Fußball

Der Sabitzer-Virus begann bei Uno und Mensch-ärgere-dich-nicht

Das hätten sich Marcel Sabitzer  und Michael Gregoritsch als Jugendliche in Graz im Nachwuchs des GAK wohl nicht träumen lassen, einmal in Deutschland so hoch im Kurs zu stehen. Im Fachmagazin „Kicker“ kam Sabitzer bei den offensiven Mittelfeldspielern als einziger in die Kategorie „Internationale Klasse“, gewann damit die Wahl. Gefolgt von Gregoritsch, der die Kategorie „im weiteren Kreis“ vor Schalkes Franzosen Amine Harit anführt. Zuvor konnte sich Sabitzer bereits über die Wahl zu Österreichs Fussballer des Jahres 2017 freuen, bei der er Seriensieger David Alaba ablöste. Sowohl in Österreich als auch in Deutschland ein Hauptgrund für die Sabitzer-Auszeichnung: Seine Mentalität.

Woher die kommt, verriet der  23jährige Steirer „FussballBild“ im Interview über die Rückkehr nach seiner im November bei Leipzigs 4:1 in der Champions League bei AS Monaco erlittenen Schulterluxation. Es begann eigentlich schon als Kind beim Spielen. Selbst bei „Uno“ und „Mensch -ärgere dich-nicht“ konnte der kleine Marcel nicht verlieren.  Er glaubt, dass dies von seinem Vater Herfried stammt: „Der war ja auch als Stürmer ein Siegertyp!“ Diesen Sabitzer-Virus hat sich Marcel bis jetzt bewahrt. Und darum sind bei Leipzig alle heilfroh, dass er beim Start der Rückrunde gegen Schalke wieder zur Verfügung stehen wird. Bei einem Urlaub auf den Malediven mit Freundin Katja lud er eine tolle Woche lang seine Akkus wieder auf.  Das Comeback mit gesunder rechter Schulter gelang Samstag bei einem 45 Minuten-Einsatz, als Leipzig Dukla Prag 2:0 besiegte: „Es läuft alles nach Plan!“ Jetzt kann er die Mitspieler wieder mit seinem „Virus“ anstecken, sie pushen und aufwecken. Ohne ihn gewann Leipzig erstmals unter Ralph Hasenhüttl von fünf Spielen hintereinander keines: „Wir müssen hellwach sein“, weiß Sabitzer.

Auch für das Österreicher-Duell gegen seinen ehemaligen Mitspieler bei Rapid, Schalkes Torjäger Guido Burgstaller, derzeit als Zweiter drei Plätze vor Sabitzer. Burgstaller und sein Landsmann Alessandro Schöpf bekamen bei Schalke zwei neue Konkurrenten:  Durch den 20jährigen Offensivspieler Cedric Teuchert, der wie vor ihm Schöpf und Burgstaller vom 1.FC Nürnberg kam. Und mit der 22jährigen kroatischen Juventus-Leihgabe Marko Pjaca, der sowohl im Angriffzentrum als auch an den Aussenbahnen einsetzbar ist. Schalke grifft zu, ohne von Juventus eine Kaufoption zu bekommen. Nach einer Kreuzbandoperation kam Pjaca bei Juventus diese Saison nur zu vier Einsätzen in der Nachwuchsmannschaft. Über Schalke will sich Pjaca seinen Platz in Kroatiens WM-Aufgebot sichern, damit auch Schalke weiter bringen. Um den Champions League-Platz zu verteidigen.

Sowohl gegen Leipzig als auch gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund mit seinem neuen Trainer Peter Stöger. Den Wiener lobte Deutschlands Weltmeister Mario Götze, der Torschütze beim 1:0 im Finale 2014 gegen Argentinien in Rio de Janeiro, eine Woche vor dem Start im Trainingslager Marbella als „sehr sehr begeisternd. Er kommuniziert viel, ist offen, geht auf die Spieler zu. Eine Superlösung, ein toller Trainer.“ Lob für Österreicher, wohin man derzeit im deutschen Fußball blickt.

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