Fußball

Trimmel und das Wunder Eriksen waren schon bei Österreichs letztem Sieg über Dänemark dabei

Seit zwölf Jahren wartet Österreichs Fußballteam auf einen Sieg gegen Dänemark. Der letzte gelang unter Didi Constantini am 3. März 2010 bei einem Freundschaftsspiel im Happel-Stadion. Beim 2:1 erzielten Fränky Schiemer, jetzt Co-Trainer in England bei Leeds, und Roman Wallner, jetzt Trainer in Salzburg beim SAK die Tore. Eingewechselt wurde drei Minuten vor Schluss in seinem zweiten Länderspiel Christopher Trimmel. Damals Rapid-Spieler, Montag als 35 jähriger Kapitän von Union Berlin vor seinem 23. Einsatz im Teamdress. Eingewechselt wurde damals nach 74 Minuten für Veli Kavlak David Alaba, von dem damaligen Siegern sind noch Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger aktiv, aber bei Teamchef Ralf Rangnick nicht gefragt. Bei den Dänen setzte 2010 ihr Teamchef Morten Olsen schon den 18 jährigen Christian Eriksen, damals Hoffnung bei Ajax Amsterdam ein.

Montag Abend wird im mit 38.065 Zuschauern ausverkauften Parken-Stadion von Kopenhagen Eriksen (Bild oben) bei seinem 115. Länderspiel im Mittelpunkt stehen.  Genau ein Jahr und einen Tag, nachdem er dort im EM-Spiel gegen Finnland nach einem Herzstillstand zwischen Leben und Tod geschwebt war. Dass sich Ralf Rangnick zum dritten Mal den Kopf zerbrechen muss, wie man Eriksen in den Griff bekommt (im Mai bei Manchester United, vor einer Woche als Österreichs Teamchef in der Nations League) bezeichnete er als Wunder. Für Österreich wäre es wie ein kleines Wunder, sollte es nach vier Niederlagen gegen die Dänen in Serie (unter Franco Foda 2018 in Herning 0:2, 2021 in der WM-Qualifikation 0:4 in Wien und 0:1 in Kopenhagen, unter Rangnick letzten Montag in der Nations League 1:2 im Happel-Stadion) einen Sieg geben. „Wir dürfen unsere Fehler, die zur Niederlage führten, kein zweites Mal begehen. Ich gehe davon aus, dass wir sie nicht wiederholen“, meinte Rangnick. So hätte vor dem dänischen Siegestreffer dreimal verhindert werden müssen, dass der Ball zum Torschützen Jens Stryger Larsen kam.

Wie befürchtet fällt Alaba mit Adduktorenproblemen aus. Er flog Sonntag dennoch mit in die dänische Hauptstadt, was Rangnick als einen Beweis mehr wertete, eine „richtig tolle Truppe“ zur Verfügung zu haben. In der die Abwehr ausgedünnt wurde: So wie Alaba  steht auch  Max Wöber wegen der Adduktoren nicht zur Verfügung, Stefan Posch wegen einer Beckenverletzung. Philipp Lienhart kam wegen einer hartnäckigen Gruppe gar nicht zu Team, Martin Hinteregger war wegen seiner Oberschenkelverletzung kein Thema. Also wird die Vierabwehr Montag mit Trimmel, Kevin Danso, Gernot Trauner und Marco Friedl beginnen. Vor Tormann Heinz Lindner. Auf dessen Einsatz legte sich Rangnick trotz der Lobeshymnen für Patrick Pentz nach dem Frankreich-Spiel fest. Lindner, an dem in der Schweiz Sion Interesse zeigt,  habe sich das durch seine Leistungen beim 3:0 in Kroatien und im Training verdient, argumentierte Rangnick. Wogegen es nichts einzuwenden gibt. Damit wird Martin Fraisl nicht sein Debüt feiern. Rangnick versicherte auch dem Ex-Schalke-Keeper, dass er mit dem, was er im Training zeigte, wirklich zufrieden war. Keine Minute spielte bisher auch Hannes Wolf. Ob sich das am Montag ändern wird?

Im Mittelfeld und Angriff hat Rangnick noch genügend Varianten: „Es hängt davon ab, wer sich am Montag wie fühlt“, meinte Rangnick und erwartet, „dass wir den Tank doch voll haben und auf alle dänischen Varianten vorbereitet sein werden!“ Um zumindest besser auszusehen, als beim 0:1 im Oktober, als Österreich zu keiner klaren Torchance kam. Von den damaligen Verlierern sind nur Trimmel, Konrad Laimer, Marcel Sabitzer, Michael Gregoritsch und Karim Onisiwo dabei, Rangnicks Kollege Kasper Hjulmand könnte zehn Sieger von damals aufbieten, unter anderem auch den Torschützen Joakim Maehle, Legionär bei Atalanta Bergamo.

 

Foto: UEFA.

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