Fußball

Jukic neuer Retter – aber mit nur einem Punkt fiel Austria um zwei Plätze zurück

Austria hat einen neuen Retter. Mit seinem Tor in der Bundesliga bei seinem neunten Einsatz rettete der 20 jährige Aleksandar Jukic (Bild oben) ein violettes Eigengewächs, im Finish gegen St. Pölten das 1:1 (0:1) und wenigstens einen Punkt. Aber das vierte Spiel in Serie ohne Sieg bedeutete einen Schritt zurück. Erstmals seit der dritten Runde oder seit 27. September liegt Austria damit nicht unter den ersten sechs. Das bedeutet zwar noch keinen Grund zur Panik, aber dennoch zu Besorgnis. Abgerechnet wird erst nach dem Ende des Grunddurchgangs am 20. März, aber derzeit deutet einiges auch darauf hin, dass Austria wie letzte Saison nicht die Meisterrunde schafft.

Die Hoffnung, auf Platz vier zu springen, erfüllte sich Sonntag nicht. Weil kein Sieg gelang, am Samstag Ex-Austria-Trainer Christian Ilzer Meister Red Bull Salzburg auswärts unerwartet die erste Saisonniederlage zufügte, Wolfsberg in Altach 2:0 gewann, Sonntag zeitgleich mit der Austria WSG Swarovski Tirol mit 3:0 (2:0) gegen das Schlusslicht Admira den höchsten Heimsieg seit dem Aufstieg in die Bundesliga, feierte, bei dem die dänische Juventus-Leihgabe Nikolai Fredriksen zweimal traf, die LASK-Leihgabe Tobias Anselm einmal, fiel die Austria um zwei Plätze zurück. Nicht mehr Sechster, sondern nur noch Achter, überholt von Wolfsberg und den Tirolern. Vierter ist Ilzer mit Sturm, sein Nachfolger Peter Stöger hat ähnliche Sorgen wie Ilzer letzte Saison.

Er versuchte es mit einem Systemwechsel, von 4-1-4-1 auf 4-4-2 mit Bright Edomwonyi und Benedikt Pichler als Spitzen, erstmals Stephan Zwierschitz im defensiven Mittelfeld. Das Gefühl, dass seine Spieler alles abrufen, was möglich ist, konnte er in der ersten Hälfte bei einigen wirklich nicht haben. St. Pöltens Truppe nahm sich die Ermahnung von Robert Ibertsberger, ihres Trainers mit Austria-Vergangenheit, die bereits nach fünf Minuten deutlich zu hören war, zu Herzen. Sie wurden aktiver bewegten sich mehr. Zumindest als viele Austrianer. So führte St. Pölten verdient zur Pause, weil Innenverteidiger Ahmet Muhamedbegovic einen Eckball von Dor Hugy vor Erik Palmer-Brown  mit dem Kopf ins lange Eck verlängerte. Hugy hätte schon bis zur Pause das Match entscheiden können, aber er vergab nach der Führung zwei Sitzer. Das 0:2 durch den Israeli lag auch nach der Pause im Bereich des möglichen, aber da scheiterte er an der Reaktion von Tormann Patrick Pentz. So gesehen war auch Hugy ein „Retter“ der Austria.

Stöger musste zur Pause reagieren, ließ den fast aufreizend wirkenden Manprit Sarkaria und Youngster Patrick Wimmer, dem bei allem Eifer nichts gelang, in der Kabine. Brachte auf der Sarkaria-Position Jukic und  Alon Turgeman an vorderster Front für Pichler, der ins Mittelfeld zurückging. Für Turgeman war es der erste Einsatz in Violett seit mehr als einem Jahr. Damit war sofort mehr Betrieb, erkämpfte sich Austria Chancen, die  aber Edomwonyi, Jukic und Turgeman  nicht nützten. Eigentlich war es keine Not, dass Ibertsberger nach 68 Minuten  mit Michael Steinwender einen dritten Innenverteidiger für Offensivspieler George Davies einwechselte. So sehr war St.Pölten nicht unter Druck. Mit der defensiveren Variante kassierte St.Pölten den Ausgleich: Nach der Flanke von Kapitän Alexander Grünwald scheiterte zwar Pichler an St.Pöltens Tormann-Kapitän Christoph Riegler, aber der Ball kam zu Jukic, der sich seine zweite Chance nicht entgehen ließ. Aber das war nicht der Startschuss zur violetten Schlussoffensive, weil kurz darauf Grünwald für eine unnötige Attacke im Mittelfeld die zweite gelbe Karte sah, in die Kabine musste. Also musste Stöger mit Thomas Ebner und Christoph Schösswendter zweimal defensiv wechseln, um nicht mit ganz leeren Händen dazustehen.

Für St. Pölten waren es sicher zwei verlorenen Punkte. Das Austria-Fazit?  Auf Tormann Patrick Pentz ist Verlass, auf den 22 jährigen Innenverteidiger Johannes Handl inzwischen auch, bei Erik Palmer-Brown und Oldie Markus Suttner stimmt die Körpersprache. Gesamt gesehen ist das zu wenig. Georg Teigl, der wie Suttner aus der deutschen Bundesliga kam, half bisher nicht wirklich, Grünwald scheint wie beim Ausschluss mitunter alles schon ein wenig zu schnell zu gehen. Zur Steigerung der Qualität im Passspiel, die Stöger gerne sehen will, kam es nicht, obwohl sie mit Jukic und dem Comeback von Dominik Fitz in den letzten 20 Minuten besser wurde. Fitz war einer von vier Spielern auf der Bank, die bereits Freitag bei den Young Violets in der zweiten Liga gespielt hatten. Stöger fand die Reaktion in der zweiten Hälfte zwar in Ordnung, aber von Zufriedenheit konnte keine Spur sein: „Wenn wir so spielen und punkten wie in den letzten vier Runden, dann wird der Kampf um die Meisterrunde für uns nicht lange spannend bleiben!“ Selbst Retter Jukic konnte sich nicht wirklich freuen. Drei Punkte hätte er lieber gehabt als sein erstes Tor in der Bundesliga.

 

 

 

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