Fußball

Oliver Glasner mitten unter Europas Trainerprominenz

Zwei Jahre lang, von 2012 bis 2014, waren Roger Schmidt und Oliver Glasner ein erfolgreiches Trainerduo bei Red Bull Salzburg. 99 Spiele lang. Dann trennten sich die Wege. Schmidt wollte seinen Assistenten Glasner zwar nach Leverkusen mitnehmen, doch der entschied sich, seine Karriere als Cheftrainer in Ried zu beginnen. Zehn Jahre später sahen sich Schmidt und Glasner am Dienstag wieder einmal. Quasi als Bestätigung, über zehn Jahre sehr viel richtig gemacht zu haben. Sie trafen sich beim schon traditionellen „Elite Club Coach Forum“, zu dem die UEFA durch ihren Sportchef, den ehemaligen Milan-Star Zvonimir Boban, nach zweijähriger Corona-Pause wieder in die Zentrale nach Nyon am Genfer See einlud. Zehn sogenannte Startrainer. Das Thema waren die Europacupbewerbe: Bestandsaufnahme, Vorschläge zu Verbesserungen.

Dazu redeten Real Madrids Erfolgstrainer Carlo Ancelotti, Luciano Spaletti von Italiens Tabellenführer Napoli, der Holländer Erik ten Hag von Manchester United, Lille-Trainer Paulo Fonseca, Christophe Galtier von Frankreichs Meister Paris St. Germain, David Moyes von West Ham, der Spanier Rafa Benitez und Thomas Tuchel, die derzeit nach der Trennung von Everton und Chelsea ohne Job sind, aber in der Vergangenheit schon die Champions League gewonnen hatten. sowie Schmidt und Glasner (Bild oben). Schmidt hat Europacuperfahrung aus seiner Zeit bei Salzburg, Leverkusen, PSV Eindhoven und aktuell bei Benfica, wo er geradezu Heldenverehrung genießt, weil Portugals Traditionsklubs kein Match verlor, seit er Trainer ist. Glasner gewann mit Frankreich die Europa League, schaffte den Aufstieg unter die letzten 16 der Champions League. Für ihn war die Einladung der UEFA sozusagen ein weitere „Ritterschlag“. Der nichts daran ändern wird, dass Glasner weiterhin so geerdet bleibt wie früher zu Ried-Zeiten.

Eintracht Frankfurts Führungsetage mit dem für den Sport zuständigen Vorstand Markus Krösche und dem für die Finanzen verantwortlichen Axel Hellmann bemühen sich seit Wochen, den bis 2024 laufenden Vertrag mit Glasner zu verlängern. Es gibt Gerüchte über das Interesse von Premier League-Klubs an ihm, bei Atletico Madrid sollen Tuchel und er in engerer Wahl sein. Glasner kann sich Zeit lassen. Ihm geht es darum, im Frühjahr wieder so erfolgreich zu sein wie im Herbst. Auch sieben WM-Starter in Frankfurts Kader bedeuten einen Beweis für die hervorragende Arbeit von Glasner mit seinen Landsleuten, den Co-Trainern Michael Angerschmid und Ronnie Brunmayr: Bei Deutschland sind Tormann Kevin Trapp und Mario Götze dabei, bei Kroatien Kristjan Jakic, bei der Schweiz Djibril Sow, bei Dänemark Jesper Lindström, bei Japan Daichi Kamada und bei Weltmeister Frankreich seit Mittwoch „Turbostürmer“ Randal Kolo Muani. Als Ersatz für Leipzigs Christopher Nkunku, der sich im Training am Knie verletzte.

Foto: UEFA.

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