Fußball

Auch Popovic weg: St.Pölten vergrößert den Trainerfriedhof

Vier Tage vor dem Start in die Vorbereitung zur neuen Saison wechselte auch St.Pölten seinen Trainer. Ranko Popovic (Bild oben) musste nach acht Monaten oder 22 Spielen trotz Vertrag bis 2020 gehen. Weil laut Manager  Andreas Blumauer keine kontinuierliche und ausreichende  Entwicklung der Mannschaft zu erkennen war. Aber ist Platz sechs nicht der absolute Plafond für diesen Kader? Da muss man sich fragen. Nur weil Sandro Ingolitsch und Husein Balic mit Österreichs U 21 bei der Europameisterschaft in Italien von einer Entwicklung in die richtige Richtung zu sprechen, wie dies Blumauer tut, ist doch etwa verwegen. Den Riesenerfolg in der  Qualifikation für die Meisterrunde schrieben in St.Pölten noch viele der ssnsationelen Bilanz unter Didi Kühbauer zu, bevor der zu Rapid gewechselt war. Er übergab St.Pölten nach neun Runden mit 20 Punkten auf Platz zwei. Aber entspricht der wirklich dem Potenzial dieser Mannschaft? In den restlichen 13 bis zur Punkteteilung unter Popovic holte St.Pölten nur zehn Punkte, in den zehn Spielen der Meistergruppe gab es nur einen Sieg und drei Unentschieden.

St.Pölten vergrößerte damit den fast schon unglaublichen Trainerfriedhof der Bundesliga. Die ersten sechs gehen nicht mit dem Trainer in die Saison, mit dem sie die alte beendeten. Bei den ersten drei, bei Mister Red Bull Salzburg, LASK und Wolfsberg geschah dies gezwungenermaßen, weil sich Marco Rose, Oliver Glasner und Christian Ilzer neue Herausforderungen suchten. Austria, Sturm Graz und Donnerstag auch St.Pölten ergriffen selbst die Initiave zum Trainerwechsel. Es ist einzigartig in Europa, dass die ersten sechs mit neuen Trainern in die kommende Saison gehen. Da hält keine der fünf Topligen mit. In Deutschland passiert dies nur bei drei, bei RB Leipzig,  wo der Wechsel von Ralf Rangnick zu Julian Nagelsmann schon zu Saisonbeginn feststand,  bei Mönchengladbach von Dieter Hecking zu Rose und Wolfsburg von Bruno Labbadia zu Glasner. In Englands Premier League könnte es nur beim Dritten Chelsea zum Wechsel kommen, falls Maurizio Sarri nach Italien heimkehrt und Meister Juventus übernimmt.  In Spaniens La Liga setzt mit dem Klub von Max Wöber, dem FC Sevilla, nur der Sechste, auf einen neuen Trainer. Auf Julen Lopetegui, der im Herbst bei Real Madrid gehen musste. In Frankreich geben nach aktuellem Stand die ersten sechs (Paris SG, Lille, Lyon, St.Etienne, Marseille und Montpellier) der Kontinuität bei den Trainern den Vorzug.  Ähnlich, aber nicht ganz so  hektisch wie in Österreich ist es in Italiens Seria A. Meister Juventus trenne sich  nach fünf Jahren von Massimiliano Allegeri, weil er nicht die Champions League gewann, nur viermal in Serie Meister wurde. Napoli bleibt bei Carlo Ancelotti, der Sensationsdritte Atalanta Bergamo bei Gian Piero Gasperini. Bei Inter Mailand soll Antonio Conte für mehr Erfolge als Luciano Spaletti sorgen, bei Milan steht die Trainerentscheidung nach der Trennung von  Gennaro Gattuso noch an.  As Roma entschied sich bereits für den Portugiesen Paolo Fonseca statt Claudio Ranieri, der erst im Frühjahr auf Eusebio di Francesco gefolgt war.

St.Pölten kündigte an, bis Montag den Nachfolger für Popovic zu präsentieren. Egal, wer kommt: Wenn der internationale Sportgerichtshof nicht die von der FIFA verhängte Transfersperre in absehbarer Zeit aufhebt, dann übernimm St.Pöltens neue Trainerhoffnung  in Wahrheit  einen Abstiegskandidaten. Der Neue soll den Familiennamen Schmidt haben. Fraglich nur, welchen Vornamen hat. Ist es der Steirer Klaus oder der Deutsche Alexander? Klaus Schmidt hätte noch einen Vertrag bei Mattersburg, soll aber irritiert sein, weil Präsident Martin Pucher seinen personellen Vorstellungen kaum folgt. Der 50jährige Deutsche aus Augsburg muss einen sehr guten Berater haben, wenn er den Job bekommt. Chef einer Kampfmannschaft war er ab  November 2012 über 28 Spiele bei 1860 München mit einem Punkteschnitt von 1,46 pro Match. Bei den 19 Spielen mit Jahn Regensburg lag er nur bei 0,79.  Von Juli 2017 bis Dezember 2018 trainierte er in der Salzburg-Akademie 22 Spiele lang die U16 (Punkteschnitt 2,73) und zehn die U 18 (2,10).  Eine Visitenkarte, die nicht unbedingt eine Empfehlung bedeutet.

Der Tiroler Aufsteiger Wattens fixierte den zweiten Neuen: Den 34jährigen slowenischen Stürmer Zlatko Dedic vom Tiroler Absteiger Wacker Innsbruck. Ein Wunschspieler von Trainer Thomas Silberberger. Bei Meister Red Bull Salzburg stellt sich unerwartet die Tormannfrage: Der 36jährige Alexander Walke brach sich im Urlaub den rechten Fußwurzelknochen. Das bedeutet Operation und monatelange Pause. Ob deshalb ein routinierter Ersatz für Cican Stankovic geholt wird, bleibt noch offen.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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