Fußball

Roma als Traumlos: 1993 verlor Mourinho in Salzburg 0:3!

Manchester United, der Wunschgegner für einige Salzburg-Spieler, war bei der Auslosung für das Play-off der Europa League schon als zweite Mannschaft weg. Für den absoluten Knaller gegen den FC Barcelona, der nach einem Endspiel der Champions League klingt. Der FC Salzburg kam erst als Letzte der acht Mannschaften, die aus der Königsklasse kamen, an die Reihe. Für den stand nur noch ein Gegner zur Verfügung. Aber der hat es in sich: AS Roma ist ein absolutes Traumlos. Schon allein wegen seines Trainerstars Jose Mourinho, der 60 Jahre alt sein wird, wenn am 16. und 23. Februar 2023 die Duelle in Salzburg und im Olympiastadion von Rom in Szene gehen. Mourinho war schon einmal in Salzburg, verlor als Assistent des Engländers Bobby Robson vor 39 Jahren im UFA-Cup-Achtelfinale am 7. Dezember 1993 gegen Austria Salzburg im alten Lehener Stadion nach Verlängerung 0:3 und schied aus.

Damals jubelten nur 10.500 Zuschauer, als Adi Hütter in der letzten Minute der regulären Spielzeit Austria Salzburg in die Verlängerung schoss und Martin Amerhausers Kracher für den Aufstieg sorgte. Wenn Mourinho in drei Monaten wieder in Salzburg sein wird, dann in einem neuen, größeren Stadion in dem 29.500 Zuschauer die Tribünen füllen werden. Dann kommt er nicht mehr als Assistent, der er auch beim FC Barcelona unter dem Holländer Louis van Gaal war, sondern als einer der erfolgreichsten Trainer Europas. Neun Jahre nach der Pleite in Salzburg begann seine große Zeit als Chef: Von 2002 bis 2004 beim FC Porto, danach drei Jahre bei Chelsea (bei der Präsentation nannte er sich etwas besonders, weshalb ihn Englands Medien „the special one“ nannten), von 2008 bis 2010 bei Inter Mailand, wo Marko Arnautovic in der zweiten Saisonen zu seinen Spielern gehörte. Darauf folgten drei Jahre bei Real Madrid, die Rückkehr zu Chelsea, von 2016 bis 2018 zwei Jahre bei Manchester United. Von 2019 bis 2021 war er bei Tottenham (2020/21 in der Gruppenphase der Europa League gen den LASK 3:0 und 3:3 in Linz, im Sechzehntelfinale gegen Wolfsberg 4:1 und 4:0), am 1. Juli 2021 trat er den Job in Rom an.

Mourinho gehört mit Udo Lattek und Giovanni Trappatoni zu den drei Trainern, die alle europäischen Bewerbe gewannen, die es in ihrer Zeit zu gewinnen gab. Bei Mourinho sind es die Champions League (2004 mit Porto, 2010 mit Inter), der UEFA-Cup, später in Europa League umbenannt (2003 mit Porto, 2017 mit Manchester United) und die Conference League, in der er mit Roma heuer durch ein 1:0 gegen Feyenoord im Finale von Tirana der erste Sieger war. Mourinho gehört ebenso wie Ernst Happel zu den fünf Trainern, die mit zwei verschiedenen Klubs in der Champions League triumphierten. In Portugal gewann er zwei Meistertitel, in England drei mit Chelsea, in Italien zwei mit Inter, in Spanien einen.

Nach dem 0:4 bei Milan wartet auf Salzburg mit einem italienischen Duell weiter. Roma war vergangene Saison Sechster, ist es auch derzeit nach dem 0:1 am Sonntag im Rom-Derby gegen Lazio. Die Resultate aus den Gruppenspielen reichten nur zu Rang zwei hinter Betis Sevilla, zeigen, dass Salzburg gegen den großen Namen zwar Außenseiter sein, aber seine Aufstiegschancen haben wird: 1:2 und 3:1 gegen Bulgariens Meister Ludogorez Razgrad, 3:0 und 2:1 gegen HJK Helsinki, 1:2 und 1:1 gegen Betis. Im Tor spielt Mourinhos Landsmann, der 105 fache Teamtorhüter Rui Patricio, der 2016 Europameister war, einen Tag vor dem Match in Salzburg seinen 35. Geburtstag feiern wird. Innenverteidiger Chris Smalling gehört schon bei Manchester United zu Mourinhos Spielern. Im Mittelfeld dominieren die Italiener Bryan Cristante und Lorenzo Pellegrini, der Kapitän, der Holländer Giorgino Wijnaldum ist nach einem Schienbeinbruch noch außer Gefecht. Ebenso wie Italiens Teamverteidiger Leonardo Spinazzola nach einem bei der Europameisterschaft erlittenen Achillessehnenriss. Hochkarätig besetzt ist der Angriff: Mit dem von Juventus gekommenen argentinischen Teamstürmer  Paulo Dybala, dem früheren Chelsea-Torjäger Tammy Abraham, dem 23 jährigen „Italo-Genie“ Nicola Zaniolo. Italiens ehemaliger Teamstürmer Stephan El Shaarawy ist nur noch zweite Wahl. Durch Herbert Prohaska und Michael Konsel hat Roma einen Österreicher-Bezug: Mit Prohaska im Mittelfeld gewann Roma 1983 den zweiten von drei Meistertiteln, Konsel war von 1997bis 1999 der Rückhalt im Tor mit Spitznamen „pantera“.

Logisch, dass Salzburgs Sportchef Christoph Freund und Kapitän Andreas Ulmer in Roma eine Herausforderung sahen, bei der Außenseiter Salzburg nur gewinnen kann. Die Hoffnung heißt, im Februar komplett zu sein, wieder den Brasilianer Fernando im Angriff und Nicolas Capaldo im Mittelfeld zur Verfügung zu haben. Ob sich die Mannschaft in der Winter-Transferzeit personell verändern wird, konnte Freund noch nicht abschätzen. Abwarten, was sich nach der Weltmeisterschaft tun wird, etwa wegen Noah Okafor. Romas Lokalrivalen Lazio konnte Salzburg mit Ulmer vor vier Jahren im Viertelfinale der Europa League eliminieren: 2:4 in Rom, 4:1 in Salzburg.

So wie Salzburg ist auch Union Berlin mit Christoph Trimmel gegen Ajax Amsterdam Außenseiter. Philipp Lienhart und Michael Gregoritsch mit Freiburg sowie Gernot Trauner mit Feyenoord stehen als Gruppensieger bereits im Achtelfinale.

 

Foto: UEFA.

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