Fußball

Seit 26.Dezember sah Rapid alle sieben Spiele von Inter: „Die Abwehr ist eine Macht!“

Nach zwei Jahren kehrte Stefan Oesen (Bild oben) aus dem Red Bull-Reich ins Rapids Trainerteam zurück. Bevor es so weit war, flog er eine Woche vor Weihnachten privat nach Liverpool, um die Atmosphäre an der Anfield Road kennenzulernen. Dort erlebte er das 3:1 des englischen Tabellenführers über Manchester United mit, das letzte Match von Jose Mourinho als United-Trainer. Zwei Tage nach Weihnachten begann für Video-Analyst Oesen im Auftrag von Didi Kühbauer die Vorbereitung auf die Europa League und den Gegner Inter Mailand. Der punkto Wucht und Dynamik sicher nicht mit Englands Spitzenklubs auf Augenhöhe ist, einen anderen Stil bevorzugt. Aber das ist keine Neuigkeit. Seit Inters 1:0 gegen Napoli am 26.Dezember im Meazza-Stadion sah der geschätzte Video-Analyst alle Spiele Das 1:0 in Empoli, das 0:0 gegen Sassuolo, die 0:1-Niederlagen gegen Torino und Bologna, das Scheitern im Cup gegen Lazio nach einem 1:1 beim Elfmeterschießen und  letzten Samstag das 1:0 in Parma. Da sass er live auf der Tribüne, die anderen sechs Partien analysierte und sezierte er via Video am Computer. Natürlich auch das Verhalten bei Standardsituationen. Nur vier Tore erzielte Inter in diesen fünf Wochen,  kassierte aber auch nur drei. Und so weiß Oesen genau: „Inters Abwehr  ist eine Macht, besonders die Innenverteidiger. Bei hohen Bällen haben sie fast immer die Lufthoheit.“ Damit meint er den 1,88 Meter großen Holländer Stefan de Vrij und den nur einen Zentimeter kleineren Slowake Milan Skriniar. Zwei Kanten.

Nur einmal setzte Trainer Luciano Spalletti mit den Brasilianer Miranda einen dritten Innenverteidiger ein, ansonst  immer die Viererabwehr. Davor drei  zentrale Mittelfeldspieler. Für Oesen ist es Geschmackssache, ob man Inters System als 4-2-3-1 oder 4-3-3 sieht. Als Plan B kam mitunter im Finish eine zweite mittlere Soitze zu Kapitän Mauro Icardi. Gegen Napoli und Parma mit Erfolg. Beide Male sorgte der eingewechselte 21jährige Argentinier Lautaro Martinez  für das goldene Tor und damit für sechs Punkte. Überraschen  wird Rapid am Donnerstag wenig können. Selbst wenn Spalletti andere Optionen nützt als in Parma: Etwa den Samstag gesperrt gewesenen Stürmer Matteo Politano oder den schnellen Senegalesen Keita Balde für die Offensive, den Spanier Borja Valero für das zentrale Mittelfeld. Von einer Zentralfigur  bei Inter, auf die sich Rapid konzentrieren müsse, will Oesen nicht reden: „Sie haben genug Qualität in der Mannschaft, viele Spieler, die Akzente setzen können.“

Nichts anfangen kann der 34jährige Sportwissenschaftler mit Spekulationen, dass Inter gegen Rapid nicht seine Bestbesetzung aufbieten wird, um Stammkräfte für das Sonntag-Spiel gegen Sampdoria zu schonen, um Platz drei in der Serie A und den Viererpunktevorsprung auf den Erzrivalen Milan nicht zu gefährden: „So sicher ist Spallettis Position nach dem Sieg in Parma auch wieder nicht, als dass er sich in Wien etwas erlauben könnte.“ Etwas heißt zu verlieren. Wie Rapid versuchen wird, als Aussenseiter das zu schaffen, in welcher Besetzung, bleibt bis 90 Minuten vor dem Anpfiff geheime Kommandosache in Grün-Weiß.

Einen Erfolg präsentierte Rapid schon drei Tage vor dem Inter-Spiel: Nach fünf Jahren kehrt die OMV als Sponsor zurück. Damit hat Rapid wieder mehr finanzielle Power im Tank. Eine Antwort auf das Gazprom-Engagement bei der Austria seit Sommer. Wie Gazprom engagierte sich die OMV offiziell nur für den Nachwuchs. Um den grün-weißen Deal machte sich vor allem der ehemalige General Manager Werner Kuhn mit seinen Kontakten verdient.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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