Fußball

Marco Grüll ist derzeit das wahre Rapid-Gesicht

Klare Fronten vor dem Spitzenduell zwischen Red Bull Salzburg und Sturm Graz am Sonntag: Das wird ein offener Schlagabtausch mit einem Heimsieg! Der Tabellenführer verlor in diesem Kalenderjahr kein Heimspiel, gewann 14 von 15. Blieb in den letzten 42 Heimpartien nie ohne Torerfolg. Das ist ein einsamer Rekord in der Bundesliga. Auch das internationale „Vorspiel“ unter der Woche spricht für  den Favoritensieg: Salzburg tankte durch das 3:1 gegen Wolfsburg noch mehr Selbstvertrauen, Sturm muss, wie Trainer Christian Ilzer eingestand, nach dem 0:1 gegen Real Sociedad zunächst einmal die Wunden lecken, um zu einem intensiven Fight bereit zu sein. Zudem hat Salzburg vor dem direkten Duell einen Tag mehr Pause als die Grazer, die zum Saisonstart beim 1:3 gegen Salzburg auch daheim mehr oder weniger von Salzburg den Meister gezeigt bekamen.

Nicht so klar wird es am Nachmittag zwischen Hartberg und Rapid sein. Schon allein  deshalb, weil Rapid bei seinem schlechtesten Bundesligastarts seit 1994 noch keinen Auswärtssieg feiern konnte. Ausgerechnet in der Oststeiermark, wo sich Rapid immer schwertat? Die grün-weiße Devise heißt: So wie Donnerstag beim 2:1 gegen Dinamo Zagreb  auch in der Bundesliga das wahre Gesicht zeigen. Für das steht derzeit in erster Linie der Sommerkauf Marco Grüll. Weil der 23 jährige Salzburger auch der effizienteste Spieler von Rapid ist.  Das Führungstor gegen Dinamo Zagreb (Bild oben) war sein zehnter Treffer in dieser Saison. Die Bilanz: In 22 Pflichtspielen 10 mal getroffen. Zu den zehn Toren kamen auch noch fünf Assists. Die Bilanz seiner Konkurrenten? Ercan Kara kam bei 21 Einsätzen auf acht Tore und drei Assists. Die schaffte er in fünf Spielen, allein beim 5:2 gegen WSG Tirol scorte er dreimal. Taxiarchis Fountas hat die gleiche Bilanz wie Kara, soctr in acht Partien hatte seinen Dreierpack im August beim 3:0 über Wolfsberg.

Kara galt schon als Topkauf. Weil er im Winter 2020 nur 200.000 Euro Ablöse kostete, um ihn von Horn loszueisen. Da gab es eine Vertragsklausel. Zudem wäre der Zweitligist an einem Weiterverkauf  von Kara finanziell beteiligt. Aber Grüll kostete gar keine Ablöse, da sein Vertrag bei Ried ausgelaufen war. Schon nach vier Monaten von Grüll im grün-weißen Dress  kann man sagen: Er ist der beste Coup von Zoran Barisic in seinen nunmehr zweieinhalb Jahren als Sport-Geschäftsführer.  Mit dem Debüt im Nationalteam kletterte der Marktwert von Grüll auf 2,5 Millionen Euro, die Tendenz ist weiter steigend. Vor allem gehört er anders als Kara und Fountas nicht zu den 15 Spielern, deren Verträge nach der Saison ablaufen. Er unterschrieb bei Rapid bis 2024, lässt sich auch von keiner großen Agentur beraten. Die United Sports Agency gilt ans Newcomer der  Szene. Hat laut „transfermarkt“ nur sieben Spieler unter Vertrag. Grüll ist der einzige in der Bundesliga. Die zwei anderen, die in Österreich spielen, tun dies  bei Grödig und Hohenems, also in der Regionalliga.

Ohne Grüll hätte Rapid das Derby gegen Austria verloren, in dem er den Ausgleich köpfte. Ohne seinen verwandelten Elfmeter in der Südstadt gegen Admira wäre Rapid nicht ins Achtelfinale des Uniqa-Cups aufgestiegen. Ohne Tor und Assist von Grüll wäre nicht der Sieg gegen Dinamo Zagreb gelungen. Verhilft er auch zum Sieg in Hartberg? Dann würde Rapid vor den Steirern unter den ersten sechs liegen. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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