Fußball

Bei Marcel Koller herrscht noch Waffenstillstand

Auch in der Schweiz steht am Wochenende die letzte Runde des Jahres an. Der FC Basel gastiert Samstag in Wallis bei Sion, wo Murat Yakin Trainer ist. Das war er auch von 2012 und 2014 in Basel, wurde dort zweimal Mister, musste aber trotzdem gehen. Angeblich, weil sich die Spieler kritisch über seine Arbeit äußern. Eine ähnliche Situation wie jetzt bei Österreichs Ex-Teamchef Marcel Koller. Mit dem Unterschied, dass Basel nicht mehr die dominante Mannschaft in der Super League ist, sondern Young Boys Bern.

Groß waren die Schlagzeilen,als sich vergangene Woche die Spieler bei Sportchef Marco Streller und Präsident Bernhard Burgener über Koller beschwerten. Bereits nach etwas mehr als vier Monaten Zusammenarbeit. Koller zeigte keine spezielle Reaktion. Sondern tat etwas, was man auch in Österreich von ih gewohnt war: Er ließ auf der nächsten Pressekonferenz bestimmte Fragen nicht zu. Verlas zu Beginn eine Erklärung,die da hieß, er findet es gut, wenn interne Diskussionen stattfinden, man miteinander rede und sei felsenfest davon überzeugt, dass die Mannschaft ihm weiter vertraue. Ansonst antwortete er nur auf  Fragen zum bevorstehenden Spiel gegen den FC Zürich. Den Klassiker gewann dann Basel souverän 2:0, eroberte wieder Platz zwei zurück. Erstaunlich, dass trotz des Tiefs 26.000 Zuschauer in St. Jakob-Stadion gekommen waren. Deshalb verstummten nicht die kritischen Stimmen. Der Topbanker Eric Sarasin, der vor einem Jahr gerne Basels übernommen hatte, aber gegen Burgener nicht zum Zug kam, behauptete im „Blick“, Basel habe mit Koller nur einen Namen geholt, der altmodischen Fußball spielen lasse, weil er zuvor schon neun Jahre keinen Klub trainierte. Würde der Vorwurf von altmodisch stimmen hätte sich Österreich unter Koller kaum so eindrucksvoll für die Europameisterschaft 2016 qualifizieren können. Hat sich der Fußball in den letzten zwei Jahren wirklich so entscheidend verändert?

Spieleraktionen für den Trainer gab es aber keine. Weder liefen die Spieler nach den Toren zu Koller, wie es etwa Zoran Barisic während seinem letzten Match bei Olimpija Laibach nach jedem der drei Treffer gegen Gorica erlebte, noch redeten sie nachher in der Mixed-Zone darüber, für den Trainer gespielt zu haben. Torschütze Raoul Petretta meinte nur, vieles was geschrieben wurde, entspreche nicht den Tatsachen. Kapitän Fabian Frei stellte nur fest, man habe gezeigt, nicht gegen den Trainer zu spielen. Also herrscht Waffenstillstand. Wie es weiter geh, wird sich zeigen, wenn Burgener aus Südafrika zurück kommt.

Der „Blick“ entwarf einige Szenarien: Koller tritt während der Winterpause zurück, weil er nicht die Verstärkungen bekommt, die er sich vorstellt. Ob er wirklich daran denkt, auf einen sehr gut dotierten Vertrag bis Juni 2020 zu verzichten? Wenn Basel sich vom Trainer trennt, käme das ziemlich teuer. Oder Streller wirft wegen Differenzen mit Koller von sich aus das Handtuch. Streller stand vor vier Jahren noch als Kapitän hinter dem „Aufstand“ gegen Yakin. Die Personalie wird interessant. Streller will erst nach dem Match in Sion nächste Woche bei seiner Bilanz-Pressekonferenz sein Schweigegelübde brechen.

Foto: © FC Basel 1893 Media .

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