Eishockey

Finale als Primetime-Hit: Entscheiden bessere Österreicher für KAC und gegen Vienna Capitals?

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In Wien und Klagenfurt grassiert das Eishockeyfieber: Ausverkaufte Hallen in der Freitag Abend in Wien beginnenden Finalserie zwischen den Vienna Capitals und den KAC. Da werden auch viele Rapid-Anhänger unter den 7000 Capital-Fans in der Schultz-Halle sein und für drei Stunden in Gelb die grün-weißen Sorgen vergessen, ob Samstag in St. Pölten der erste Meisterschaftssieg in diesem Jahr gelingt. Bejubeln konnten sie zuletzt ja nur Capitals-Erfolge. Keine Niederlage in den Play-off-Duellen gegen Innsbruck und Bozen. Damit konnte der KAC gegen Znaim und Salzburg nicht aufwarten, aber wer nach einem 0:2-Rückstand mit vier Siegen hintereinander   Titelverteidiger Salzburg rauswirft, der setzt schon ein Ausrufezeichen.

Zwei von den Capitals haben einen Pokal schon sicher: David Kickert, der Back-Up-goalie, nach der Wahl zum Young Star der Saison, Riley Holzapfel nach der zum wertvollsten Spieler der Saison. Der erste der Capitals, der dies nach sechs Jahren, nach Ex-Kapitän Benoit Gratton, wieder schaffte.  54 Scorerpunkte im Grunddurchgang, 16 im Play-off mit neun Toren und sieben Assists, sind ein gewichtiges Argument für den 28jährigen Kanadier. Holzapfel gewann vor KAC-Torjäger Jamie Lundmark, der diese Auszeichnung beim letzten KAC-Titelgewinnen 2013, dem „Sweep“ in der Finalserie gegen die Capitals bekommen hatte. Dieter Kalt, der Klagenfurter Sportchef, setzte vor dem Finalstart mit der Vertragsverlängerung ein Zeichen, wie wichtig Lundmark für die Kärntner ist. 275 Scorerpunkte in fünf Jahren sagen alles.

Das Emotionsduell zwischen Wien und Klagenfurt wird zum Primetime-Hit für die TV-Partner „Sky“ und „Servus-TV.2  Anpfiff an Wochentagen um 20.15 Uhr, Sonntag je einmal um 17 und 14.30 Uhr. Auch die Experten sind hin und her gerissen in ihren Tipps. Bei „Sky“ glaubt Rick Nasheim vielleicht auf Grund seiner Wiener Vergangenheit (letzte Saison war er noch Assistent von Trainer Jim Boni) an ein 4:3 für die  Capitals, sieht Vorteile beim Torhüter. Für beide ist es ihre Finalserie, aber für den 32jährigen Amerikaner Jean Philippe Lamoureux, der bisher 93,3 Prozent der Schüsse auf sein Tor abwehrte, spricht nach Nasheims Meinung das Plus an Erfahrung gegenüber dem 24jährigen Vorarlberger David Madlener. Auf den KAC glauben hingegen sogar die Villach-Legende Herbert Hohenberger, Gregor Baumgartner und Bernd Brückler, der ehemalige KAC-Keeper. Hohenberger und Baumgartner, der 2005 zur einzigen Meistermannschaft der Capitals gehörte, tippen auf ein 4:2 für den KAC. Hohenberger  sieht den Tormannwechsel beim KAC im Semifinale zu Madlener sogar als Volltreffer, Baumgartner glaubt, der KAC habe an Stärke gewonnen, weil er zum Unterschied der Capitals in der Saison auch schwierige Phasen durchmachen musste. Brückler  prophezeite ein 4:3 für den KAC auf Grund der besseren österreichischen Spieler. Wie die Gebrüder Geier, Manuel Ganahl, Thomas Koch, Patrick Harand etc.

Daher setzt Coach Mike Pellegrims alle vier Linien konsequenter ein als Serge Aubin bei den Capitals. Österreichs Teamchef Roger Bader erwartet eine enge Angelegenheit, kann sich durchaus vorstellen, dass es über sieben Partien geht und am Ende Kleinigkeiten entscheiden: „Es  kann auch passieren, dass der gewinnt, der mit weniger Ausfällen leben muss“. Er hätte gerne mit der  KAC-Paradelinie um Koch mit Manuel und Stefan Geier im April bei der  WM in Kiew um den Aufstieg gekämpft.  Darum nahm Bader bereits im Jänner Kontakt mit dem 33jährigen Koch auf, ob er sich vorstellen könnte, wieder in den Teamdress zu schlüpfen. Koch freute zwar sehr das Interesse, aber er  blieb dennoch bei seiner vor  drei Jahren gefällten Entscheidung: Keine Fortsetzung der Teamkarriere, Vorrang für die Regeneration nach einer langen Saison.  Schade, denn der Center hätte Österreichs Team helfen können.

Bader muss ohnehin schon mit Ausfällen von neun WM-Kandidaten leben, darunter  Michael Raffl, die Petrik-Brüder, Herburger, Fischer, Altmann. Nächste Woche zur dritten Phase der Vorbereitung mit den attraktiven Tests gegen Schweden in Linz und Wien kommen vorerst acht  Spieler vom entthronten Meister Salzburg dazu, von Torhüter Bernhard Starkbaum über die Verteidiger Dominique Heinrich,  und Layne Viveiros bis zu den Stürmern Thomas Raffl, Alexander Rauchenwald, Michael Schiechl und Youngster Florian Baltram. Alex Pallestrang ist noch angeschlagen, bei Alexander  Cijan hat Bader noch leise Hoffnungen, dass es sich bis zur WM ausgeht.

Die Versuche, mit Thomas Vanek in Kontakt zu kommen, scheiterten bisher. Nach den Niederlagen mit den Florida Panthers bei seinem Ex-Klub Buffalo und in Toronto sind die Chancen auf das Play-off noch geringer geworden. Geschafft hat es fix wie erwarte Michael Grabner mit den New York Rangers: „Egal, wie Vanek entscheidet, ich habe Verständnis dafür“, meint Bader, „ich möchte nur gerne eine Aussage von ihm hören“.

 

Foto: peterlinden.live.

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