Fußball

Kogler und seine Ankündigungen: Wie viel davon wird umgesetzt?

Dienstag hatte  Vizekanzler und Sportminister Walter Kogler in der „Kleinen Zeitung“ angekündigt, das ab 1 August  1250 Zuschauer in die Fußballstadien dürfen, ab 1. September 10.000. In dem Interview kündigte Kogler eigentlich noch mehr an. Nämlich, dass es für jedes Stadien eine eigene Obergrenze geben soll und die in den modernen Arenen, in denen es viele Eingänge gibt, sogar ganz fallen könnte, „wenn man es besonders gescheit macht“. Das klang sehr positiv. ÖFB-Präsident Leo Windtner bejubelte allein die Tatsache, das ab 1.Juli wieder jegliche Sportaktivität im Freien erlaubt sein wird, als  neuen Meilenstein. Weil damit alle 2200 Vereine eine Perspektive hätten. Kann man das auch von den Spitzenklubs behaupten?

Denn bei Gesundheitsminister Rudolf Anschober, der ja für die Verordnungen und Freigaben zuständig ist, klingt das schon weder anders als bei Kogler. Da blieb es bei 10.000 als Höchstgrenze, die nur dann erlaubt wird, wenn es ein Präventionskonzept gibt und dabei der Mindestabstand eingehalten werden kann. Bei Veranstaltungen ind er Halle werden höchstens 5000 Besucher erlaubt sein. Darauf muss sich die Eishockeyliga einstellen. Prompt hörte man Mittwoch Nachmittag von einigen besonders lustigen Radiosprechern, wohlgemerkt nicht aus den Sportredaktionen, den Gag, dass die Vereine normal ohnehin Mühe haben, überhaupt 10.000 Zuschauer zu mobilisieren. Das mögen die werten Herren zwar zum Lachen finden, geht aber an der Realität vorbei. Für Klubs wie Red Bull Salzburg, wenn man an das Play-off zur Champions League denkt,  und Rapid ist das bei Stadien mit einem Fassungsraum von 30.000 nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.  Auch bei der Vorstellung, dass die Nationalmannschaft im September vor nur 10.000 Zuschauern in der Nations League spielen darf, wird Widntner das Wort Meilenstein nicht mehr in den Mund nehmen. Bei allem Verständnis für die Ausnahmesituation, aber 10.000 Zuschauer im großen Happel-Stadion sind wie ein Stimmungstöter. Da muss man sich sogar überlegen, ob man nicht in kleinere Stadien übersiedelt. 10.000 hätten auch in Austrias Generali-Arena durchaus Platz.

Das Beispiel reiht sich an das, was man von Kogler in der Corona-Zeit für den Sport so hörte: Viele Ankündigungen, die aber bisher nicht umgesetzt werden konnten. Das Kabinett des Sportministers ist zwar emsig darum bemüht, aber fand noch keine Lösungen, wie das versprochene Geld zu den Vereinen kommt. Was bereits vor etwa drei Monaten in Aussicht gestellt wurde. Es gibt zwar einen Fonds über 700 Millionen Euro, aber bei dem wollen bis zu 14.000 Vereine zugreifen. Konkrete Ideen, wie das funktionieren kann? Bisher Fehlanzeige. Eine Rapid-Abordnung mit Präsident Martin Bruckner und den Geschäftsführern Christoph Peschek und Zoran Barisic sprach diesbezüglich nicht nur bei Kogler, sondern auch beim Finanzminister vor. Weil es eigentlich noch mehr als um Kostenersatz, sondern um einen Umsatzersatz geht. Gernot Blümel sagte der grün-weißen Chefetage  klipp und klar, er habe dem Sportministerium die nötigen Mittel zur Verfügung gestellt, die Verteilung sei aber nicht seine Sache, sondern die von Kogler. Auch Politiker können Doppelpass spielen . . .

Foto: ORF.

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