Fußball

Salzburgs perfektes Scouting schuf zwei gleichwertgie Mannschaften

Österreichs Meister verfügt praktisch über zwei gleichwertige Mannschaften. Das kann man nach dem 1:0 im Test gegen Atletico Madrid fast behaupten. Das kann man bei keinem anderen Bundesligaklub auch nur im Ansatz feststellen. Nur im Abwehrzentrum merkte man einen Unterschied, wenn Kamil Piatkowski und Max Wöber spielen oder Oumar Solet und Jerome Onguene. Also hat Trainer Matthias Jaissle die Qual der  Wahl. Man kann annehmen, dass er Sonntag in der Bundesliga gegen Ried wieder einen 19 jährigen (Karim Adeyemi) und mit Benjamin Sesko (Bild oben) einen 18 jährigen im Angriff aufbieten wird. Zwei weitere 18 jährige, Daouda Guindo und Mamady Diabou aus Mali, gehören zum Kader. Viel Potenzial für eine erfolgreiche Zukunft durch ein perfekt funktionierendes Scouting. Auch das macht Salzburgs Dominanz möglich.

In früheren Jahren hatte Frankreichs Ex-Teamchef  Gerard Houllier, der von 2012 bis zu seinem Tod 2020 als Global Sprt Director für Red Bull arbeitete, mit seinem Netzwerk so manche Türen geöffnet. Etwa in Frankreich bei Sadio Mane, Naby Keita oder Dayot Upamecano. Jetzt profitiert Salzburg von seinem guten Ruf als Ausbildungsklub für junge Spieler, der weiß, wie man sie unterstützt, ihnen beim nächsten Schritt hilft. Etwa den Afrikanern durch eigens abgestellte Integrationsassitenten, damit sie sich wohl fühlen, auch wenn für sie vieles neu ist.  Etwa ein Winter mit  minus zehn Grad. Das „Players Care“-Programm funktioniert. Verantwortlich für das Scouting ist Sportchef Christoph  Freund: „Alle wissen, was und wie wir suchen. Da gibt es untereinander ein Vertrauensverhältnis, das ist eine coole Truppe.“ Mit acht bis zehn Leuten, die einen Routinier hat: Den inzwischen 53 jährigen Heiko Laessig, 1996 als Spieler von Bayer Uerdingen nach Salzburg gewechselt. Noch zu Austria Salzburg. Die anderen Namen verrät Freund nicht.

Scouts sind mitunter auch in Afrika bei Turnieren vor Ort, auch wenn es Kooperationen gibt. In Amerika hilft wie  bei Brenden Aaronson  auch ein Tipp eines guten Bekannten, von Ernst Tanner, dem ehemaligen Akademieleiter Ernst Tanner, jetzt Sportchef bei Philadelphia. In Europa sozusagen vor der Haustür wie in Ungarn (Dominik Szoboszlai), Slowenien (Sesko) oder Deutschland (Adeyemi) hilft das Superimage, das Salzburg mittlerweile  hat. Durch die gute Arbeit in der Akademie, die man an den Beispielen von Konrad Laimer, Xaver Schlager, Martin Hinteregger, Stefan Lainer oder Hannes Wolf sieht, aktuell an Nicolas Seiwald, der mit neun Jahren in die Akademie kam oder am Kroaten Luka Susic, der seit seinem 13. Lebensjahr in Salzburg ist, wo es erstklassige Trainingsbedingungen gibt.  „Wir zeigen in Gesprächen mit  den Eltern und Beratern immer die Pläne auf, die wir mit den Spielern haben“, meinte Freund, „offenbar müssen die Argumente gut sein.“

Freund kann inzwischen mit Fug und Recht behaupten, dass in einem gewissen Alterssegement Salzburg inzwischen die Besten aus Europa bekommt. Das ist zwischen 16 und 18, das bevorzugte „Jagdrevier“ der Salzburger. Der 22 jährige Argentinier Nicolas Capaldo ist irgendwie eine Ausnahme der Regel: „Wenn wir punktuell etwas suchen, schauen wir auch zwischen 18 und 21“, sagt Freund. Noch „ältere“ Spieler werden fast gar nicht gescoutet. Dass Salzburg finanziell für16 bis 18 jährige mehr in die Hand nehmen kann als die österreichische Konkurrenz, Liefering, das „Darmteam“ in der zweiten Liga ein höher Budget hat als die meisten Bundesligaklubs, ist kein Geheimnis. Das machte die clevere Transferpolitik der letzten Jahre möglich: „Wir schaffen Platz für die nachdrängenden Hoffnungen, bei uns können sie spielen. Wenn das nicht so wäre, könnte es nicht funktionieren!“, versichert Freund.

Platz geschaffen wird durch lukrative Verkäufe. Etwa bei Erling Haaland oder zuletzt Patson Daka. Diese Saison können sich Adeyemi und Sesko zu „Himmelstürmern“ entwickeln. Kann passieren, dass dies denn auch etwa bei Adeyemi  seine letzte Saison in der Festspielstadt wird. Dahinter warten die nächsten: Junior Adamu, der 17 jährige Rokko Simic usw.  Noch einen Erfolg feierte Österreichs Nummer eins: Admiral, der Sponsor von Bundesliga und zweiter Liga, stieg offiziell auch  bei Salzburg ein.

Foto: Red Bull Salzburg.

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