Fußball

Wie viele Fans dürfen ab September maximal in die zwölf Stadien?

Die UEFA schreckte dieser Tage die Generalsekretäre der nationalen Verbände  in einer Videokonferenz mit der Absicht auf, die Spiele der Nationalmannschaft im Herbst unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen zu lassen,  will mit der  endgültige Entscheidung bis in die letzte August-Woche warten. Das würde für Österreich bedeuten: Selbst wenn in der Bundesliga ab dem Start der kommenden Saison am 11. September teilweise wieder 10.000 Zuschauer in die Stadien dürfen, müsste die Nationalmannschaft beginnend mit dem 7. September und dem im Klagenfurter Wörthersee-Stadion geplanten Duell gegen Rumänien vor leeren Tribünen in der Nations League spielen.

Nicht nur in Österreich gibt es in Sachen Corona derzeit widersinnige Dinge: Anfangs September gibt es in der  Düsseldorfer Fußballarena das erste Großkonzert seit März, zu dem 13.009 Zuschauer erlaubt sein werden. In dem Stadion, in dem Zweitligist Fortuna Düsseldorf  vor leeren Rängen spielen wird müssen. Nach aktuellem Stand wären 1000 Zuschauer die Obergrenze, im größten Stadien Deutschlands, in Dortmund (81 365 Plätze), ist derzeit nur eine Auslastung von 0,4 Prozent möglich. Nur 300 Zuschauern dürfen nach jetzigem Stand rein, ab 1. September sollen bis zu 5000 erlaubt sein, Wie es scheint, muss sich auch Bayern von der Hoffnung, ab September vor 20.000 Zuschauern in der Allianz-.Arena spielen zu können, verabschieden. In Deutschland haben die Bundesländer unterschiedliche Corona-Regeln, da muss sich das durchaus schlüssige Konzept der Liga für die neue Saison den örtlichen Behörden anpassen.

In Österreich fällt die Entscheidung ebenfalls nicht nur im Gesundheitsministerium, sondern auch bei den lokalen Veranstaltungsbehörden. Nur im Burgenland gibt es nach dem Kollaps von Mattersburg keinen Fußball der Bundesliga und der zweiten Liga, in den acht anderen Bundesländern schon. Nur fünf der zwölf Stadien in der Bundesliga haben die Kapazität von 10.000 Zuschauern, die laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober ab September erlaubt sein wird: Die Red Bull-Arena beim Meister Salzburg fasst sogar 28.000 Zuschauer, wenn anders als in der letzten Saison auch in der Bundesliga der Oberrang geöffnet wird. Ansonst haben 17 218 Platz. Im Allianz-Stadion von Rapid ohne Stehplätze, die ja ebenso wie Gästefans nicht erlaubt sein werden, 24.200. Denn folgen Austrias Generali-Arena (17 500), das Grazer Merkur-Stadion (16 364) sowie das Tivoli in Innsbruck (16 008). Der Zuschauerschnitt bei WSG Swarovski Tirol lag vor den Geisterspielen allerdings in elf Heimspielen bei überschaubaren 2768 Fans.

Sieben Stadien fassen gar nicht 10.000 Zuschauer.  Angefangen von der Cashpoint-Arena in Altach (8500), der Wolfsberger Lavanttal-Arena (8000), dem St.Pöltener NV-Stadion (8000), der Josko-Arena von Aufsteiger Ried (7300) über Admiras Südstadt-Stadion (7000), der Raiffeisen-Arena des LASK in Pasching (5300) bis zum kleinsten Stadion der Liga in Hartberg, der Profertil-Arena (5024). Letzte Saison gab es in den 22 Runden des Grunddurchgangs, als noch unbegrenzt Zuschauer auf die Plätze kommen durften, nur 21 von insgesamt 132 Partien, zu denen mehr als 10.000 Zuschauer kamen. Elf davon, also alle Heimspiele, bei Rapid (25 095 im Wiener Derby waren das Highlight),  fünf bei Meister Salzburg, vier bei Sturm Graz, eine bei der Austria, jene gegen den grün-weißen Erzrivalen aus dem Westen der Hauptstadt. Nur Rapid (18 666), Salzburg (10 971) und Sturm Graz (10 364)  hatten in dieser Zeit einen Zuschauerschnitt, der über den ab September erlaubten 10.000 lag.

Bei Austrias Heimspielen werde laut AG-Geschäftsführer Markus Kraetschmer in der Saison 2020/21 vorerst zwischen 7500 und 8000 Zuschauer zugelassen werden. Der violette Schnitt lag bei 7650, damit vor dem des LASK (5523), von Altach (4035), Wolfsberg (3970), St.Pölten (3365), Hartberg (3297), WSG Tirol (2768) und Admira (2667).  Die Höchstgrenze in der Generali-Arena  könnte also Probleme für Austria bringen. Wolfsberg baut sein Stadien auf neue Bedürfnisse um: Auf der Sitzplatztribüne wird jeder zweite Sitz abmontiert, „übersiedelt“ auf die Stehplatztribüne. Hinter einem Tor plant man eine Zusatztribüne aufzustellen. So soll eine Kapazität von 3500 Zuschauern  entstehen. Der LASK hat einen Plan, um seinen Schnitt zu erhöhen: Übersiedlung von Pasching ins Linzer Stadion auf der Gugl mit einem Fassungsraum für 14.000 Besucher. Zumindest für ein halbes Jahr. Im Jänner 2021 beginnt  der Umbau.

Die größten Probleme warten sicher auf den populärsten Klub: Rapid hatte letzte Saison 13,000 Abonnenten, im Herbst dürfen zu den Heimspielen nur 10.000 Zuschauer. Volle Tribünen wie im letzten Herbst (Bild oben) wird´s daher nicht geben. Da wird man sich etwas einfallen lassen müssen. Ohne Kompromisse, bei denen langjährige Mitglieder und Abonnenten bevorzugt werden, wird´s nicht gehen. Eines steht damit fest: Die Finanznot in der Bundesliga bleibt mit drei Ausnahmen auch im Herbst überall prolongiert.  Davon ausgenommen sind Doublegewinner Salzburg sowie auf Grund der letzten Europacupeinnahmen der LASK und Wolfsberg. Bei Admira dürfte sie sogar geringer sein als bei den Wiener Großklubs. Grund: Die Nachzahlung für den letzten Sommer an den VfB Stuttgart verkauften Sasa Kalajdzic durch den Aufstieg der Schwaben. Diese 800.000 Euro wären für Grün-Weiß und Violett derzeit ein mittlerer Segen.

Foto: Gepa/Wien Energie.

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