Fußball

Happy End bei Blitz und Donner: Hätte Rapid das auch mit Fans geschafft?

Rapids Trainer Didi Kühbauer sprach erleichtert und überglücklich von einer ungvlaublichen Saison mit vielen Problemen, die man bewältigt habe: „Da waren viele Sachen dabei, die man nicht wirklich haben will!“ Aber alles vergessen mit dem Happy End durch das 3:1 (2:0) gegen den LASK, den dritten Sieg im vierten Saisonduell gegen die Linzer. Auf der Tribüne blieb Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic wie gewohnt das „Pokerface“, bejubelten Ski-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister als Präsidiumsmitglied mit „Kollegen“ Gerald Willfurth  und Ex-Kanzleramtsminister Josef Ostermayer Platz zwei. Vizemeister Rapid, das hört sich gut an. Begleitet wurde das Happy End von Blitz und Donner in der zweiten Hälfte und heftigem Regen. Am Rasen „donnerte“ es. ebenfalls. Auch  zwischen den Trainer. Beide sahen die gebe Karte.

Unglücklich verlief das Duell um Platz zwei nicht. Nach 63 Sekunden hatte LASK-Kapitän Gernot Trauner nach einem Eckball von Peter Michorl die Führung auf dem Kopf, traf aber aus fünf Metern nicht, Wenig später lag aber Rapid vorne: Andreas Alberto Andrade, der 21 jährige Legionär aus Panama, fälschte einen Pass  von Taxirchis Fountas unhaltbar ins eigene Tor ab. Kühbauer brachte im 5-3-2 Fountas mit dem bulligen Ercan Kara im Angriff, ließ ihn über links stürmen. Der Plan ging auf. Rapid verlegte sich nach der schnellen Führung vor allem  darauf, den Vorsprung zu verteidigen. Das gelang. Bald krachte es zwischen den Trainern. Der Brüller von Valerien Ismael  in Richtung Kühbauer „sei ruhig, ich bin nicht so wie die anderen, sei ruhig“, war auf der Tribüne nicht zu überhören. Damit meinte Ismael offenbar, er lasse sich von Kühbauer nicht so provozieren oder so viel gefallen wie andere Kollegen. Knapp vor der Pause wurde Ismaels Ärger noch größer: Mit der letzten Aktion der ersten Hälfte traf Fountas nach einem Ballgewinn von  Dejan Petrovic, der seine bisher auffälligste Partie bei Rapid lieferte. Philipp Wiesinger, der bei Rapids 1:0 in Pasching vor drei Wochen mit einem fatalen Rückpass Rapids Sieg ermöglicht hatte, fälschte den Schuss  von Fountas unhaltbar zum 19. Saisontor des Griechen ab.

Mitten im stärksten Regenschauer  ließ nach der Pause Ercan Kara den Sitzer auf das 3:0 aus, verteidigte Rapid sehr gut, kam der LASK trotz klarer Überlegenheit kaum zu Chancen, ehe es doch spannend wurde. Weil der eingewechselte Joao Klauss nach einem Solo  mit einem von Leo Greiml abgefälschten Schuss den LASK  heranbrachte. Nur noch 2:1 nach 72 Minuten. Rapid brauchte Glück, dass der Tiroler Schiedsrichter Walter Altmann ein reguläres Kopftor von Klauss zum 2:2 nicht gab, weil er ein Foul an Srdjan Grahovac  erkannt haben wollte. LASK musste immer mehr riskieren, das gab Rapid Konterchancen. Eine nützte der für Fountas gekommene Christoph Knasmüllner, zuletzt Chancenvernebler vom Dienst, in der Nachspielzeit nach Assist von Petrovic. Da drehte sich Kühbauer beim Jubel mit erhobenen Händen in Richtung von Ismael. Zum Shakehands kam es nachher nicht.

„Die Mannschaft hat bei allen Ausfällen und Problemen einen riesigen Zusammenhalt gezeigt“, freute sich Kühbauer, „und das Trainerteam hat die richtige Linie gefunden, die durchgezogen“. Zur richtigen Linie muss aber doch eine etwas provokante Frage erlaubt sein: Hätte Rapid diesen Erfolg, den zu Saisonbeginn Grün-Weiß nur die wenigsten zugetraut hätten, auch mit Fans geschafft? Denn mit 15.000 Zuchauern oder mehr auf den Tribünen wäre es nicht möglich gewesen, so defensiv zu agieren wie vor leeren Tribünen etwa beim glücklichen 2:1 gegen Wolfsberg oder Mittwoch gegen den LASK. Da hätte es garantiert von der Fantribüne massive Proteste gegeben. Der Erfolg heiligt zwar die Mittel, aber auf Dauer kann es sich Rapid nicht erlauben, daheim mehr zu reagieren als zu agieren. Das passt auch nicht zu Grün-Weiß. Der Fokus liegt jetzt sicher am 25.August: Da steigt Rapid in die zweite Qualifikationsrunde zur Champions Lague ein, zweieinhalb Wochen vor dem Start der Bundesliga. Mit einem Spiel, bei dem das Los entscheidet, wer Heimvorteil hat. Schafft Rapid den Aufstieg in die dritte Runde, dann ginge es nach einem Ausscheiden immerhin mit der Qualifikation zur Europa League weiter. Bei einem Aufstieg ins Play-off beginnt der große Millionenregen.

Der LASK ist hingegen auf Rapids Hilfe angewiesen, um noch Dritter zu werden und direkt in die Gruppenphase zu Europa League zu kommen. Denn wenn Wolfsberg Donnerstag Abend das Mittwoch wegen eines Unwetters abgesagte Spiel in Hartberg gewinnt, liegen die Kärntner vor dem LASK auf Rang drei. Den könnten die Linzer nur zurückholen, wenn sie in der letzten Runde Meister Red Bull Salzburg bezwingen und Rapid in Wolfsberg nicht verliert. Es ist für den neuen Vizemeister sicher eine Verpflichtung, sich sportlich zu verhalten, um sich nicht den Vorwurf der  Wettbewerbsverzerrung gefallen lassen zu müssen. Ismael zur Situation des LASK: „Es gab einen LASK vor Corona und einen nach Corona. Vielleicht haben wir die Retourkutsche dafür bekommen, was uns da passiert ist.“ Ein Geständnis, das  Respekt verdient.

Ohne zu spielen schaffte Hartberg Mittwoch das Play-off-Finale gegen Austria oder Altach um einen Platz in der Qualifikation der Europa League. Denn Sturm bleibt nach der erwarteten Niederlage in Salzburg, dem 2:5 (0:1) Letzter, kann Hartberg auch Sonntag mit einem Heimsieg im steirischen Derby nicht mehr einholen. Auf der Tribüne in Salzburg sassen Mittwoch Red Bull-Boss Didi Mateschitz und neben ihm der ehemalige Salzburg-Sportchef Ralf Rangnick.-

 

 

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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