Fußball

Sowohl bei Foda als auch bei Milletich: Die Zeit der Unterstellungen

ÖFB-Sportchef Peter Schöttel sieht keine Notwendigkeit für einen Schnellschuss in Sachen Teamchef, obwohl auch Platz zwei in der WM-Qualifikation verpasst wurde.  Das wird er auch bei Gerhard Milletich nach dessen Wahl zum ÖFB-Präsidenten so deponieren. Es gibt sicher vernünftige Argumente dafür. Aber man muss es aushalten, das weiter Unterstellungen gegen Franco Foda folgen werden. So wollen bereits jetzt einige wissen, dass es auch im November für die letzten zwei Qualifikationsspiele gegen Israel und Moldau in Klagenfurt Absagen geben wird, sollte Foda Teamchef bleiben. Diese Behauptung ist auch eine Frechheit gegenüber den Spielern, die vor eineinhalb Wochen absagten. Christoph Baumgartner und Valentino Lazaro werden doch nicht bei Hoffenheim und Benfica Lissabon pausiert haben, um nicht in Österreichs Team spielen zu müssen, Aleksandar Dragovic keinen positiven Corona-Test.  Philipp Lienhart wird sich aus diesem Grund sicher nicht das Kiefer aufschneiden haben und Penicillin geschluckt haben. Salzburgs Kapitän Andreas Ulmer stieg erst in dieser Woche wieder ins Training ein. Stefan Lainer, Xaver Schlager und Sasa Kalajdzic sind nach Operationen in der Reha, Julian Baumgartlinger fehlt seit Jänner bei Bayer Leverkusen.  Was soll das? Da fällt einem fast das Sprichwort vom Schelm ein, der so ist, wie er denkt.

Offenbar gehört es zum Trainergeschäft, mit solchen Dingen leben zu müssen. Und bei designierten ÖFB-Präsidenten, dass man krampfhaft nach dunklen Punkten in der Vergangenheit sucht. Damit wurde in den letzten Tagen Gerhard Milletich (Bild oben) konfrontiert. In Form des Vorwrufs einer Scheinanstellung von Andreas Heraf in seiner Zeit als Trainer bei Milletichs Klub Parndorf, die 14 Jahre zurückliegt. Lächerlich. Es stimmt, es gab gegen Parndorf, als Milletich den Verein führte, eine Strafe der Finanzbehörden in sechsstelliger Höhe. Die er auf einmal abbezahlte. Damit hatte es sich, muss der Fall auch erledigt sein. Jedenfalls bedeutet das keinen Grund, Milletich anzupatzen, was bis Sonntag vielleicht nochmals versucht wird.

Jedenfalls lässt das einen Rückschluss auf die Umgangsformen im ÖFB-Präsidium zu. Die sicher  einen noch schlechteren Eindurck hinterlassen als die Nationalmannschaft. Eigentlich Wahnsinn, dass sich ein erfolgreicher, gut vernetzter Unternehmer wie Milletich das antun wird. Sollte er Sonntag auf die Bühne gehen und sagen „wisst was? Habt´s mich gern“, dann könnte man durchaus dafür Verständnis haben. Er wird es aber nicht tun. Warum? Kann wirklich ein Lebenstraum in Erfüllung gehen, wenn man ÖFB-Präsident wird?

Foto: ORF.

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