Fußball

Zweite Liga als Trainerfriedhof: Nach 1:0 trennte sich die Vienna von Zellhofer

Die Vienna wollte während der Länderspielpause die Trainerfrage evaluieren. Das kündigte Sportchef Andreas Ivanschitz noch am Dienstag an. Doch dazu kam es gar nicht mehr. In Wahrheit dürfte schon damals das schnelle Aus für Alexander Zellhofer fixiert gewesen sein. Unabhängig vom Freitag-Spiel gegen DSV Leoben. Bei dem stand der 29 jährige auf der Hohen Warte zum letzten Mal in der Coaching Zone. Auch der erste Sieg dieses Jahres konnte ihn nicht retten. 14 Stunden nach dem Schlusspfiff beim 1:0 erfuhren Zellhofer sowie seine Assistenten Martin Lang und Jiri Lenko in der Zentrale von Viennas Sponsor Uniqa, dass ihre Tätigkeit mit sofortiger Wirkung beendet ist. Das teilten ihnen Präsident Kurt Svoboda und Ivanschitz mit. Sie hatten es offenbar eilig, wollten nicht mehr die ausstehenden zehn Spiele der Saison bis zum Vertragsende von Zellhofer abwarten, so schwer dies ihnen zumindest offiziell auch fiel.  Die zweite Liga erweist sich als eine Art Trainerfriedhof: Die Vienna ist bereits der neunte von 16 Klubs, der während der Saison den Trainer wechselte.

Die blau-gelben Begründungen für das sofortige Ende? Nur ein Sieg in den letzten fünf Runden trotz Chancenplus in jeder Begegnung. Kann man das dem Trainer anlasten? Einen Vorwurf hätte man ihm machen können oder sogar müssen, wenn es keine Chancen gegeben hätte. Trotzdem sahen Svoboda und Ivanschitz die Notwendigkeit, im Sinne der Weiterentwicklung der Mannschaft sofort für einen Impuls zu sorgen. Daher das abrupte Ende für Zellhofer, der 2018 im Nachwuchs begann, zwei Jahre später Chef wurde, Österreichs ältesten Fußballklub aus der Regionalliga zurück in den Profifussball brachte, nach dem Aufstieg in der zweiten Liga Rang sieben holte. Derzeit ist die Vienna Achter. Nach einem Fünfjahresplan wollte die Vienna 2026 in die Bundesliga zurückkehren. Der Trainerwechsel lässt darauf schließen, dass es schon ein Jahr früher gelingen soll.

Für den Impuls soll Mehmet Sütcü sorgen. Der begann im Jänner 2023 bei der Vienna als Nachwuchskoordinator und Trainer der zweien Mannschaft, die derzeit ungeschlagen in der zweiten Wiener Landesliga Tabellenfürher ist. Offenbar eine Empfehlung für mehr. Sütcu, der vor seiner Vienna-Zeit als Bisamberg-Spieler sich auch um den Nachwuchs kümmert, gilt vorerst die Interimslösung bis Saisonende. Wäre keine große Überraschung, wenn er dann bestätigt wird. Sütcü hat als Trainer die UEFA B-Lizenz, absolviert derzeit den Kurs zur A-Lizenz.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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