Fußball

Baumeister blamiert Rapid und Austria: Könnte Beirat Hickersberger der grün-weiße Heynckes werden?

Noch kein Wiener Sieg in den zwei Bundesligarunden dieses Jahres. Seit Samstag Abnd ist bei Austria nach dem 1:3 gegen den LASK Feuer am Dach, seit Sonntag bei Rapid auch sportlich wegen der dritten Niederlage hintereinander in der Südstadt, dem 1:2  gegen die Admira. Deren Trainer Ernst Baumeister mit gegenüber den Wiener Klubs vergleichsweise bescheidenen Möglichkeiten gleich beide blamiert: Die Admira ist nur einen Punkt hinter Rapid, aber sieben mehr als sein ehemaliger Klub in Violett. So wie es heuer bisher läuft, besteht die Gefahr, dass kein Wiener Klub die Qualifikation für den Europacup schafft. Ganz schlimm, aber wahr.

Baumeister ließ gegen Rapid mit dem 22jährigen Linksverteidiger Jonathan Scherzer und dem 18jährigen Mittelfeldspieler Marco Hausjell zwei Debütanten beginnen. Innenverteidiger Pascal Petlach und Mittelfeldspieler Wilhelm Vorsager standen erst zum zweiten Mal in der Startelf. Wegen einer Grippe musste auch Stammtorhüter Andreas Leitner verpassen. Sein Ersatz Manuel Kuttin kam zum Unterschied von  seinem Onkel Heinz als Trainer der österreichischen Skispringer zu Olympia zu einem Erfolgserlebnis, das ihn wirklich freuen konnte. Baumeister empfand den Sieg als unglaubliche Geschichte, weil die Admira noch nie in dieser Formation begonnen hatte: „Wir schauen nicht auf die Tabelle, es waren drei Punkte gegen den Abstieg.“

Teamchef Franco Foda muss sich in der ersten Hälfte gefragt haben, ob er da im Vergleich zu den Spielen in Leipzig und Leverkusen, die er Freitag und Samstag sah, eine andere Sportart beobachtete. Denn da war Rapid völlig von der Rolle. Kuttin bekam den ersten Schuss erst nach 49 Minuten zu halten. Ein Ballverlust in Grün-Weiß jagte den anderen. Stabil wirkt die Defensive auch nicht gerade. Typisch Admiras  Führung durch Debütant Hausjell, als Max Hofmann, Lucas Galvao und Stephan Auer den Ball nicht weg bekamen. Hausjell stürmte beim Jubel über seinen ersten Bundesligatreffer zur Trainerbank und zu Baumeister (Bild oben). In der etwas besseren zweiten Hälfte zeigte Rapid wieder einmal seine bekannten Schwächen bei der Chancenverwertung. Je zweimal Joelinton und Thomas Murg sowie einmal der wieder versagende Veton Berisha ließen fünf Sitzer aus, die man nicht vergeben darf. Rapid hätte trotz der miesen Leistung sogar noch gewinnen können, obwohl Philipp Schobesberger mit seiner beste Aktion erst vier  Minuten vor Schluss der Ausgleich gelang. In der Nachspelzeit traf Joelinton per Kopf aus fünf Metern Entfernung nicht ins Tor. Praktisch im Gegenzug verlängerte Mario Pavelic einen Freistoß des Ex-Rapidlers  Lukas Grozurek beim Rettungsversuch mit dem Hinterkopf ins lange Eck. Grozurek kletterte zum Jubel auf den Zaun, feierte mit den Admira-Fans. Die von Rapid schickten pfeifend und schimpfend die Verlierer weg, als sie sich nach dem Schlusspfiff verabschieden wollten.

Die Ausfälle von Stefan Schwab, Louis Schaub und Boli Bolingoli dürfen keine Ausrede für diese Leistung sein. Von denen, die es richten hätten müssen, kam viel zu wenig. Wie von Schobesberger trotz Tor und Murg. Und Woche für Woche drängen sich die gleichen Fragen auf. Warum so viel Vertrauen in Berisha und Thanos Petsos? Warum verhöhne Trainer Goran Djuricin ständig Steffen Hofmann? Diesmal auf der Ersatzbank, von der er ihn nur kurz zum Aufwärmen schickte, statt mit ihm die Mannschaft zu stabilisieren. So schlecht kann der gar nicht  geworden sein, dass er in der Südstadt nicht besser gewesen wäre als so mancher, der spielte. Das grenzt fast schon an vereinsschädigendes Verhalten, was da passiert. Djuricin fand keine Entschuldigung für die erste Hälfte, nannte das Ende chaotisch.

Wenn in den kommenden drei Heimspielen gegen Sturm, den nur zwei Punkte hinter Rapid liegenden LASK und im Cupviertelfinale gegen Rapid nicht die entsprechenden Resultate, sprich Siege geliefert werden, dann ist die Trainerdiskussion nicht aufzuhalten. Dann wird sich auch Sportchef Fredy Bickel unangenehmen Fragen stellen müssen. Er klagte, dass die Mannschaft die gute Vorbereitung, in der Joelinton die Netze zerschossen hätte, nicht umsetzen könne. Bei der nächsten Präsidiumssitzung sollte die Frage einer Vertragsverlängerung mit Djuricin  erörtert werden. Wer weiß, vielleicht kommt einem in der Chefetage bis dahin die Idee, mit dem vorerst als Beirat zu Rapid zurückgeholten Meistertrainer Josef Hickersberger einen ähnlichen Effekt zu versuchen wie er bei Bayern München mit der Rückkehr von Jupp Heynckes auf die Trainerbank gelang. Hickersberger ist drei Jahre jünger.

 

 

 

Foto: Flyeralarm Admira Media.

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