Fußball

Personalnot vor Derby: Austria und Rapid auf Suche nach Weg aus dem Tief

Höchstens 15.000 Zuschauer werden Sonntag zum 329. Wiener Derby in Austrias Generali-Arena erwartet. Keine Rede von einem ausverkauften Haus. Eigentlich spricht das gegen die These, wonach das Derby unabhängig vom Tabellenstand immer ein Hit ist. Das Duell um Platz sechs bedeutet sicher nicht das Gelbe vom Ei, ein Non plus Ultra in der Zwölferliga. Vor dem nur eines sicher ist: Beim Verlierer wird´s intern krachen, das Tief zur veritablen Krise wachsen. Wenn Rapid im zweiten Derby unter  Didi Kühbauer erstmals gewinnt, bedeutet das fünf Punkte Vorsprung auf den Erzrivalen. Gewinnt die Austria, überholt sie Grün-Weiß.  Ein Unentschieden hilft eigentlich keinem.

Austria und Rapid verbindet vor ihrem Duell auch die Personalnot. In der Defensive. Christian Ilzer kann vor seinem Derbydebüt auf der violetten Trainerbank zwar in der Offensive zwischen einigen Varianten wählen, im Abwehrzentrum gibt´s aber in Wahrheit keine Alternativen zu  Johannes Handl und Maudo Jarjue. Wenn, dann nur „Notlösungen“ mit Stephan Zwierschitz oder Tarkan Serbest. Ähnlich ist die Situation bei Rapid: Als rechter Verteidiger ist Stephan Auer alternativlos, in der Innenverteidigung kann Didi Kühbauer zwischen dem 18jährigen Leo Greiml und dem routinierteren Linksfuß Matteo Barac als Partner für den gesetzten Christopher Dibon wählen. Oder es beginnen alle drei. Es muss aber defensiv noch ein Problem geben. Sonst hätte Kühbauer nicht den 19jährigen, bereits in Wien geborenen Dalibor Ibrahimovic, einen Nachwuchs-Teamspieler, in den Kader geholt. Er kann als Innenverteidiger oder zentraler defensiver Mittelfeldspieler eingesetzt werden. Donnerstag bat Kühbauer via Pressechef Peter Klinglmüller die beim Training anwesenden Medienvertreter, nicht das zu schreiben, was sie gesehen hatten. Nämlich, welche Spieler außer Max Hofmann, Thorsten Schick und Richard Strebinger  pausieren mussten. Zumindest das war erfolgreich. Es betraf nicht den Japaner Koya Kitagawa, der erstmals beginnen dürfte: „Er wird von Tag zu Tag besser“, behauptet zumindest Kühbauer.

Letzte Runde gab´s frustrierte Rapidler (Bild oben) nach der späten Heimniederlage gegen den LASK, enttäuschte Austrianer, weil sie in Hartberg nur einen Punkt holten. Was passiert Sonntag? Ilzer weiß, dass ein Derbysieg eine spezielle Strahlkraft hat. Er schwor deshalb seine Spieler auf große Leidenschaft und eine hohe Zweikampf-Intensität ein, ohne dabei den kühlen Kopf zu verlieren. So ähnlich werden auch Kühbauers Pläne sein. Aber wer kann sie besser umsetzen?

„Wir stehen in der Pflicht“, gab Rapids Kapitän Stefan Schwab zu, spielte damit auf die Revanche für das 1:6-Debakel im letzten Dezember an. Von der damaligen Austria-Startelf sind Sonntag auch Florian Klein, Thomas Ebner, James Jeggo, Dominik Prokop und Max Sax sowie Christoph Monschein erste Wahl, also fünf. Jeggo, Monschein und Klein gehörten zu den Torschützen. Von Rapids Verlierern kämpfen möglicherweise sechs um die Wiedergutmachung: Dibon, Barac, dem damals das Eigentor zum 1:5 passierte, Schwab, vielleicht Ljubicic, Thomas Murg und Philipp Schobesberger. Ob´s rund um die Generali-Arena wieder wie vor acht Monaten zu Problemen zwischen der Polizei und den grün-weißen Fans  kommen wird? Die verzichten diesmal auf einen gemeinsamen Marsch zum Derby. Außer sie überlegen es sich doch noch im letzten Moment anders. Alles ist möglich.

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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