Fußball

Auf Salzburg lauert die brasilianische Gefahr Wesley

Wer vergangene Saison erstmals das Semifinale der Europa League schaffte, der traut sich neun Monate später zu, daheim ein 1:2 gegen Belgiens Meister FC Brügge in den Aufstieg ins Achtelfinale zu verwandeln. So einfach lässt sich die Gemütslage bei Red Bull Salzburg vor dem Retourspiel am Donnerstag Abend vor vollen Rängen darstellen: „Wir müssen zum Punkt genau da und hellwach sein“, wusste Trainer Marco Rose. Zuletzt ist dies ja gelungen: in den letzten 16 Heimspielen des Europacups ungeschlagen, zwölf davon gewonnen,  davon sechs der letzten sieben. Und in 15 dieser Partien kassierte Tormann Alexander Walke höchstens ein Tor. Neunmal hielt er das „zu null“ fest.

Die Zerrung beim Norweger Freddy Gulbrandsen verhindert ein neues Dzell von hm gegen Brügges amerikanischen Tormann-Riesen  Ethan Horvath, mit dem er in Norwegen bei Molde zusammen gespielt hatte. Aber da hat Rose Alternativen. Den Japaner Takumi Minamino, die Sambia-Rakete Patson Daka oder den neue Norweger Erling Haland. Wichtig wäre es, dass mit Munas Dabbur der beste Torschütze in der laufenden Europa League anders als beim Hinspiel oder beim Cupsieg in Wr.Neustadt trifft. Bisher kam der Israeli auf sechs Treffer. Dienstag holte ihn Sevillas Franzose  Wissam Bin Yedder ein.

Bei aller Zuversicht, die Salzburg zu Recht hat, es lauert doch auch die brasilianische Gefahr. Die heißt Wesley Moares Ferreira da Silva. Auf ihn wies Rose schon nach der Niederlage  im Jan Breydel-Stadion hin. Nicht nur, weil der 22jährige dort Brügges Siegestor erzielte, sondern wegen seiner athletischen Spielweise, mit der er zum ständigen Unruheherd avancierte. 1,91 Meter groß und 93 Kilo schwer ist dieser Wesley. Drei Zentimeter größer als Salzburgs Innenverteidiger Marin Pongracic, aber acht Zentimeter kleiner als der Franzose Jerome Onguene. Eine Saison spielte Wesley in Europa, ehe ihn Brügge 2016 aus der Slowakei von AS Trencin um eine Million Euro holte. Jetzt steht der Marktwert von Wesley bereits bei 14 Millionen Euro. In 33 Pflichtspielen erzielte er 13 Tore, davon eines gegen Salzburg, leistete sieben Assists. Im Winter gab´s ein lukratives Angebot aus China. Guangzhou Evergrande war bereit, 25 Millionen Euro Ablöse zu zahlen. Brügge lehnte ab, will mit Wesley in der Europa League möglichst weit kommen und den belgischen Meistertitel verteidigen, danach mit ihm das große Geschäft machen. Zudem weiß Brügge, dass Wesley bei europäischen Spitzenklubs am Zettel steht. Laut belgischen Medien kamen Scouts von Borussia Dortmund, Paris St.Germain, FC Barcelona, Manchester United, Tottenham. Chelsea und Arsenal vergangenen Donnerstag nach Brügge, zeigten sich beeindruckt. Einige kommen auch nach Salzburg. Damit haben auch Xaver Schlager, Stefan Lainer usw. ihre Chance, sich noch mehr als bisher in den Blickpunkt zu spielen.

Nur sechs von 16mal gelang es Salzburg in seiner Geschichte, nach einer Niederlage im Hinspiel weiter zu kommen. Allerdings viermal nach einem 1:2. Letzte Saison drehte Salzburg beeindruckend den Rückstand gegen Lazio Rom, scheiterte daran aber gegen Olympique Marseille, Auch wegen einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters. Aber Rose ist nicht einer, der etwas auf Statistiken gibt. Auch für österreichische Legionäre geht´s noch um das Achtelfinale In einer günstigen Position sind Teamkapitän Julian Baumgartlinger und Aleksandar Dragovic mit Bayer Leverkusen nach dem 0:0 im russischen Krasnodar. Auch für Adi Hütter und Martin Hinteregger sieht es nach dem 2:2 von Eintracht Frankfurt in Charkiv gegen Ukraine-Meister Schachtjor Donezk nicht schlecht aus. Einen Rückstand daheim aufholen muss wie Salzburg auch Emir Dilaver mit Dinamo Zagreb. Ebenfalls ein 1:2. Aber gegen Tschechiens Meister Viktoria Pilsen. Ein Österreicher schaffte es bereits Dienstag, ohne zu spielen: Der gesperrte Max Wöber sah von der Tribüne des Piz Juan-Stadions, wie der Fc Sevilla durch ein 2:0 über Lazio Rom ins Achtelfinale einzog.

Foto: © FC Salzburg Media .

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