Fußball

Salzburg biss auf die Zähne! Wie soll diese Austria in neun Runden zehn Punkte aufholen?

Die Fans honorieren die Leistungen von Red Bull Salzburg weiter nicht in gebührendem Maße. Drei Tage nach dem Aufstieg gegen Dortmund kamen nicht einmal ein Drittel der 29.250. Die  7026 wurden aber mit einem 5:0 (1:0)-Kantersieg gegen die Wiener Austria belohnt. So hoch gewann der Meister in dieser Saison nur noch daheim gegen im Spitzenduell gegen Sturm Graz am 19. November. Nur zum Vergleich: In Dortmund sahen 81 360 Zuschauer die Trotzreaktion der hart kritisierten Borussia beim 1:0 gegen Hannover 96. Salzburg verteidigte den Achtpunktevorsprung auf Sturm Graz, zum Meistertitel wollte sich Trainer Marco Rose neun Runden vor Schluss noch nicht gratulieren lassen.

Rose begnügt sich diesmal mit fünf Umstellungen gegenüber der Europa League. Eine Runde davor beim 2:2 in Mattersburg waren es noch acht. Duje Caleta-Car, Teamneuling Xaver Schlager, überraschend auch Motor Valon Berisha sowie die Stürmer Munas Dabbur und Hee Chan Hwang blieben draußen, das „Duracellmännchen“ Berisha gehörte nicht einmal zum Kader. Rein kamen Marin Pongracic, Reinhold Yabo, Hannes Wolf, Takumi Minamino und Fredrik Gulbrandsen. Wobei sich wieder zeigte, wie viel Qualität für österreichische Verhältnisse in dem Kader steckt: Der zweifache Torschütze Minamino und Yabo ragten heraus. Aber alle taten das, was Rose zuvor forderte: Nochmals vor der Länderspielpause auf die Zähne zu beißen. „Es war doch klar, dass wir ein Stück weit auch gegen uns spielten“, bilanzierte der siegreiche zufrieden. Salzburg marschierte, dass es so aussah, als hätte die Austria am Donnerstag gespielt und nicht die klaren Sieger. Die erste Niederlage von Thomas Letsch als Trainer in der Bundesliga fiel deftig aus: So hoch verlor Austria in dieser Saison zuvor nie.

Er ließ bei seiner Rückkehr nach Salzburg drei Innenverteidiger beginnen, Rose präsentierte ein 4-2-3-1, sah in der ersten halben Stunde schon viel Gegenwehr. Ein Kopftor von Andre Ramalho (Bild oben) nach Yabos Freistoss war irgendwie  der Dosenöffner für den Tabellenführer, den Rose in der zweiten Hälfte „bärenstark“ sah. Vielleicht auch, weil di Umstellung zur Pause Rose besser gelang als Letsch: Rose stellte wieder auf Mittelfeldraute, also auf ein 4-4-2 um. Letsch nahm mit dem gelb-belasteten Ruan einen Innenverteidiger raus, weil Salzburg zuvor  nur mit einer Spitze agierte, brachte mit Dominik Prokop einen Mittelfeldspieler. „Bis zum 2:0 hatte ich nicht das Gefühl, dass wir dieses Match verlieren müssen“, sah Letsch die Umstellung als nicht entscheidend für den Untergang in der letzten halben Stunde. „aber dann haben wir es Salzburg viel zu leicht gemacht.“

Keine Gegenwehr mehr, daher das Debakel. Und man muss vielleicht noch mehr als davor befürchten, dass Violett in der neuen Generali-Arena nächste Saison keine Europa League-Spiele bestreiten wird. Wie soll diese Mannschaft in den letzten neun Runden zehn Punkte Rückstand auf die Europacupplätze, auf denen derzeit Rapid und die Admira liegen, aufholen? Und dazwischen liegen noch Mattersburg und der LASK, die auch noch überholt werden müssten. Trotz der  veränderten Spielanlage unter Letsch: In Salzburg vermittelte die Mannschaft nicht das Gefühl, dass sie selbst noch den Glauben daran hat, es schaffen kann. Die Mentalität der  Spieler bedeutet sicher das größte Problem.

Etwas trübte die Salzburger Freude: Die Sorge um den eingewechselten Trjgäer Munas Dabbur. In der letzten Aktion rasselten der Israeli und der Ex-Salzburger Stefan Stangl mit den Köpfen gegeneinander. Dabbur war fast vier Minuten bewusstlos, wurde auf der Trage vom Feld gebracht, danach ins Krankenhaus geführt. Dort gab´s Entwarnung. Keine schwere Kopfverletzung, Vorerst muss sich Dabbur schonen. Wäre nicht gut, wenn in zweieinhalb Wochen beim Hinspiel gegen Lazio in Rom sowohl der gesperrte Hee Chan Hwang als auch Dabbur fehlen würden.

 

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