Fußball

Porträt einer außergewöhnlichen Zeit mit 112 arbeitslosen Spielern

Als Porträt einer außergewöhnlichen Zeit bezeichnete Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer den Geschäftsbericht für die Saison 2019/20 mit einem Gewinn von 339.000 Euro, die mit elf Monaten und 19 Tagen wegen des Corona-Lockouts so lange wie bisher keine andere dauerte. Die geprägt war von sportlichen Höchstleistungen durch Red Bull Salzburg, den LASK und Wolfsberg in Champions und Europa League. Durch infrastrukturelle Weiterentwicklungen, in die 623.000 Euro investiert wurden, durch positive Zuschauerzahlen (insgesamt 1.035.770 Besucher auf den Plätzen, davon 834.186 in der Bundesliga, in der Rapid mit einem Schnitt von 18.667 wieder der Zuschauermagnet war) bis die Zeit der Geisterspiele nach dem Lookout begann.  Aber geprägt vor allem durch unvorhersehbare Herausforderungen in Folge der Corona-Pause. Nach der es gelungen war, sowohl die Bundesliga als auch die zweite Liga zu Ende zu spielen. Mit Hilfe von bis zu 1000 PCR-Tests pro Woche. Deshalb hob Ebenbauer die wichtige Rolle der Bundesliga, auch bei der Installierung des 35 Millionen-Fonds der Regierung für den Spitzensport hervor. Damit habe man eine Vorreiterrolle für den gesamten Sport und auch die Gesellschaft übernommen. Klar, dass er die Rückkehr der Zuschauer in die Stadien als Schritt in Richtung Normalität herbeisehnt. Ein weiter Weg.

Einen anderen Aspekt der außergewöhnlichen Zeit strich die Spielergewerkschaft VdF hervor. Mit dem dramatischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen von Spielern im Vergleich zum Vorjahr, der alle Befürchtungen übertraf.  Um 96 Prozent, also praktisch verdoppelt. Von 57 auf 112, meist im niederen Gehaltssegment. Die Zahlen lieferte das Arbeitsmarkt-Service. Das verband Oliver Prudlo als stellvertretender Vorsitzender der VdF allerdings nicht mit verbalen Attacken auf die Vereine, sondern mit Ermahnungen an die Spieler, eine Ausbildung neben dem Fußball zu absolvieren, wozu man schon seit Jahren rate. Auch mag es Fälle geben, dass es nicht nur mit Corona zusammenhängt, dass Spieler derzeit keinen Job haben. Vertragslose Spieler können jederzeit bei einem neuen Verein einsteigen, wenn der Interesse zeigt.

So wie der bei Austria nicht mehr gefragt gewesene Tormann Ivan Lucic diese Woche beim kroatischen Erstligisten NK Iskra. Auch Florian Klein, der vor drei Wochen bei Puls 4 sein Debüt als Co-Kommentator des LASK-Siegs in Antwerpen feierte, hofft, dass Austrias 0:0 im Play-off gegen Hartberg am 11. Juli (Bild oben) nicht sein letztes Spiel in der Bundesliga war. Der 34 jährige Ex-Teamverteidiger hält sich mit Training fit, fühlt sich für einen Neustart noch gut genug. Keinen Klub fand bisher auch  Ex-Rapid-Tormann Tobias Knoflach, der vor vier Monaten das grün-weiße Angebot zur Vertragsverlängerung ablehnte. Möglicherweise ein klassischer Fall von verpokert.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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