Fußball

Respekt, Herr Harkam: Ein Schiedsrichter sprang über seinen Schatten, gab einen Fehler zu!

Samstag pfiff Alexander Harkam, ein 38 jähriger Justizwachebeamter aus Graz, sein 162. Spiel in der Bundesliga, in der er vor elf Jahren debütierte. Harkam zeigte insgesamt zwölf Karten: Neunmal Gelb, zweimal Gelb-Rot, einmal Rot. Schon vor zehn Jahren hatte Harkam (Bild oben) für ähnliche Aufregung gesorgt, als er in der ersten Runde beim 5:0 (5:0) von Wr.Neustadt gegen den LASK vor der Pause vier Elfmeter für die Heimmannschaft verhängte, von denen drei verwandelt wurden, und zwei Spieler der Linzer ausschloss. Diesmal kam der wahre Aufreger erst drei Tage nach dem Match in Vorarlberg. Bei der Verhandlung vor dem Senat eins der Bundesliga. Der bestätigte zwar die rote Karte für Admiras  Abwehrspieler Sebastian Bauer, die er  für eine Attacke in Kopfhöhe des Altachers Manfred Fischer bereits in der ersten Minute bekam, mit einer Sperre von drei Spielen, hob aber die gelb-rote Ampelkarte für Roman Kerschbaum auf. Das heißt: Admiras Trainer Damir Buric kann Sonntag gegen Wolfsberg auf den Mittelfeldspieler zurückgreifen.

Kerschbaum hatte gleich nach dem Match von einer Fehlentscheidung gesprochen: „Ein normaler Zweikampf Kopf an Kopf. Ich hab meinen Ellbogen weder im Gesicht noch am Hals meines Gegenspielers“. Das zeigten auch die TV-Bilder von Sky. Kerschbaumer fürchtete schon, das man so etwas eben hinnehmen müsse. Doch es kam anders. Weil Harkam in seiner Stellungnahme an den Strafsenat eingestand, im konkreten Fall eine Fehlentscheidung getroffen zu haben. Für das  „Geständnis“, das nach Studium e TV-Bilder alternativlos war, verdient er höchsten Respekt. Ein Schiedsrichter sprang über seinen Schatten, das kommt nicht alle Tage vor. So gab es für den Senat kein Problem, die gelb-rote Karte quasi zu annullieren. Alles andere als ein alltäglicher Fall.

Was die Admira trotzdem etwas ärgern wird: Kerschbaum musste elf Minuten vor Schuss in die Kabine, als Altach 3:2 führte. Wäre mit elf gegen elf vielleicht noch der Ausgleich möglich gewesen?

 

Foto: FotobyHofer/Chrristian Hofer.

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