Fußball

Wie legt es Stöger bei den Bayern an?

Der 1.FC Köln ist der einzige Verein, gegen den Bayern München nicht mindestens die Hälfte seiner Heimspiele in der Bundesliga gewonnen hat. In  22 von 43 Gastspielen in der bayrischen Metropole punkteten die Kölner.  Was passiert heute  zur „Wies´n-Zeit“ beim Duell der bisher besten Defensiven der Liga? Tabellenführer Bayern kassierte erst ein Gegentor, der Überraschungsdritte Köln zwei. Selbst in Kölns Abstiegssaison unter Marcel Koller gelang am 29. November 2003  ein 2:2 in München gegen die damalige, von Othmar Hitzfeld trainierte  Bayern-Startruppe um Kahn, Ze Roberto, Ballack, Schweinsteiger, Hargreaves und  Pizarro. Ein solches Ergebnis wie Österreichs Teamchef würde Peter Stöger heute wohl mit Handkuss nehmen – das elfte Spiel in Serie ohne Niederlage. Aber bisher lief es für ihn und Manfred Schmid in München nicht gut-0:4 und 1:4.

Der letzte Sieger mit Köln in Bayern hat mit Stöger eines gemeinsam:  Auch Christoph Daum führte die Austria zu Meisterehren. Seine Erinnerung an das 2:1 vor siebeneinhalb  Jahren:“Es gelang mir, den Spielern zu vermitteln, dass sie nichts zu verlieren, sondern nur alles zu gewinnen hatten.“  Ähnliches wird auch Stöger am Samstag  versuchen. Aber Daum weiß: „Nur wenn jeder über dem Limit spielt, ist das Wunder von München zu schaffen.“ Wenn das nicht gelingt, sieht   Daum darin keinen Beinbruch: „Ich traue  Stöger zu, Köln gegenüber letzter Saison um zwei Plätze weiter nach oben zu führen.  Damit würde er die  Europa League schaffen.“ Ein ziemlicher Erwartungs-Rucksack der früheren Kölner Trainerikone für den Wiener.

Stöger hörte seit Sonntag täglich die Frage, wie er es bei den Bayern taktisch anlegen wird. Etwa mit Fünferkette in der Abwehr? „Alles kann richtig sein. Oder alles falsch“, ließ  sich Stöger nicht in die Karten schauen, „wir  versuchen, unser Spiel zu machen, werden sehen, ob es reicht, viel oder nur ein bisschen zu wenig ist.“ Man habe Bayern genau analysiert, wisse, wie sie spielen und was dagegen zu tun ist, habe alle Lösungen parat und schaffe es trotzdem nicht: „Das könnte dann an der Qualität liegen“, musste Stöger nach der Prognose  lachen. Dass es für Köln ein Vorteil ist, dass Bayern Mittwoch in Madrid spielte und es nach dem 0:1 gegen Atletico auch interne Dissonanzen gab (Abwehrboss Jerome Boateng kritisierte zu wenig Bewegung, zu viele verlorene Zweikämpfe in der Offensive), kann sich Stöger nicht vorstellen: „Bayern hat ja einen viel größeren Kader als wir.“ Ihm fehlen mit  Maroh und Bittencourt zwei verletzte Stammspieler.

Ein ebenso heißer Tanz wie Köln erwartet den Nachbarn Bayer Leverkusen  drei Stunden nach dem Anpfiff in München  bei Borussia Dortmund.  Österreich Teamkapitän Julian Baumgartlinger und Aleksandar Dragovic werden sich zu Beginn wohl auf der Ersatzbank finden. Dragovic, der in Sachen Wohnungssuche in Köln fündig wurde,  reklamiert für sich  eine Eingewöhnungsphase, die man ihm zugestehen müsse: „Ich habe noch nie in einer Mannschaft gespielt, die ein so extremes, aggressives Pressing praktiziert wie Leverkusen unter Roger Schmidt.“ Sollte Toprak aber mit einer Knieprellung ausfallen, müsste Dragovic gegen  Dortmunds Torjäger  Aubameyang, Europameister Guerreiro, Senkrechtstarter Dembele und Mario Götze ran. Vor 80.000 Zuschauern. Es gibt  angenehmere Aufgaben.

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