Fußball

Krammer läßt sich Laufwerte der Spieler schicken: Was Rapids Boss nicht gefällt

Auch Rapids Präsident hat registriert, dass die Stimmung unter den grün-weißen Fans durch das 1:2 beim LASK wieder gekippt ist. Nur noch wenig vom positiven Glauben an einen Aufbruch und Befreiungsschlag  wie nach dem 4:0 gegen Slovan Bratislava. Für Michael Krammer (Bild oben) in der Intensität erstaunlich, aber nicht zu ändern. Aus seiner Sicht noch eine Folge aus der total verunglückten Saison 2016/17, in der mitunter die Abstiegsangst in Hütteldorf umgegangen war: „Darum bricht bei uns so schnell Panik aus. Diesen Rucksack tragen wir noch immer mit uns herum,  den müssten wir endlich ablegen. Un zwar schleunigst.“  Nach seinen Beobachtungen liegt das weniger an der Fantribüne, sondern eher an den Besuchern auf der Längstribüne. Aber auch er sagt in Richtung Sportchef Fredy Bickel, Trainer Goran Djuricin und den Spielern, dass es nicht zufriedenstellend ist, was  in den ersten vier Runden gezeigt wurde: „Wir müssen rasch in die Spur finden.“

Die Unentschieden in Hütteldorf gegen Altach und Wolfsberg hängen noch nach. Auf die ganz schlimme Nullnummer gegen die Kärntner hat Krammer reagiert. Seit damals lässt er sich die Laufdaten der Spieler in den Partien übermitteln, zieht daraus seine Schlüsse: „Wenn es bei einigen zwischen Wolfsberg und Slovan Bratislava bei den Sprints einen Unterschied von einem Drittel gab, dann liegt das aus meiner Sicht nach vor allem an der Laufbereitschaft.“  Bei Veton Berisha fielen als einzigem Feldspieler keine großen Differenzen auf: „Der rennt immer“. Das mag zwar stimmen. Allerdings kann der Norweger damit seine  spielerischen Schwächen nicht kaschieren. Die sind auch ein Problem. Bei einem Legionär, der zum Tore schießen geholt wurde. Nur fünf gelangen ihn bisher in 36 Pflichtspielen.

Mit dem Vorwurf in Richtung Spieler und Laufbereitschaft nimmt Krammer den Trainer aus der Schusslinie. Er weiß allerdings, dass der Kredit von Djuricin selbst auf der Fantribüne nicht groß ist, eigentlich nie war. Die Vertragsverlängerung im Frühjahr verteidigt er trotzdem: „Wir hätten es uns damals leichter machen können. Aber wir haben die Entscheidung nach allen Seiten abgetestet. Da  herrschte Übereinstimmung, dass es eine positive Entwicklung gibt.“, Aber nur, wenn man die Abstiegsangst aus dem Frühjahr 2017 als Basis nimmt. Kein Blatt vor dem Mund nimmt sich Krammer, wenn es um den Ausspruch von Djuricin vom letzten Sonntag in Pasching geht, dass er nicht in jedem Spiel einen Sieg verlangen kann. Der hat ihm gar nicht gefallen, vorsichtig nennt er ihn unglücklich: „Wir haben ja nicht bei einer ausgeruhten Salzburger Mannschaft gastiert. Sondern bei einer, die wie wir drei Tage vorher im Europacup engagiert war.“ Mehr sagt er nicht, weil er sich der Konsequenz seiner Worte bewusst ist. Er will alles, nur keine Trainerdiskussion weiter befeuern. Erst nach den nächsten vier Spielen will er Anfang September sozusagen über die Bücher gehen: „Unser Anspruch muss Platz zwei hinter Salzburg bleiben. Alles andere ist zu wenig.“

Das nächste Spiel ist Donnerstag in Hütteldorf gegen Steaua Bukarest. Krammer sieht gegen den rumänischen Vizemeister eine Parichance zum Aufstieg in die Gruppenphase: „Dafür müssen wir alles tun. Wenn wir das schaffen, bedeuten das einen Schritt nach vorne in der Entwicklung. Scheitern wir, signalisiert das Stillstand, den ich wirklich nicht haben will.“ In finanzielle Turbulenzen würde Rapid ohne Europa League-Einnahmen im Herbst nicht kommen: „Aber die würden uns schon sehr gut tun.“ Vergangene Saison bekam jeder Klub, der in der Gruppenphase dabei war, ein Startgeld von 2,6 Millionen Euro, für jeden Sieg eine Prämie von 360.000, für einen Punkt 120.000. Heuer werden die Prämien erhöht. Rapid geht  Donnerstag in ein Millionenspiel.

Foto: © SK Rapid Wien Media .

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