Fußball

Trainereffekt bei Rapid? „Wir müssen noch viel besser machen!“

Das erste Tor von Verteidiger Filip Stojkovic nach zweieinhalb Jahren bei Rapid sorgte für das 1:0 (0:0) gegen Altach und ein siegreiches Debüt des neuen Trainerduos  mit Steffen Hofmann und Thomas Hickersberger. Der Legionär gab im „Sky“-Interview zu, dass der Schuss ins lange Eck, der nach 47 Minuten wohlüberlegt wirkte, eigentlich von ihm als Pass zu Ercan Kara gedacht war. Das passt zu dem Eindruck, dass bei Rapid vieles nicht so lief wie es geplant war. Von Trainereffekt konnte man wirklich nicht reden. Tat auch Hofmann nicht. Er sagte nur: „Wir haben viele Dinge ordentlich gemacht, müssen die aber noch besser machen!“ Die Leistung passte sicher nicht zu den optimistischen Erwartungen von Hofmann. Wirklich leiwand waren die drei Punkte, sonst wenig.

Es begann schon mit der Kulisse. 13.000 Karten waren verkauft, aber nur 8900 Zuschauer auf den Tribünen. Offenbar wollten sich über 4000 nicht dem nötigen PCR-Test, den auch Geimpfte brauchten, um ins Allianz-Stadion zu dürfen, unterziehen. Auch die Fantribüne war schon weit besser besucht. Diejenigen, die gekommen waren, entrollten in der zweiten Hälfte ein Transparent für Ex-Trainer Didi Kühbauer (Bild oben).  Als Zeichen ihres Dankes. Was war ohne Kühbauer anders? Auf der Trainerbank gab es ohne ihn und Assistent Manfred Nastl sicher mehr Ruhe.  Schiedsrichter Manfred Schüttengruber hatte ein „angenehmeres“ Leben als in den letzten drei Jahren, wenn er in Hütteldorf pfiff. Stand Kühbauer während der 90 Minuten fast ständig in der Coaching Zone, so tauchte Hofmann dort nur selten auf.

Das etwas anderes spielen, das Hofmann ankündigte? Es gab nicht mehr so viele lange und hohe Bälle auf Kara wie bisher. Bei den 627 Passes, die Rapid spiele (375 mehr als Altach), waren laut Statistik nur 56 lange dabei.  Mit Ballstafetten sollten Lücken in Altachs Defensive gefunden werden. Damit war Rapid aber überfordert. Erstens klappt so eine Umstellung nicht innerhalb weniger Tage, sondern braucht Zeit. Zweitens fehlt dazu die Qualität in der Mannschaft. Das wird auch ein ehemaliger Mitspieler von Hofmann in Rapids letzter Meistermannschaft, Markus Heikkinen, der auf Besuch aus Finnland gekommen war, festgestellt haben. Hofmann bot drei zentrale Mittelfeldspieler auf. Wahrscheinlich oder sogar sicher wollte er Christoph Knasmüllner in einer ähnlicher Ballverteiler-Rolle sehen, die er hatte. Aber Knasmüllner kann nicht Hofmann spielen. Das hängt gar nicht so sehr mit seinem Können zusammen, sondern damit, dass er zu oft abtaucht statt dominant zu sein. Das wird kein Trainer der Welt mehr ändern können.

Sicher hätte sich Rapid leichter getan, wenn mit dem ersten Angriff der Führungstreffer gelungen wäre. Denn da gab es in einer Aktion zwei Chancen, die Taxiarchis Fountas und Kara ausließen. So fehlte Rapids Spiel vor allem das Tempo, um Altach wirklich unter Druck setzen zu können. Fehlpasses im Spielaufbau gab es auch genug. So brauchte Rapid sogar Glück, um vor der Pause nicht in Rückstand zu geraten. Youngster Martin Moormann konnte seinen Fehler, der zu Altachs einzigem Schuss auf das Rapid-Tor führte, noch mit der Rettungstat auf der Linie ausbessern.  Rapid traf bei 71 Prozent Ballbesitz nur achtmal das Tor von Altach, nur ein Schuss ging rein. Auch die numerische Überlegenheit über 37 Minuten nach der überzogenen roten Karte für Altachs Talent Noah Bischof nach  Zusammenprall mit Tormann Paul Gartler und Intervention von VAR Alexander Harkam sorgte nicht für klare Verhältnisse. Kara scheiterte mit einem schlecht geschossenen Elfmeter acht Minuten vor Schluss an Altachs Tormann Tino Casali. Was auch besser werden muss: Rapids Zweikampfverhalten. Nur 46,2 Prozent der eins zu eins-Duelle gewonnen. Donnerstag kommt mit West Ham sicher eine aggressivere Mannschaft als Altach nach Hütteldorf. West Ham verlor Samstag in Birmingham gegen Wolverhampton 0:1, erzielte erst zum zweiten Mal in dieser Saison keinen Treffer.

Das passierte in Österreich Meister und Tabellenführer Red Bull Salzburg erstmals nach 43 Heimspielen, daher nur 0:0 gegen Admira und keine gelungene Generalprobe für den zweiten „Champions League-Matchball“ zum Aufstieg ins Achtelfinale am Dienstag bei Frankreichs Meister Lille, der Freitag Abend in Monaco nach 2:0-Führung nicht gewann, mit dem 2:2 zwei Punkte liegen ließ. Der neue Schweizer Held im Salzburg-Dress, Noah Okafor, blieb blass und zur Pause in der Kabine. Admiras Trainer Andreas Herzog konnte zurecht stolz auf den heroischen Kampf seiner Mannschaft sein, die wenig zuließ, davon profitierte, dass Karim Adeyemi und Brendan Aaronson zusammen drei Sitzer vergaben. Bessere Karten als Admira auf einen Platz unter den ersten sechs und damit in der Meisterrunde hat derzeit Ried nach dem 1:0 (1:0) gegen Hartberg durch einen sehenswertes Goldtor von Ante Bajic. Damit gelang Ried bis Sonntag der Sprung auf Rang vier vor  Rapid.

 

Foto: PhotobyHofer/Christian Hofer.

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