Fußball

Selbst der Messi-Schock stoppte Krankl nicht

Hans Krankl gibt zu, ein großer Fan von Lionel Messi zu sein. Vielleicht auch wegen seiner Barcelona-Vergangenheit ist Messi für ihn der „kleine Gott Leo“. Donnerstag Abend bekam Krankl von Beginn an seines Konzerts im Wiener Metropol am 40. Jahrestag seiner denkwürdigen Tore zum 3:2-Sieg bei der WM 1978  gegen Deutschland in Cordoba Schockmeldungen über das Deasters seines kleines Gotts mit Argentinien in Nischni Nowgorod gegen Kroatien. Am Beginn das 0:1, dann rund eine halbe Stunde später das 0:2 und 0:3. Aber die sehens-und hörwerte Show von Krankl mit Monti Beton ging weiter. Zum Abschluss sangen Herbert Prohaska und er gemeinsam die „rostigen Flügel“, einen der Krankl-Hits und beschworen mit einer Anleihe bei Wolfgang Ambros und Andre Heller „für immer jung“.

Die positiven Erinnerungen an Österreichs Nationalteam bei der WM 1978 werden auch für immer jung bleiben. Ein Erlebnis, als alle Spieler auf der Bühne das Lied anstimmten, das sie damals in Argentinien so oft gemeinsam gesungen hatten, nämlich die Capri-Fischer. Es waren schöne Rückblicke, als der TV-Kommentator vom 3:2 in Cordoba, Robert Seeger, die Spieler im ersten Teil des gelungenen Abends, dem  auch ÖFB-Präsident  Leo Windtner seine Aufwartung machte, auf die Bühne bat und mit ihnen sich an die erfolgreiche Vergangenheit erinnerte. Etwa mit Friedl Koncilia (Bild oben) an das Spiel in der   Weltauswahl ein Jahr nach der WM im River Plate-Stadion von Buenos Aires gegen die argentinischen Weltmeister, bei denen damals der junge Diego Maradona seinen ersten großen internationalen Auftritt hatte. Für den ehemalige Weltklassetormann war dies der Höhepunkt seiner Karriere, weil es ein einmaliges und großartiges Erlebnis war, mit dem berühmten Brasilianer Zico in einer Mannschaft zu stehen.  Aber nicht der einzige Höhepunkt. Siehe Cordoba. Oder mit der Austria die Europacuptriumphe gegen den FC Barcelona (mit Maradona) und Inter Mailand.

Apropos Inter: Der ehemalige Legionär bei den Blau-Schwarzen aus Mailand, Herbert Prohaska, bekam von den „Fantribünen“ viel Beifall, als er auf Seegers Frage, ob es ihm nicht weh tut, dass die Squadra Azzura heuer bei der WM fehlt, sagte: „Schon ein bisschen. Aber viel mehr tut mir weh, dass Österreich nicht dabei ist.“ Und dabei fiel ihm einiges ein, dass unterstrich, welch starke Mannschaft mit herausragenden Spielern Österreich vor 40 Jahren hatte: Damals spielten bei der Weltmeisterschaft nur 16 Mannschaften mit und nicht 32 wie diesmal, damals gab es noch keine Ausländerflut bei den Klubs in Deutschland, Italien oder Spanien. Da durften höchstens drei Legionäre pro Verein spielen. Und trotzdem kamen die Österreicher wie Walter Schachner, Josef Hickersberger, Roland Hattenberger, Kurt Jara, Bruno Pezzey, Krankl oder er zum Zug. Das war damals schwerer als heute. Aber damit wollte Prohaska die Klasse der österreichischen Legionäre von 2018 nicht in Frage stellen, aber im Blick zurück ärgerte ihn doch eines: „Alle Spieler dieses Teams hatten Klasse. Eigentlich hätten wir noch mehr erreichen können, wenn wir mehr an uns geglaubt hätten.“

Knapp vor Mitternacht, als alles vorbei war, hatte sich Krankl vom großen Schock um den kleinen Gott Leo schon erholt: „Die Argentinier haben heuer leider keine gute Mannschaft.“ Auch das war vor 40 Jahren anders. Aber Krankls in Russland bisher siegloser kleiner Gott Leo Messi bekam durch Nigerias 2:0 gegen Island noch eine Aufstiegschance:  Dienstag ein Sieg über Nigeria in St. Petersburg und der kleine Gott ist im Achtelfinale.

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