Fußball

Keine Vorwürfe an Wöber: „War sicher, den Ball zu bekommen“

Freitag Vormittag schickte Max Wöber noch ein WhatsApp an Bayerns Mittelfeldspieler Leon Goretzka. Dessen Handynummer bekam der Innenverteidiger von Ajax Amsterdam von seinem Wiener Landsmann beim deutschen Meister, David Alaba. Wöber entschuldigte sich nochmals bei Goretzka für den Tritt gegen den Knöchel, für den er beim dramatischen 3:3 zwischen Ajax und Bayern vom französischen Referee Clement Turpin nach 67 Minuten die rote Karte gesehen hatte. Zu Recht, wie der 20jährige eingestand. Aber via WhtsApp sagte Wöber Goretzka noch einmal ähnliches wie Mittwoch Abend auf der Laufbahn der Cruyff-Arena, als der Deutsche noch am Boden lag „Es tut mir leid, da steckte keine Absicht dahinter.“ Und zum Abschuss: „Ich hoffe, Du kannst am Wochenende wieder spielen.“ Am Samstag in Hannover.

Die rote Karte im vierten Champions League-Spiel, in dem Wöber von Beginn an im Einsatz war, bedeutete das gebrauchte Ende eines guten Abends, in dem er sein Können unter Beweis stellte. 87 Ballkontakte in 67 Minuten, eine Passquote von 93 Prozent, von acht langen Bällen kamen sechs genau auf den Mann. Die Quote der gewonnen Zweikämpfe, etwa gegen Robert Lewandowski (Bild oben)  konnte sich auch sehen lassen: „Ich war mir sicher, den Ball zu bekommen“, meinte er am Tag danach zur Ausschlussszene. Aber er kam etwas zu spät und so sah es fürchterlich aus. Aber weder von Trainer Erik Ten Hag noch von den Mitspielern hörte er Vorwürfe wegen der rote Karte. Einige reklamierten sogar bei Turpin mit eindeutigen, abwinkenden  Handbewegungen. Tatsächlich bekam am Abend zuvor bei Liverpools 1:0 gegen Napoli Virgil van Dijk, der holländische Abwehrchef des englischen Tabellenführers, für ein ähnliches Vergehen gegen den Knöchel des Belgiers  Dries Mertens nur Gelb. Vielleicht war der slowenische Schiedsrichter Damir Skomina milder gestimmt, weil das bereits nach 13 Minuten passierte, das Match zu diesem Zeitpunkt noch nicht so hektisch und intensiv war wie das in Amsterdam Mitte der zweiten Hälfte. Absicht unterstellte Wöber aber keiner. Ebenso wenig Thomas Müller für seinen Kung Fu-Tritt gegen Ajax-Verteidiger Nicolas Tagliafico, der für die zweite rote Karte des Abends sorgte.

Ganz ist für Wöber das Kapitel noch nicht abgeschlossen. Spätestens Montag Mittag bei der Auslosung des Achtelfinales wird das wieder in Erinnerung kommen. Denn er muss wohl mit einer Sperre für zwei Spiele rechnen. Egal, ob Ajax den FC Barcelona, Paris St.Germain, Manchester City, Real Madrid, Juventus Turin, FC Porto oder  Borussia Dortmund als Gegner bekommt, Wöber wird sich mit einem dieser Topteams nicht messen können: „Wenn wir uns so präsentieren wie gegen Bayern, werden wir mit allen mithalten können“. Die Ajax-Gegner sind mit Ausnahme von Dortmund auch für Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf mit Schalke möglich. Zum Kohlenpottderby kann es nicht kommen, da im Achtelfinale Paarungen aus einem Land  ausgeschlossen sind.

Foto: © AFC Ajax Media.

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