannschaft. Posch wird mit Kevin Danso im Abwehrzentrum spielen, Lienhart als Abfangjäger vor der Abwehr. An der Offensivposition von Schlager tüftelt Gregoritsch noch. Egal, was das Ergebnis sein wird, ist Gregoritsch überzeugt: „Mit ihm sind wir offensiv um 50 Prozent besser.“

Kein Thema mehr ist das Fehlen von Konrad Laimer. Bringt nichts, darüber noch zu reden oder gar zu jammern. Fehlen wird auch Sandi Lovric, der nächste Saison in Italiens Serie A spielen dürfte, wegen einer Muskelfaserrisses im Oberschenkel. Statt im blieb der Austrianer Petar Gluhakovic doch im Aufgebot. Unterwegs waren Mittwoch ein Spion von Gregoritsch: Wolfgang Luisser beobachte in Pula den zweiten Endrundengegner Dänemark gegen Kroatien.

Foto: © TOR.CHANCE.

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