Fußball

Vaduz hat schon „gewonnen“: Rapid ruft Ende der Rotation aus

Noch nie ging Rapid als so klarer Favorit in ein Play-off-Duell um die Gruppenphase in einem europäischen Bewerb wie am Donnerstag im Rheinpark-Stadion gegen den FC Vaduz. Auch wenn der Außenseiter aus Liechtenstein mehr Qualitäten haben muss, als der vorletzte Platz in der zweiten Schweizer Liga vermuten lässt. „Weit weg von zweiter Liga“ sah Rapids Trainer Ferdinand Feldhofer die Leistung von Vaduz beim sensationellen 4:2-Auswärtssieg gegen Konyaspor, den Dritten der türkischen Süper Lig, vor 27.000 Zuschauern. Und betonte, dass Konyaspor auf ähnlichem Niveau stehe wie Rapid. Für Vaduz ist das Duell gegen Rapid auf jeden Fall das größte Spiel der Vereinsgeschichte, wie Sportchef Franz Burgmeier betonte: „Der absolute Wahnsinn geht weiter“. Der begann in der Türkei. Ob auch ein ähnliches Resultat gegen Grün-Weiß gelingen kann? Das wäre für den Favorit auf jeden Fall blamabel.

Auf jeden Fall hat Vaduz durch den Aufstieg ins Play off schon „gewonnen“, weil so gut verdient wie noch nie. 350.000 Euro Prämie für den Aufstieg in die dritte Qualifikationsrunde gegen Koper aus Slowenien, 500.000 für die Sensation gegen Konyaspor, 750.000 Euro bekommt der Verlierer der Play-off-Duelle, Macht insgesamt 1,65 Millionen. Auch wenn ein Teil aufgrund des Gastvertrags mit der Swiss League abgetreten werden muss, bleibt genug. „Wir werden auch Rapid mit einem forschen Auftritt überraschen“, prophezeite der 31 jährige Vorarlberger Manuel Sutter, einer der drei Österreicher bei Vaduz, der in Konya das Tor zum 2:1 erzielte, „wir haben ja keinen Druck. Mit dem muss Rapid leben!“ Daher schloss Sutter nicht aus, wieder von Jubelfotos zu lachen wie am letzten Donnerstag (Bild oben). Die größte Gefahr für Rapid wird von ihm und seinem Partner im Angriff, dem Nigerianer Franklin Sasere ausgehen.

Der Favorit hat alle Spieler an Bord, auch Kapitän Max Hofmann, Yusuf Demir und Patrick Greil, die Feldhofer Sonntag beim 0:2 gegen LASK zur Vorsicht nicht einsetzt. Über das Thema Rotation redete er von selbst, ohne danach gefragt zu werden. Er erklärte sie einfach als beendet für die nächsten Wochen, nicht mehr nötig. Zwischen den Vaduz-Partien nimmt Rapid eine Pause, verschob das Bundesliga-Heimspiel gegen Hartberg. Aber abwarten, ob es rund um die ersten Gruppenspiele in der Conference League am 8. und 15. September dabei bleiben wird,  wenn Rapid davor, dazwischen und danach gegen Altach, Wolfsberg und Red Bull Salzburg um Punkte kämpft.

Anzunehmen, dass im Rheinpark-Stadion die Rapid-Fans gegenüber denen von Vaduz kaum in der Unterzahl sein werden. Nicht für alle Rapidler ist Vaduz Neuland: Thorsten Schick spielte dort 2016/17 mit Young Boys Bern unter Trainer Adi Hütter, konnte sich aber über keinen Sieg, nicht einmal ein Tor freuen. 0:0und 0:1 hießen die Ergebnisse. Zwei von Vaduz waren einmal seine Mitspieler: Der inzwischen 35 jährige Serbe Milan Gajic, ein zentraler Mittelfeldspieler, für Schick nicht gerade ein „Raubtier“, in Bern. Und Ex-Rapidler Kristjan Dobras bei Sturm Graz. Zu seinen Rapid-Zeiten war Dobras ein Nebenspieler von Hofmann und Guido Burgstaller. Da er seit dem erste Spiel von Vaduz gegen Konyaspor wegen muskulären Problemen nicht voll trainieren konnte, dürfte er auch Donnerstag nicht in der Startelf stehen.

Auch Feldhofer kennt das Rheinpark-Stadion. Aus einem seiner 13 Länderspiele. Auf der Bank bei Rapid möchte er aber nicht ähnliches erleben wie als Innenverteidiger von Wacker Innsbruck am 6. Oktober 2006. Da schlitterte Österreich nur knapp an einer Blamage vorbei. Liechtenstein führte von der 68, bis zur 77. Minute 1:0, Österreich gewann durch Jokertore 2:1. Erzielt von zwei mit Rapid-Bezug, von György Garics und Thomas Prager. Mit Feldhofer im Abwehrzentrum spielte einer, der zwei Jahre später mit Rapid Meister wurde: Hannes Eder. Zu Feldhofers Gegenspielern zählte 2006 Vaduz-Sportchef Burgmeier. Damals stand er beim FC Basel unter Vertrag,

 

Foto: FC Vaduz.

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