Fußball

Sturm für Ajax zu schwach! Vogels Warung vor Larnaca

Keine Chance auf das  Wunder von Graz für Sturm. Im Gegenteil, Österreichs Vizemeister war beim Heimspiel gegen Ajax Amsterdam beim 1:3 (0:1) ähnlich chancenlos wie eine Woche zuvor beim Hinspiel in Holland. Sturm muss jetzt seine Chance in der Europa League suchen, vermutlich gegen AEK Larnaca gegen Zypern: „Wenn wie die unterschätzen, dürfen wir uns über die Konsequenzen nicht wundern“, warnte Trainer Heiko Vogel (Bild) nach dem Scheitern gegen den großen Namen, „viele kleine Unterschiede machten über 180 Minuten den großen aus. Das hat auch mit Qualität zu tun“, gestand Vogel nach dem brutalen Gesamtscore von 1:5. Der einzige österreichische Sieger in Graz: Max Wöber. Der Ex-Rapidler wurde eine Viertelstunde vor Schluss eingetauscht, als Ajax 2:0 führte, legte prompt Klaas Jan Huntelaar mit einem idealen Pass dessen zweites Tor auf. Somit bleibt Meister Red Bull Salzburg wie erwartet Österreichs einzige Hoffnung auf die Champions League, müsste über Mazedoniens Meister KF Shkendija, der durch ein 0:0 in Moldawien bei Sheriff Tiraspol weiter kam, ins Play-off aufsteigen. Für das Heimspiel am nächsten Mittwoch sicherte sich Puls 4 die TV-Rechte.

Für internationale Erfolge braucht Sturm eine eingespielte und dann wohl bessere Mannschaft. Dazu diente auch die letzte Aktivität am Transfermarkt. Aber das erfordert Geduld. Kein anderer Verein in Österreich beschäftigte in den letzten Jahren so viele Spieler aus Georgien wie Sturm. Der 22jährige Kapitän von Dinamo Tiflis, Oleg Kiteishvili, ist bereits der fünfte. Der Vierjahresvertrag für den offensiv starken Mittelfeldspieler war auch in den Stunden vor dem Rückspiel gegen Ajax ein Thema, das sich nicht mehr verdrängen ließ, seit Sturms Sportchef Günter Kreissl Dienstag Nachmittag den Transfer offiziell gemacht hatte. Sturm hat die beste Georgien-Connection in Österreich. An wem das wohl liegt? Wer auf den ersten Georgier tippt, der für Sturm von 2001 bis 2006 gespielt hatte und auch bisher der beste war, der liegt nicht ganz falsch.

Das war David Mujiri, wie Kiteishvili ein Mittelfeldspieler. Der nach seiner Grazer Zeit auch bei Lok Moskau spielte, als der ehemalige Austria-Legionär Rashid Rachimow-Trainer war und Alfred Tatar, derzeit der launigste und nachhaltigste Sky-Kommentator, sein Assistent. Seit zwei Jahren ist Mujiri Generalsekretär im Verband Georgiens, daher auch bei den Spielen zur WM-Qualifikation gegen Österreich. Vielleicht deshalb stellen alle entschieden in Abrede, dass der Tipp, Kiteishvili unter die Lupe zu nehmen, vom nunmehr 40jährigen Mujiri kam. Wenn ein erst 22jähriger schon Kapitän seiner Mannschaft ist, dann hat das Aussagekraft über seine Qualitäten als Führungsspieler.

Auch wenn man sich die Statistiken von Kiteishvili anschaut, müsste Sturm einen günstigen Fang gemacht haben: In der laufenden Ganzjahresmeisterschaft in Georgien elf Tore in 18 Spielen für Dinamo Tiflis. In gesamt 121 22 Tore und 33 Assists.  Da muss also ein Potenzial vorhanden sein. Dazu drei Länderspiele, 22 Einsätze in der U 21 und U19. Kreissl lobte Technik, Dynamik und Spielverständnis seiner achten Neuerwerbung in diesem Sommer. Diese Qualitäten kann er für Sturm zeigen, sobald er die Arbeitserlaubnis hat. In einem internationalen Bewerb erst in der Gruppenphase. Der Grund: Im Juli bestritt Kiteishvili noch mit Dinamo Tiflis die Qualifikationsspiele zur Europa League gegen Dunajska Streda aus der Slowakei, wo jetzt Ex-Sturm-Trainer Peter Hyballa auf der Bank sitzt. Dafür gab er den Job in der DFB-Trainerausbildung auf. Kiteishvili bereitete beim 1:1 in Streda das Tor vor, Tiflis verlor aber das Heimspiel 1:2, schied aus. Danach begannen die Verhandlungen mit Sturm.

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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