Fußball

Bei Cupfinalist Austria Lustenau mischt der Cousin des Außenministers mit

Genau 93,3 Millionen Euro beträgt der Unterschied der Marktwerte zwischen Red Bull Salzburg und Austria Lustenau. Ein klarer Hinweis mehr auf das ungleiche Duell, das Freitag im leeren Klagenfurter Wörthersee-Stadion, das höchstens 200 Personen betreten dürfen, in Szene gehen wird. Als Endspiel um den Uniqa-Cup. Favorit Salzburg hat einen Kader mit einem Marktwert von 97,78 Millionen, Lustenau einen mit 4,48. Salzburgs teuerster Spieler ist laut dem Internetportal „transfermarkt“ der Ungar Dominik Szoboszlai mit einem Marktwert von 12,5 Millionen, der von Lustenau, der Brasilianer Ronivaldo, kommt nur auf 325.000 Euro.

So komisch es auch klingen mag, Zweitligist Austria Lustenau ist aber in der Chefetage breiter aufgestellt. In Salzburg gibt´s mit Christoph Freund und Stephan Reiter je einen Geschäftsführer für Sport und Wirtschaft. In Lustenau sind gleich zwei Vorstandsmitglieder für den Sport zuständig (Valentin Drexel, Stephan Muxel) dazu ein Sportkoordinator, ein 26 jähriger Deutscher namens Alex Schneider mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen. Im Hintergrund mischt noch ein Schweizer Cousin des österreichischen Außenministers Alexander Schallenberg mit. Sein Name: Ahmet Schaefer. Der war  von 2008 bis 2011 ein enger Mitarbeiter des damaligen FIFA-Präsidenten Sepp Blatter, verließ den Weltverband allerdings rechtzeitig, bevor die große Skandalwelle losbrach. Dann arbeitete er  in Sachen Marketing einige Jahre in den arabischen Golfstaaten.

Der 38 jährige Schaefer (Bild oben) erwarb schon letzten Sommer Anteile an der Profiabteilung von Austria Lustenau. Die näheren Details bleiben wie inzwischen üblich geheim. Im Ländle spricht man von 15 Prozent und einer Summe von knapp einer halben Million Euro, die dafür floss. Seine Überlegung: In Österreich wird es nicht allzuschwer sein, aufzusteigen. Der Plan ging zumindest diese Saison nicht auf, das Cupfinale ist aber ein Trostpflaster. Vor der Beteiligung an Lustenau kaufte Schaefer schon einen Zweitligisten in Frankreich. Nämlich Clermont Foot 63, bei dem sich in dieser Saison der  österreichische U 31-Teamspieler Adrian Grbic mit 17 Toren und vier Assists in 26 Einsätzen in den Blickpunkt spielen konnte, sogar bei Teamchef Franco Foda zu einem interessanten Thema wurde, vor einem Millionen-Transfer  in die Ligue 1  oder nach Schottland stehen soll. Abwarten, ob es bei Corona so bleibt. Beim Abbruch der Saison lag Clermont auf Rang fünf, Grbic in der Schützenliste auf Platz zwei.

Plattform für Schaefer ist die in der Schweizer Steueroase Zug ansässige Core Sports Capitals, die zu hundert Prozent in seinem Besitz steht. Schaefer behauptet, stets über alles am laufenden zu sein, aber sich dezent im Hintergrund zu halten. Dann wird er auch wissen, dass sein „Head of Sports“ namens Ingo Winter, der Lustenaus sportliche Führung beraten soll, und Trainer Roman Mählich, dessen Vertrag bis 2021 läuft.  nicht unbedingt auf der  gleichen Wellenlänge funken. Das müsste sich ändern. Wenn Lustenau nach dem Erfolgserlebnis Cupfinale nächste Saison den Aufstieg ins Visier nehmen will, dann müssen professionellere Strukturen als bisher her.

Foto: Austria Lustenau.

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