Fußball

Alaba rief Ribery an, nahm ein Stück vom Tornetz mit

148 Festnahmen in Paris bei Randalen der Fans von Paris St. Germain nach der Finalniederlage von Lissabon. München fiel hingegen nach dem zweiten Triple von Bayern in einen roten Rausch. Autokorso auf der Leopoldstraße, Feuerwerk am Gärtnerplatz, alles endete erst lange nach Mitternacht. Da feierten die Helden noch im Estadio da Luz, trugen fast die Gästekabine ab, ehe sie in zwei Autobussen hupend die 25 Kilometer ins Hotel fuhren. Wo im Partyraum Joshua Kimmich und David Alaba später huckepack auf der Bühne rockten.

Alaba war anders als sieben Jahre zuvor in Wembley an diesm historischen Abend sozusagen Bayerns Lautsprecher auf dem Rasen. Vor allem in Zweikämpfe mit Neymar verwickelt, aber auch damit beschäftigt, den international noch unerfahrenen Linksverteidiger Alphonso Davies zu dirigieren. Um 21.53 Uhr Ortszeit in Lissabon, als es in München und Wien bereits eine Stunde später war, stand mit dem Schlusspfiff des italienischen Referees Daniele Orsato Bayerns Triumph fest. Es dauerte bis 22.08 Uhr, bis der herausragende Torhüter Manuel Neuer den Pokal in die Höhe hielt, aus den Lautsprechern „we are the champions“ und das Bayern-Leid „Stern des Südens“ ertönte.

Bald nach der Pokalübergabe wechselte Alaba das rote Champions of Europe-Shirt der Bayern gegen ein weißes, das er so wie 2013 vorbereitet hatte. Vorne stand wie damals in London „Meine Kraft liegt in Jesus“, am Rücken „Black lives still matter“. Damit zeigte er im Triumph die Solidarität mit der amerikanischen Bewegung gegen Rassismus, für die er sich sehr engagiert. Alaba zählte auch zu denen, die sich ein Stück des weißen Tornetzes herausschnitten, sich das als Souvenir und Andenken an einen Tag, an dem sie Geschichte schrieben,  mitnahmen. Das lag dann mitunter zu seinen Füßen (Bild oben) oder er hielt es in Händen, als ihn die UEFA zu den Interviews bat, bei denen er stets betonte, welch harte Arbeit es gewesen war, gegen Neymar, Kylian Mbappe und Angel di Maria kein Tor zu kassieren: „Es ist schwer, seine Glücksgefühle in Worte zu fassen, es ist ein Traum für alle“. Es gibt keinen anderen Österreicher als Alaba, der über ein Jahrzehnt konstant auf einem so hohen Niveau spielte. Irgendwann dazwischen fand er Zeit, sich ein Handy zu schnappen, seinen Freund Franck Ribery, der ihm in den Anfangszeiten bei Bayern stets hilfreich zur Seite gestanden war, anzurufen, ihn via Facetime an der Jubelstimmung am Rasen teilhaben zu lassen.

Danach sah man Alaba mit Sportchef Hasan Salihamizic und Vorstand Oliver Kahn am Rasen sitzen,  „Titan“ Kahn hielt diese Momente via Selfies fest. Später ließ Alaba gemeinsam mit Joshua Kimmich, der mit einer Trommel aus der Kabine kam, und Serge Gnabry im Mittelkreis die 96 Minuten nochmals Revue passieren. Trainer Hansi Flick kam später mit einer Flasche Bier in der Hand dazu.  Es war schon Alabas 24. Titel mit Bayern: Zweimal Champions League, neunmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, fünfmal den deutschen Supercup gewonnen, je einmal den europäischen Supercup (2013 in Prag gegen Chelsea) und die Klub-WM.  Schon im September hat Alaba quasi vor den Toren Wiens die Chance auf den 25. Titel: In Budapest im europäischen Supercup gegen den Sieger der Europa League, gegen den FC Sevilla.

Foto: UEFA.

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