Fußball

Wenn „Basti“ Prödl seine neue Telefonnummer verschickt

Sebastian Prödl verschickte einen Tag vor dem EM-Finale in Wembley seine neue Telefonnummer. Eine österreichische. Sonntag Abend wird er eher im Lager der englischen Verlierer gewesen sein. Fünf Jahre bei Watford zählen mehr als die letzten eineinhalb bei Udinese, in der zu keinem Einsatz in der Serie A kam,  Obwohl Watford mit der Familie Pozzo italienische Besitzer hat. In Udine lernte er coronabedingt nicht viel von italienischer Lebensqualität kennen. Er musste monatelang in Quarantäne leben, konnte sich nur zwischen Wohnung und Stadion bewegen. Da kann einem mitunter schon die Decke auf den Kopf fallen.

Aktuell pendelt der  34 jährige zwischen Graz und Wien. Sein Herz schlägt noch immer für Sturm, den Klub, bei dem er groß wurde. Aber der hat das Abwehrzentrum schon besetzt. Trotzdem ist das Karriereende kein Thema für ihn. Zumal er seit März wieder topfit und völlig beschwerdefrei ist. Keine Probleme mehr mit dem Knochenödem im rechten Kniegelenk, das ihm  bei Watford seit Oktober 2019 und auch im vergangenen Herbst bei Udinese zum Zuschauen gezwungen hatte, wahrscheinlich seine dritte Europameisterschaft gekostet hat. Der spanische Spezialist Ramon Cugat, ein Vertrauensarzt von Pep Guardiola in Barcelona, hatte ihm die richtigen Tipps für den Weg zurück gegeben. Der immer ehrgeizige, aber auch selbstkritische Prödl hat sportlich noch etwas vor. Sozusagen die Draufgabe zur erfolgreichen Karriere.

Mit „Basti“ bekommt man einen Spieler mit der Erfahrung von sieben Jahren deutscher Bundesliga bei Werder Bremen mit 149 Spielen in der Bundesliga und zehn in der Champions League, von fünf Jahren Premier League bei Watford und schließlich von 73 Länderspielen (das letzte im Oktober 2018) mit zwei Europameisterschaften (2008, 2016) und von der erfolgreichen U 20-WM 2007 in Kanada. Ein fitter Prödl sicher noch helfen. Etwa in Österreichs Bundesliga, sollte es zu einem Comeback nach 13 Jahren kommen. Aber er hat auch Gedanken in Richtung Major League Soccer.

Foto: ServusTV/Neumayr Leo.

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