Fußball

Viel richtig gemacht? Kein guter Zeitpunkt für Austrias Eigenlob

„Wir haben viel richtig gemacht“. Das sagte Gerhard Krisch, der Vorstand der Austria-AG, rund 17 Stunden nach dem Schlusspfiff bei 1:1 gegen Lech Posen, mit dem feststand, dass Violett nicht in der Conference League überwintern wird. Der Zeitpunkt war daher nicht glücklich gewählt. Acht Stunden auf das Eigenlob folgte das 0:5 der Young Violets in der zweiten Liga bei St. Pölten. Mit zwei Spielern in der Abwehr, die letzten Sommer geholt wurden, um Verstärkungen in der Bundesliga zu sein: Liverpool-Leihgabe Billy Koumetio und der Israeli Matan Baltaxa. Auch deshalb ist dieses Debakel bedenklich, bestätigte Trainer Manfred Schmid, bei dem Koumetio derzeit nur die dritte oder vierte Wahl als Innenverteidiger ist.

Das Krisch-Eigenlob bezog sich auf die „Leistung“, diesmal zum Unterschied vom letzten Jahr die Voraussetzungen dafür geschaffen zu haben, in erster Instanz die Lizenz zu bekommen. Weil diesmal der geprüfte Jahresabschluss fristgerecht bei der Bundesliga abgegeben wurde. Daher wird es anders als für die laufende Saison vor der nächsten keinen Punkteabzug geben. Das sei, so Krisch, durchaus ein große Herausforderung gewesen. Unter anderem, weil die fünf Gazprom-Millionen durch das Ende der Zusammenarbeit fehlten, die Austria, was die finanzielle Situation betrifft, weiterhin auf der Intensivstation liegt.

Auch Rekordzahlen bei den Abonnenten (6500) und der bisher beste Austria-Zuschauerschnitt in der Bundesliga (10.380) gelten als Indiz dafür, vieles richtig gemacht zu haben. Sonntag gegen Altach gibt es das zweite Mitgliederspiel dieser Saison. Jedes der insgesamt 5600 Mitglieder bekommt für eine gekaufte Karte noch zwei gratis dazu. Da Freitag bereits 11.300 Tickets verkauft waren, kann Austria Sonntag mit dem Rückhalt von rund 12.000 Fans rechnen. Wird notwendig sein. Denn Austria braucht nach fünf Spielen ohne Sieg drei Punkte, um vor der WM-Pause wieder unter die ersten sechs zu kommen. Trotz der drei Minuspunkte. Das wäre mehr Grund zum Eigenlob.

Die Gegner der Austria sind nach Altach auswärts WSG Tirol und daheim Wolfsberg. Mit Altach machte Austria diese Saison bereits schlechte Erfahrungen. Im Ländle gab es im August trotz 2:0-Führung bis zur 64. Minute eine 2:3-Niederlage, für die Ex-Rapidler Atdhe Nuhiu (Bild oben) mit seinem zweiten Treffer in der Nachspielzeit sorgte. Jetzt scheint Altach besser in Fahrt zu sein als vor zwei Monaten, wie drei Siege über Ried, Hartberg und Wolfsberg in den letzten vier Runden, in der es nur gegen Red Bull Salzburg eine Niederlage gab, zeigten: „Altach spielt derzeit sehr gut, hat einen sehr guten Trainer“, verteilte Schmid Komplimente, auch an seinen Kollegen Miroslav Klose. Er muss weiterhin auch auf Kapitän Lukas Mühl, Andreas Gruber und Aleksandar Jukic verzichten. Der schnelle, bewegliche Senegal-Stürmer Ibrahime Drame könnte zu seinem Bundesligadebüt kommen. Möglicherweise von Beginn an.

Foto: Gepa/Admiral.

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