Fußball

Rapid unwürdig! Jetzt ist auch Präsident Krammer sauer!

Unglaubliche Bankrott-Erklärung der Wiener Spitzenklubs! Eine Woche nach der Austria in Wolfsberg brachte auch Rapid daheim gegen die Kärntner kein Tor zu Stande, spielten beim 0:0 vor 14.300 Zuschauern im Unterschied zum violetten Erzrivalen beim 0:1 nicht einmal eine Chance heraus. Ein harmloses Torschüsschen nach sieben Minuten, mehr kam da nicht. Schlimm. Nach einer halben Stunde begannen die Pfiffe, am Ende  gab´s ein schrilles Pfeifkonzert. Im zweiten Heimspiel hintereinander wieder kein Sieg, nur ein Unentschieden. Und damit statt der angepeilten neun Punkte aus den ersten drei Runden nur fünf, vier weniger als Red Bull Salzburg. Die Spieler gingen nach Schlusspfiff gar nicht zum Fansektor, weil sie wussten, dass sie dort nur Pfiffe und Beschimpfungen zu erwarten hatten. Erstmals trug auch Präsident Michael Krammer (Bild oben) seinen Ärger nach außen. Sagte vor den „Sky“-Kameras: „Das beste an dem Spiel war, dass der neue Rasen gehalten wird.“ Und kritisierte die Leistung als Rapid unwürdig: „Der Trainer wird mir das erklären müssen. Ich hoffe, dass er Erklärungen  dafür findet.  Dann gibt es auch Ansätze, etwas zu verbessern.“

Ja, der Trainer. Wie immer das schwächste Glied in der Kette. „Goran raus“-Rufe ertönten nach Schlusspfiff. Für die Unmutsäußerungen zeigte Goran Djuricin Verständnis: Ich bin traurig und ang´fressen. Die schwächste Leistung, seit ich Trainer bin, grottenschlecht.  Wir müssen uns dafür bei den Fans entschuldigen.“ Bei  einem Großteil  hat er offenbar keinen Kredit mehr. Vor dem Retourspiel in der Qualifikation zur Europa League gleich Hütteldorf schon wieder einem Pulverfass. Wolfsberg war die bessere Mannschaft, kam dem Sieg näher. Hätte Holland-Heimkehrer Marcel Ritzmeier bei zwei Konterchancen den richtigen Pass gespielt, wäre die Heimpleite wohl perfekt gewesen. Schon einmal bedeutete ein Heimspiel gegen Wolfsberg das Ende  für einen Sportdirektor und Trainer Rapids. Vor zwei Jahren für Andreas Müller und Mike Büskens nach dem 0:1. Die Nullnummer stärkte nicht gerade die Position von Fredy Bickel und Djuricin.

Der rotierte gegenüber dem 1:2 in Bratislava viermal. Ließ Mario Sonnleitner, Boli Bolingboli, Dejan Ljubicic und Thomas Murg draußen.  Von dem Quartett, das dafür zum Zug kam, Mert Müldür, Stephan Auer, Manuel Martic und Andrei Ivan, nützte nur der 19jährige Innenverteidiger Müldür aus dem eigenen Nachwuchs seine Chance, spielte solid. Was sich Rapid von dem in St. Pölten nicht unumstrittenen gewesenen Martic im zentralen Mittelfeld erhofft, blieb nach diesen 90 Minuten  rätselhaft. Viel zu behäbig und unbeweglich für das Spiel, das  Djuricin vorschwebt. Unverständlich, dass ein Spieler mit den Anlagen eines Philipp Malicsek da zurückstehen muss. Und damit rückt die Personalpolitik in den Mittelpunkt. Für die ist Bickel zuständig.

Djuricin war seine Trainerwahl, es war auch seine Philosphie, Spielern eine neue Chance zu geben, die bei ihren vorherigen Klubs Probleme hatten Aber fünf sind offenbar zu viel. Und es zeigte sich, dass bei Mannschaften, die kämpfen, dagegenhalten und läuferisch stark sind wie  Wolfsberg, begabte Techniker wie Knasmüllner oder Ivan zu schnell abtauchen. Die letzten drei Spiele ohne Sieg bestätigtn die Befürchtungen. Auch von Murg kamen nach der Pause nicht die nötigen Impulse: „Wir zeigten keine Leidenschaft, keiner woltle den Ball“, übte er Selbstkritik.  Dazu musste Kapitän Stefan Schwab zur Pause wegen muskulärer Probleme im Obrschenkel raus – das sieht nicht gut aus. Der letzte Bickel-Einkauf, der Schweizer Stürmer Jeremy Guillemenot, kam in den letzten 38 Minuten zu seinem ersten Einsatz in einer obersten Spielklasse. Viele Bälle berührte er nicht. Wie vier Tage zuvor in Bratislava. Kurzum: Geht´s Donnerstag schief, ist bei Rapid nichts auszuschliessen.

Die Lage verschärft noch, dass mit Didi Kühbauer eine Rapid-Ikone mit dem Prügelknaben der letzten Saison, St. Pölten, bisher die größte positive Überraschung ist, mit sieben Punkten  zwei mehr als Rapid holte, auf Rang zwei liegt. Der 2:0 (1:0)-Heimsieg über Sturm Graz löste beim Vizemeister, bei Sportchef Günter Kreissl und Trainer Heiko Vogel ähnlichen Erklärungsnotstand wie in Hütteldorf aus. Kühbauer  hingegen ahnte, dass auf seine Truppe jetzt schwerere Zeiten zukommen werden: „Weil uns die Konkurrenten mehr wahrnehmen als bisher.“ Vor einem Jahr hatte St. Pölten erst nach 17 Runden sieben Punkte, heuer nach drei!

Zum ersten Saiasonsieg kam der LASK in der Südstadt gegen die Admira, obwohl Trainer Oliver Glasner vor dem Retourspiel gegen Besiktas Istanbul fünf Stammspieler schonte. Drei tauschte er im Finish ein.  Admira tat das 0:1 (0:0) sehr, sehr weh, weil es erst in der Nachspielzeit fiel. Durch den Ex-Admiraner Markus Wostry per Kopf. Trainer Ernst Baumeister behauptet: „Wer gegen uns ein Tor erzielt, ist mir scheißegal.“ Nächsten Sonntag empfängt der LASK Rapid.

 

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