Fußball

Baumgartlinger erstmals mit Leverkusen auf Platz eins: „Das ist schon etwas wert!“

Seit viereinhalb Jahren spielt Österreichs Teamkapitän Julian Baumgartlinger bei Bayer Leverkusen. Seit Sonntag, knapp vor 20 Uhr, ist er erstmals Tabellenführer. Nach elf Runden durch das 4:1 (2:0) gegen Hoffenheim und seien Landsleute Christoph Baumgartner, Florian Grillitsch und  Stefan Posch. In den letzten acht Runden stürmte Leverkusen mit sieben Siegen an die Spitze, Niederlage gab es noch keine: „In einer Liga mit Bayern, Leipzig und Borussia Dortmund nach vorne zu kommen, sagt  etwas aus. Das ist schon etwas wert. Und gibt Energie für die letzte Woche vor Weihnachten!“, kommentierte ein shr zufriedener Baumgartlinger das für ihn neue Gefühl, Auf Leverkusen wartet Mittwoch das Derby beim 1. FC Köln und nächsten Samstag daheim das Spitzenspiel gegen den abgelösten Leader Bayern. Die Tabellenführung ist die erste von Leverkusen seit 2284 Tagen, seit der dritten Runde der Saison 2014/15. Nach einem Drittel der Saison lag Leverkusen zuletzt 2009 auf Platz eins, als der Trainer Jupp Heynckes hieß.

Begleitet wurde Leverkusens Sprung an die Sitze durch das Motorengeräusch von Traktoren, die festlich geschmückt durch Leverkusen fuhren, um Weihnachtsstimmung zu verbreiten. Als Baumgartlinger die Traktoren vor dem Stadion parken sah, dachte der gebürtige Salzburger, dass irgendwo eine Hochzit sein müsse. Ehe er realisierte, dass dies in Corona-Zeiten schwer möglich ist. Baumgartlinger wurde im Finish durch Landsmann Aleksandar Dragovic ersetzt. Auch die Österreicher bei Hoffenheim spielten in dem Match eine Rolle: Christoph Baumgartner wurde bei Leverkusens 1:0-Führung im Strafraum vom Holländer Daley Sinkgraven elfmeterreif gefoult, was sowohl Referee Martin Petersen noch der Videoschiedsrichter im Kölner Keller nicht erkannten. Denn es gab Freistoß für Leverkusen. Nach der Pause brachte Baumgartner mit einem gekonnten Schlenzer Leverkusen auf 2:1 heran, vergab kurz darauf die Chance zum 2:2. Florian Grillitsch sah danach für ein korrektes Tackling, bei dem er klar den Ball spielte, die zweite gelbe Karte, musste daher in die Kabine. Die Ampelkarte für Stefan Posch im Finish nach absichtlichem Handspiel ging in Ordnung.

„Nach 34 Runden wäre ich euphorisch“, meintee Leverkusens holländischer Trainer Peter Bosz, „jetzt ist es eine Momentaufnahme. Die 25 Punkte kann uns aber keiner mehr wegnehmen!“  Im Dezember vor drei Jahren wurde Bosz als Trainer bei Borussia Dortmund entlassen, für ihn übernahm Peter Stöger. Sonntag musste bei Dortmund Stögers Nachfolger, der Schweizer Lucien Favre, nach zweieinhalb Jahren gehen. Das schlimme 1:5 gegen VfB Stuttgart wurde ihm trotz Gruppensieg in der Champions League zum Verhängnis. Vielleicht ist die Talfahrt auch eine Konsequenz der Verletzungspause des früheren Salzburger Torjägers Erling Haaland. Bis Saisonende wird Favres  Assistent Edin Terzic der Chef. Und dann? Deutsche Medien bringen immer die Namen von zwei Trainern mit Salzburg-Bezug ins Gespräch. Einerseits den von Marco Rose, der bei Mönchengladbach bis 2022 unter Vertrag steht. Andererseits den von Jesse Marsch, der aber Sonntag Abend nach Salzburgs 3:1 gegen den LASK versicherte, sich nur auf den Job bei Österreichs Nummer eins zu konzentrieren. Und zwar so überzeugend, dass man nicht glauben konnte, bis Sommer werde sich daran etwas ändern.

Dramatische Szenen gab es beim 2:2 von Augsburg und Schalke, als der Schalker Mark Uth nach einem Kopfballduell bewusstlos am Rasen aufprallte, zehn Minuten behandelt werden musste, ehe er ins Spital gebracht wurde, wo er eine Nacht zur Beobachtung verbringen muss. Schalkes Spieler, unter ihnen der Tiroler Alessandro Schöpf, entschieden, das Match fortzusetzen. In dem Schalke bis zur 93. Minute vor dem ersten Saisonsieg zu stehen schien, ehe nach einer Flanke des Augsburg-Jokers aus der Steiermark, Michael Gregoritsch, der Ausgleich fiel. Somit blieb Schalke Letzter, wartet seit 27 Spielen auf einen Sieg.

Foto: Bayer Leverkusen.

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