Fußball

Villarreal hat weniger Einwohner als Bayern Sitzplätze

Ein Klub aus einer Stadt mit 50.000 Einwohner an der spanischen Ostküste misst sich mit einem, dessen Stadion 57.343 Sitzplätze hat. Das ist die Ausgangsposition vor dem Viertelfinale der Champions League zwischen dem Außenseiter Villarreal und Bayern München, Mittwoch im Free TV live bei ServusTV. Der Außenseiter probiert es mit Spielern, von denen jeder Dritte schon in der Jugend für Villarrealgespielt hat. Dennoch gelang es im Achtelfinale Juventus in Turin sensationell mit 3.0 zu bezwingen und aus der Königsklasse zu werfen. Letzte Saison triumphierte Villarreal im Endspiel der Europa League, die Trainer Unai Emery zwischen 2014 und 2016 mit dem FC Sevilla dreimal in Serie gewonnen hatte, gegen Manchester United, gewann 2:1.

Auch Red Bull Salzburg und Rapid trafen bereits auf Villarreal. Rapid gelang 2015 in den Gruppenspielen der Europa League ein 2:1-Sieg im Happel-Stadion, verlor auswärts 0:1, Salzburg gewann von den sechs Duellen zwei (vor 13 Jahren), unterlag im Februar 2021 in der Runde der letzten 32 daheim 0:2, im Estadio della Ceramica, früher el Madrigal, 1:2. Hinter dem Außenseiter steht einer der reichsten Männer Spaniens. Ferdinand Roig, Eigentümer des ortsansässigen Keramik-Imperiums und Gesellschafter einer Supermarktkette, hat ein Vermögen von 1,5 Milliarden Euro. 1997 kaufte der 75 jährige den Zweitligisten um nur 432.000 Euro. Im Folgejahr gelang der Aufstieg. Und es folgte eine Erfolgsstory, kurz unterbrochen durch den Abstieg 2012: Zwölf Teilnahmen an der Europa-und Champions League. Roig gilt in Spanien als Kult, weil er durch seien Fußallverrückheit ein Wunder möglich machte. Roig hat alles im Blick, sein Sohn setzt seine Pläne als Generaldirektor im Klub um. 200 Millionen soll Roig in den Verein investiert haben, für die Vergrößerung des Stadions im Stadtzentrum mit 23.500 Plätzen muss Roig immer wieder einigen Nachbarn ihre Häuser abkaufen.

Im Kern entwickelte Roig einen Kader aus klug eingekauften Entwicklungsspielern und Talenten aus der eigenen Jugend. Bestes Beispiel dafür ist der 25 jährige Innenverteidiger Pau Torres. Geboren in Villarreal, ausgebildet in Villarreal, inzwischen Stammspieler in Spaniens Team mit einem Marktwert von 50 Millionen. Mittwoch soll er gemeinsam mit dem 36 jährigen Raul Albiol Robert Lewandowski neutralisieren. Auch Torjäger Gerardo Moreno (29) und Stürmertalent Yeremy Pino (19) werden zu Spaniens WM-Aufgebot gehören. Das Duell mit Favorit Bayern sieht Roig als eine Art Belohnung für ihn.

Deutschlands Renommierklub ist durch die Sensation des gelben „U–Boots“, im Villarreal wegen der Klubfarben genannt wird, gegen Juventus gewarnt, erwarten keinen Spaziergang. Linksverteidiger Alphonso Davies gehört nach seiner Herzmuskelentzündung erstmals wieder zum Kader. Marcel Sabitzer wird auf der Bank sitzen. Für Ärger sorgte der Protest von Freiburg gegen das 1:4 gegen den Meister am letzten Samstag, weil nach 86 Minuten 20 Sekundenlang zwölf Bayern-Spieler im Einsatz waren. Trainer Julian Nagelsmann meinte: „Ich habe es nicht so erwartet, aber überrascht hat mich es auch nicht. Ich kann es nicht verstehen.“

Das Viertelfinale begann mit englischen Siegen: Manchester City konnte die totale Defensive von Atletico Madrid mit zwei Fünferketten nur einmal durch Kevin de Bruyne zum 1:0 (0:0) knacken. In Lissabon bezwang der FC Liverpool ganz in gelb Benfica (ohne Valentino Lazaro) 3:1 (2:0). Herausragend agierte der im Jänner vom FC Porto um 45 Millionen Euro geholte Luis Diaz. Der 25 jährige Linksaußen aus Kolumbien bereitete das 2:0 von Sadio Mane ideal vor und erzielte im Finish den Treffer zum Endstand. Liverpool steht damit praktisch schon im Semifinale gegen den Sieger aus Villarreal gegen Bayern.

Foto: ServusTV.

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