Fußball

Wolfsberg als idealer Gegner für Rapid und seine Stürmer: Das Ende für Heimo

Fünf Tore bei Heimspielen im Allianz-Stadion erzielte Rapid in der Bundesliga bisher nur zweimal: Gegen Ried beim ersten Pflichtspiel am 23. Juli 2016 und Samstag beim 5:1 (3:0) gegen Wolfsberg. Der Unterschied. Den Kantersieg gegen die Oberösterreicher  vor 20 Monaten sahen 23.700 Fans den, gegen die Kärntner  nur 12.700. Die grün-weiße Minuskulisse in der Bundesliga. Selbst im Fansektor große Lücken. Das heißt, dass 2300 Abonnenten vielleicht wegen des unwirtlichen Wetters, vielleicht auch aus Frust über die letzten Ergebnisse nicht kamen. Aber das störte bei der gewaltigen Erleichterung nicht, Wolfsberg war der ideale Gegner für Rapid zum Regenerieren. An diesem Tag speziell in der Defensive nicht bundesligareif. So kam es, dass zwei Rapid-Stürmer, die sonst oft die Ladehemmung begleitete, erstmals in der Saison zusammen fünf Tore erzielten. Eine Woche nach dem geflügelten Spruch ihres Trainers Goran Djuricin nach dem 0:0 in Altach, wonach sie gut sind, aber nicht treffen, gut waren und trafen. Mit gütiger Mithilfe des Vorletzten aus Kärnten:  Innenverteidiger Michael Sollbauer leitete mit einem unnötigen Elfmeterfoul von Giorgi Kvilitaia das Schützenfest ein, der Georgier verwandelte selbst. Dann spielte Salzburg-Leihgabe Igor bei der Abseitsfalle im Abwehrzentrum nicht mit. Das ermöglichte Veton Berisha  das 2:0. Und als Dominik Frieser den Ball perfekt in den Lauf des Norwegers verlängerte, sorgte der auch für das 3:0. „Kindische Fehler“ nannte es Heimo Pfeifenberger auf seiner letzten Pressekonferenz als Wolfsberg-Trainer.  Nach einer halben Stunde war alles gelaufen.  Nach der Pause kam sogar Steffen Hofmann zu seinem längsten Einsatz in diesem Jahr. Der Ausländerplatz war durch Joelintons Sperre frei.

Es war bezeichnend, dass nach Schlusspfiff  Djuricin Berisha besonders lange umarmte. Auch Sportchef Fredy Bickel wird sehr erleichtert gewesen sein, dass der  von ihm und Djuricin geholte Norweger diesmal in vier Minuten ein Tor mehr erzielte als zuvor in 18 Einsätzen: „Wir haben in der ersten Hälfte gezeigt, dass genug Qualität in der Mannschaft ist“, behauptete Berisha. Auch Djuricin sah die Leistung bis zur Pause als sehr gut. Er hatte Berisha statt Philipp Schobesberger gebracht, Talent Manuel Thurnwald statt Stephan Auer und konnte es sich leisten, Kapitän Stefan Schwab nach  vier Tagen Mannschaftstraining bis zur 86. Minute im Talon zu lassen. Kvilitaia traf in der zweiten Hälfte noch zweimal, bejubelte seinen ersten Hattrick in eineinhalb Jahren bei Rapid (Bild). Genau so viele Treffer in 81 Minuten wie zuvor bei 23 Einsätzen in dieser Saison. Da spielte sein Eigentor zwischen zweitem und dritten Treffer keine Rolle. Es war ein Samstag, an dem bis auf die Kulisse alles passte. Sogar für ehemalige Rapidler, die vor Monaten aussortiert wurden. Der Isländer Arnor Traustason erzielte  im schwedischen Cup das goldene Tor für Malmö zum 1:0 beim Titelverteidiger Östersunds.

Für Heimo Pfeifenberger kam mit dem Debakel das Ende seiner zweieinhalbjährigen Ära auf Wolfsbergs Trainerbank. Nach nur einem Sieg in den letzten 21 Partien kein Wunder. Präsident Dietmar Riegler teilte ihm das nachher vor der Kabine mit, der sympathische Salzburger wirkte  danach auf der Pressekonferenz sogar erleichtert. Trotzdem bitter für ihn, dass es in dem Stadion passierte, in dem er mit Wolfsberg am 6. November 2016 durch ein 1:0 für das Ende von Rapids Sportchef Andreas Müller und Trainer Mike Büskens gesorgt hatte. Riegler behauptete, bereits  zwischen und 15 Bewerbungen für den Trainerjob im Lavanttal zu haben. Kann man sich schwer vorstellen. Diese Saison ist dank St. Pölten zwar „gerettet“, aber  was passiert in er nächsten? Die fehlenden Strukturen sind schon ein Problem. Darum kann man sich nicht vorstellen, dass sich Pfeifenbergers Vorgänger Didi Kühbauer die Rückkehr antut, von der man in Hütteldorf hörte Oder Pfeifenbergs früherer Assistent Christian Ilzer, der bei Hartberg einen guten Job macht.

Bei Rapid beruhigte sich die Situation durch den höchsten Sieg seit dem 5:0 in St. Pölten am 16. Dezember. Platz drei verteidigt, weiter punktegleich mit der Admira (2:1 in St. Pölten) und einen Zähler vor dem LASK (daheim 3:1 gegen Mattersburg), aber elf hinter Sturm Graz (1:0 über Altach). Nach drei Punkten für das Wohlbefinden gibt es während der Länderspielpause keine Diskussionen um Djuricin. Bis zum nächsten Match in Mattersburg oder länger? „Es gibt keinen Grund, überheblich zu werden“, bemerkte Djuricin völlig richtig.

 

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