Fußball

Der Tag danach: Zwischen extrem euphorisch und Entschuldigung

Die Stimmung bei Österreichs Team nach dem 3:1 gegen Nordmazedonien in Bukarest, dem ersten Sieg bei einer Europameisterschaft war extrem euphorisch. Das versicherte am Tag danach Stefan Lainer, der Torschütze des spektakulären 1:0, in der ÖFB-Homebase in Seefeld. Michael Gregoritsch, der  das 2:1 erzielte, erkläre nochmals seine Emotionen beim ORF-Interview nach dem Match, bei dem er in Tränen ausbrach. Für ihn kam das nicht unerwartet, weshalb er nicht zum Interview wollte, aber der Wunsch von Pressechefin Iris Stöckelmayr war ihm wie ein Befehl. Der dritte österreichische Torschütze Marko Arnautovic musste nochmals in die Offensive gehen. Was ihm die Teamführung nahe gelegt hatte. Eine Offensive in Sachen Entschuldigung.

Für seine verbalen Attacken nach seinem Treffer offenbar in Richtung Ezgjan Alioski (Bild oben). Die in Nordmazedonien ein Echo hervorriefen, das in Deutschland  vom Massenblatt „Bild“ übernommen wurde. Was Arnautovic in Richtung des Leeds-Legionärs rief, bevor ihm später Kapitän David Alaba am Kinn packte und den Finger in die Wange rammte, war alles andere als jugendfrei. Von schändlich war in Nordmazedonien die Rede. Angeblich soll es zwischen beiden aus der England-Zeit von Arnautovic Probleme geben. Was verwunderlich wäre, da sie nie beim gleichen Klub spielten. Arnautovic nahm die Entschuldigung-Tipps jedenfalls an, versicherte seinen Freunden in Nordmazedonien und Albanien, soferne es welche gibt, dass dies nicht böse gemeint war, es ihm leid tue, er keinesfalls ein Rassist sei. Gregoritsch stand ihm sogar bei: „Solche Ausdrücke fallen in einem Spiel hundertmal. Es wird fast ständig geschimpft. Nachher gibt man sich die Hand und alles ist vorbei.“ In Deutschland war sogar die Rede davon, dass sich die UEFA mit dem Arautovic-uftritt beschäftigen wird, eien Sperre oder  eine Geldstrafe drohen. ÖFB-Geschäftsfürher Bernhard Neuhold: „Davon kann keine Rede sein, wir wissen nichts!“ Auffallend auch, dass die Aktion zum Tor und das verbale Nachspiel Arnautovic so entkräfteten, dass er sich an der  Werbebande anlehen und ausrasten musste.

Aleksandar Dragovic musste zur Pause mit zwei Rissquetschwunden rund um das rechte Auge aufgeben. Aber es bestehen Chancen, dass er Donnerstag gegen Holland in Amsterdam spielen kann. Wenn dem so ist, könnte es eine Überlegung wert sein, die Dreierabwehr mit Philipp Lienhart, der als Dragovic-Nachfolger keinen Fehler beging, Dragovic und David Alaba zu bilden. Das wäre eigentlich eine verständliche Reaktion auf die durchwachsenen Leistungen von Martin Hinteregger gegen die Slowakei und Nordmazedonien. In beiden Partien war er nicht der Hinteregger, den sich alle wünschen. Sondern einer mit Aussetzern.

Foto: UEFA.

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