Fußball

Rapids Nullnummer brachte Herzog richtig in Fahrt

Man fühlt sich an die legendäre Wutrede von Andi Herzog in seiner Ära als Teamchef in Israel erinnert, die in einem TV-Interview auf die 2:3-Niederlage in der EM-Qualifikation bei Slowenien folgte. Mit ähnlich überschlagender Stimme zeigte er Samstag im Studio von „Sky“ auf, wieso Rapids Siegesserie in Altach trotz numerischer Überlegenheit über 70 Mminuten riss, am Ende nur ein 0:0 stand. Trotz 21:1-Torschüssen, 69 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnener Zweikämpfe. Für Herzog (Bild oben) lag das nämlich nicht nur an mangelnder  Effizienz bei fünf klaren Torchancen, die Christoph Knasmüllner, der statt ihm zur zweiten Hälfte eingewechselte Yusuf Demir  (einmal traf er den auf der Torlinie stehenden Mitspieler Leo Greiml), Srdjan Grahovac, Thorsten Schick und Mateo Barac vergaben. Sondern auch an fehlendem Mut zum Risiko, zu wenigen Sprints. Herzog  zeigte an Hand mehrerer Szenen, dass vier Rapidler einen Altach-Spieler bewachten, dass es die Mittelfeldspieler Grahovac, Dejan Petrovic und Marcel Ritzmaier versäumten, sich weiter nach vorn zu orientieren, um den Druck auf die Altacher in ihrer Abwehrschlacht zu erhöhen. Herzogs Emotionen faszinierten auch den Jahrhundertrapidler Hans Krankl, der  mit ihm im Studio saß.

Altachs Abwehrschlacht begann mit dem Ausschluss von Emanuel Schreiner nach 26 Minuten, der dreimal auf den vor ihm am Boden liegenden Filip Stojkovic eintrat. Da ihm Schiedsrichter Manuel Schüttengruber nur die zweite gelbe Karte zeigt und nicht sofort rot, wird er mit einem Spiel Sperre billig davonkommen. Schüttengruber sorgt schon nach acht Minuten für Ärger bei Rapids Trainer Didi Kühbauer, als Altachs Innenverteidiger David Brumberger im Strafraum die Hand zur Hilfe nahm, ohne dass es dafür Elfmeter gab. Zur Pause ging Kühbauer kopfschüttelnd in die Kabine. Das hatte auch mit seiner Mannschaft zu tun. Nach Schlusspfiff lieferte er sich ein Wortgefecht mit Altachs Co-Trainer Martin Bernhard, der vor fünf Jahren als Assistent von Damir Canadi bei Rapid war. Beim Sky-Interview gab er zu, dass die Enttäuschung groß ist: „Es waren Dinge dabei, die man nicht erklären kann. Es gibt solch Spiele, wir müssen das akzeptieren.“

Kühbauer wechselte außer Demir auch Taxiarchis Fountas ein, für die letzten 14 Minuten Deni Alar. Aber auch mit drei Stürmern ging nichts mehr. Dabei sah es bis zur 89. Minute danach aus, als würde ein Tor Rapid die Tabellenführung bringen. Aber dann gelangen Salzburg noch die entscheidenden Treffer in Innsbruck, Rapid nichts. Die verlorenen zwei Punkte sind zum jetzigen Zeitpunkt kein Beinbruch. Ab Montag gelten alle Gedanken nur dem Plan, am nächsten Sonntag beim Spitzenspiel in Salzburg zu bestehen, damit aus drei Punkten Rückstand nicht sechs werden.

 

Foto: Servus TV.

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