Fußball

Wer über schwarze Zahlen jubelt, hat sportliche Probleme

Den Anfang machte Rapid Mitte November. Mit der Veröffentlichung des Geschäftsberichts für das Wirtschaftsjahr 2017/18. 2,37 Millionen Euro Gewinn, mit 14,9 Million so viel aktives Kapital, sprich Rücklagen wie noch nie. Eien Teil davon wird man vielleicht im Jänner für Verstärkungen brauchen. Einen anderen für einen neuen Rasen im Allianz-Stadion statt des erst im August  verlegten, falls die Winterbehandlung mit einem Spezialgerät aus Spanien, das demnächst kommt, keine entscheidende Besserung bringt. Rapids Beispiel machte Schule.

Das Schlusslicht Admira gab einen Gewinn von 517.000 Euro bekannt, ebenso eine Reduzierung der Schulden um 800.000. Dann folgte  Sturm Graz: 18,476 Millionen Umsatz, 353.000 Gewinn. Letzte Freitag berichtete Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer erfreut über 36,059 Millionen Umsatz, 661.000 Euro Gewinn und 2,0222 Millionen Rücklagen. Am Sonntag präsentierte Altachs Präsident  Karlheinz Kopf drei Monate vor seinem Rücktritt auf der  Generalversammlung des Vorletzten über wirtschaftliche Erfolge: 10,99 Millionen Umsatz, 1.18 Millionen Gewinn, 1,77 Reserve.

Was diese positiven Zahlen alle verbinden: Sie kommen von Vereinen, bei denen es sportlich nicht läuft. Besonders krass ist es bei Admira und Altach, aber auch Rapid, Sturm und Austria laufen  den eigenen Erwartungen hinterher. Da stellt sich die Frage: Denken die alle zu sehr an den wirtschaftlichen Erfolg, zu wenig an den sportlichen? Sollten ihnen die Mannschaft als Aushängeschild nicht mehr Geld wert sein?  Irgendwie wird man den Verdacht nicht los, da die von der Chefetage zur Veröffentlichtung freigegebenen positiven Zahlen aus den Bilanzen von den Misserfolgen am Rasen  ablenken sollten. Aber es gibt sie auch, die warnenden Beispiele aus der Vdrgangenheit, dass es umgekehrt auch nicht funktionieren kann. Der FC Tirol Wacker Innsbruck bezahlte sein Aufrüsten für die Meistertitel von 2000 bis 2002 sehr teuer. Mit dem finanziellen Absturz. Beispiele in Graz beim GAK und Sturm folgten. Der GAK peilt derzeit den Aufstieg in die zweite Liga an.

Der Verein, der am meisten mit positiven Bilanzen „protzen“ könnte, veröffentlicht keinen Geschäftsbericht. Red Bull Salzburg verzichtet auf Hosianna-Meldungen und Jubelpressekonferenzen. Die Bundesliga bekommt die Zahlen im Zuge der Lizenzierung und damit hat es sich. Dabei wären auch die Wirtschaftszahlen in der Bundesliga einmalig: Wenn man nur an den Rekordverkauf von Duje Caleta-Car an Marseille denkt, die Beteiligung am Weiterverkauf  Naby Keitas von RB Leipzig zum FC Liverpool, die verdiente Millionen in der Europa League usw. Es muss also doch möglich sein, wirtschaftliche und sportliche Erfolge miteinander zu verknüpfen. Der Hinweis auf bessere Möglichkeiten durch die Verbindungen zu Red Bull stimmt nicht mehr. Ein Sponsorvertrag, damit hat es sich. Salzburg hat den richtigen Weg gefunden, um selbst finanzielle Erfolge erzielen zu können. Die man aber für sich behält. Man lässt lieber die Siege am grünen Rasen reden.

Foto: © scra Media .

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