Fußball

Zum zweiten Mal in vier Tagen das erste Tor von Demir

Didi Kühbauers Ansprüche als Rapids Trainer sind gestiegen. Er legt offenbar höhere Maßstäbe als bisher ein. Von Ende gut, alles gut, war nach dem 1:1 (0:0) bei Sturm Graz gar nichts zu hören. Ganz im Gegenteil. Er sprach von einem Spiel, das er so nicht mehr oft oder noch besser nie mehr erleben will: „Es ist nicht gut, wenn wir erst ein Tor kassieren müssen, um aufzuwachen. Die Lethargie in der ersten Hälfte war  schlimm, da war gar nichts. Wir waren nur am Rasen,  haben aber am Spiel gar nicht richtig teilgenommen!“  Keine Ballstaffetten, keine schnellen Konter, gar nichts. Auffällig waren nur die neuen schmucken Auswärtsdressen in den Gründungsfarben blau und rot. Sturm gab mit Jakob Jantscher und dem Ex-Rapidler Andreas Kuen den Takt an, bereitete mit hohen Bällen der grün-weißen Abwehr, inklusive Tormann Richard Strebinger, einige Probleme. Rapid verteidigte auch schlecht.

Wie bei Sturms Führung nach einem Eckball. Strebinger griff wieder einmal daneben, kein Rapidler im kleinen Strafraum hinderte Sturms neuen slowenischen Innenverteidiger Jon Gorenc Stankovic am Kopfball zur Führung. Kühbauer brachte wie beim 1:2 in Gent Yusuf Demir für Kelvin Arase. Viele erwarteten den 17 jährigen nach seinem Tor in Gent schon in der Startelf. Die Nummer 48 nützte die Jokerrolle zu seinem zweiten ersten Tor innerhalb von vier Tagen: In Belgien im Europacup, in Graz in der Bundesliga. Wobei die Vorarbeit von Ercan Kara mit der Ferse, als er verfolgt von Tormann Jörg Siebenhandl vom Tor weglief. allerdings perfekt war. Demir machte dann alles abgebrüht wie ein gestandener Profi: Haken nach innen, damit Innenverteidiger  Niklas Geyrhofer aussteigen lassen, den Ball sicher an Stankovic vorbei über die Linie geschoben.

Natürlich werden jetzt einige Rapid-Fans argumentieren, hätte Kühbauer Demir gleich von Anfang an gebracht, dann wäre alles anders besser gelaufen, wären drei Punkte im Bereich des möglichen gewesen.  Das geht aber an den Tatsachen etwas vorbei. Ein 17 jähriger allein kann nichts ändern. Wenn die Bälle beim Spielaufbau planlos durch die Gegend fliegen, wie es vor der Pause der Fall war, haben es Offensivspieler, zu denen auch Arase zählt, schwer in Szene zu setzen. Demir ist zweifellos am Ball sicherer als Arase, der bringt wiederum mehr Dynamik mit. Rapid braucht beide.

Nach dem Ausgleich schien  Rapid trotz des Dienstag-Spiels mehr zusetzen zu können als die Grazer, die vor der Pause viel mehr Aufwand betrieben als Rapid und dem Tribut zollen mussten. Leo Greiml mit einem Kopfball sowie Taxiarchis Fountas, der an Siebenhandl scheiterte, kamen dem zweiten Treffer nahe, bei Sturm zweimal Jantscher: „Am Ende ein gerechtes Ergebnis“, glaubte Kühbauer. Wie es zu Stande kam, stellte ihn aber nicht zufrieden. Eben gehobene Ansprüche. Sturm konnte mit seinem zweiten Unentschieden schon deshalb mehr zufrieden sein als mit dem ersten in St. Pölten, weil der Applaus der 3000 Fans am Ende zeigte, dass sie mit dem Auftreten ihrer Mannschaft ganz anders als in der letzten Saison einverstanden waren. Trotz des neunten Heimspiels hintereinander ohne Sieg.

Ein volles Erfolgserlebnis hatte Rapid am Transfermarkt: Mit dem nicht mehr gefragten serbischen Stürmer Andrija Pavlovic konnte  ein Topverdiener von der Lohnliste gebracht werden. Bröndby Kopenhagen bekam ihn ablösefrei. Damit trennte sich Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic von einer weiteren Hinterlassenschaft seines Vorgängers Fredy Bickel. Dass dies nur ablösefrei möglich war, ärgerte Barisic trotzdem. Aber trotzdem war das die beste Lösung und daher alternativlos.

Foto: SK Rapid.

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