Fußball

Der unheimliche Didi: Wie lange geht sein Lauf weiter? Austria und die Luft nach oben

Dreimal 2:1 zum Start in die sechste Runde der Bundesliga. Zwei Heimsiege und einer auswärts. Vom Sensationsteam St. Pölten, das einen unglaublichen, schon unheimlichen  Lauf beim Letzten Altach durch ein 2:1 (1:1) dank eines Elfmetertors in der Nachspielzeit prolongierte. Der Prügelknaben der letzten Saison ist saisonübergreifend in neun Runden unbesiegt, holte 14 Punkt, bleibt Zweiter. Und hat daheim nach der Länderspielpause das Spitzenspiel gegen Meister und Tabellenführer Red Bull Salzburg mit dem sicherlich besten Besuch seit langem. Wer hätte das gedacht? Als bei „Sky“ Trainer Didi Kühbauer mit der Bundesligastatistik konfrontiert wurde, wonach ein Klub, der nach sechs Runden ungeschlagen ist, auch am Ende der Saison unter den ersten Sechs landen wird, reagierte er unerwartet cool. Sagte nur: „Ich hab´im Fußball schon zu viel erlebt, als dass ich jetzt durchdrehen werde.“

Nur zum Vergleich: In der letzten Zehnerliga hatte St. Pölten erst nach 34 Runden 14 Punkt. Damals geschafft durch ein 3:1 in Altach. Sky-Experte Alfred Tatar bewies Weitblick, als er bereits am 29.Juli nach der ersten Runde, in der St.Pölten in der Nachspielzeit dank des eingewechselten Husein Balic ein 2:3 in ein 4:3 verwandelte, prophezeite, dass die Sieger  zur positiven Überraschung der Saison wachsen könnten. Aber Kühbauer weiß den Erfolgslauf richtig einzuordnen. Derzeit läuft halt alles für seine Mannschaft.  Dass Tormann Christoph Riegler nach 456 Minuten sein erstes Tor kassierte, störte am Ende keinen. Auch mit einem Unentschieden hätte St. Pölten als in der zweiten Hälfte  schwächere Mannschaft leben können. Aber es ergab sich noch die Siegeschance. Inder Nachspielzeit, weil Altachs Verteidiger Christian Gebauer bei einem unnötigen Sliding Tackling im eigenen Strafraum Joker Balic, der den Ball nicht mehr erreicht hätte,  am Fuß traf. Schiedsrichter Oliver Drachta pfiff Elfmeter, das wäre nicht bei jedem Referee passiert. Der Grieche Taxiarchis Fountas, so wie Balic  eingewechselt, ließ sich die Chance nicht entgehen.  Daher sangen die glücklichen Sieger in der Kabine den Refrain des Megahits von Udo Jürgens über den griechischen Wein. Die Stimmung auf der siebenstündigen Busfahrt zurück passte.

Nicht so bei der Austria nach seinem 500. Heimsieg, der Bundesligarekord bedeutete. „Finden Sie, das wir die schwächere Mannschaft waren“, fragte Kapitän Alexander Grünwald etwas gereizt nach dem 2:1 (0:1)gegen Mattersburg auf die Frage bei „Sky“ nach den Gründen  einer nicht überzeugenden Leistung, „wir brauchen jetzt Ergebnisse. Das ist gelungen, damit sieht die Tabelle schon wieder freundlicher aus. Nach einem Fehler von Tormann Patrick Pentz lag Austria bis zur 78.Minute zurück, ehe in zwei Minuten  durch einen Elfmeter von Joker Lucas Venuto und Grünwald nach Assist von Birgit Edomwonyi die Wende gelang In der Mitte hatte sich Austria gegen die Mattersburger Fünferabwehr und  drei defensiven Mittelfeldspielern davor zu oft festgerannt, ehe durch das Zentrum die Aktion zum Siegestreffer  gelang. Trainer Thomas Letsch stellte zur Pause von 4-4-2 auf 4-3-3 um, opferte dafür Legionär Uros Matic. Die violetten Treffer fielen erst, als mit Cristian Cuevas und  Alon Turgeman  zwei weitere Legionäre wegen Verletzungen draußen waren. Erstmals kamen weniger als 10.000 Zuschauer (9046) in die neue Generali-Arena, der Brasiianer Ewandro gehörte trotz eingetroffener Spielberechtigung nicht zum Kader: „Der Dreier fühlt sich super an“, meint Letsch, wusste aber auch: „Wir werden derzeit den Ansprüchen der Austria, die zurecht sehr hoch sind, noch nicht gerecht. Da ist  viel Luft nach oben, im Spiel nach vorne waren wir nicht mutig genug, zu wenig aggressiv.“ Klaus Schmidt war erst der zweite Mattersburg-Trainer in der Bundesliga, der sein erstes Spiel verlor: „Wir haben uns gut verkauft, kein Grund traurig zu sein.“

Das Aufsteigerduell zwischen Wacker Innsbruck und Hartberg endete mit dem ersten Heimsieg der Tiroler. Im Mittelpunkt beim 2:1 (1:1) standen Innenverteidiger Dominik Baumgartner, dem nach zwei Stadardsituationen zwei Kopftore gelangen, und Tormann Christopher Knett: Bei Hartbergs Führung ließ er sich durch einen unerwarteten Schuss von Zakaria Sanogo, der nächste Woche im Nationalteam von Burkina Faso debütieren wird, ins kurze Eck überraschen. Im Finish rettete Knett den Sieg, als er einen Elfmeter von  Dario Tadic hielt.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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