Fußball

Die Fusions-Liste für Rapids Präsidentenwahl ist offiziell: Schmid gegen Bruckner

Eine Neuigkeit für Rapids sechsköpfiges Wahlkomitee für die Präsidentenkür unter der Leitung des grün-weiße Mitglieds Herbert Kretz: Es gibt seit Dienstag statt drei nur noch zwei Listen, die sich am 25.November der Wahl stellen werden. Roland Schmid und Robert Grüneis machten die Fusion ihrer Listen zu einer via Brief offiziell. An der Spitze der neuen steht Immobilien-Millionär Schmid (Bild oben), der Präsident werden und alles erneuern will. Als Vizepräsident ist Christoph Marek, der Vorstand der Allianz-Versicherung, des Rapid-Stadionsponsors. vorgesehen. Das wird sozusagen ein Match Allianz gegen Allianz. Denn der Führer der  Liste des bis 25.November amtierenden Präsidiums ist der grün-weiße Finanzchef Martin Bruckner, Vorstand der Allianz-Investmentbank. Eine Konstellation, die nicht alltäglich ist. Angeblich soll bei Christoph Marek Wiens Sportstadtrat Peter Hacker seine Hände im Spiel haben. Hatte sich Schmid nicht zu Beginn als Kandidat präsentiert, der gar nichts vom Einfluß der Politik hält? Die Listen-Fusion hat offenbar einiges verändert, um sein Ziel, Rapid-Präsident zu werden, in die Tat umzusetzen. Die anderer sechs Mitglieder der  neuen Liste: Aus Schmids Team Barbara Forsthuber (Geschäftsführerin DDSG) und der Jurist Axel Anderl, vom Grüneis-Team der bisherige Listenführer, AK-Präsidentin Renate Anderl (weder verwandt noch verschwägert mit Axel Anderl), der Unternehmer Max Kindler und Ex-Handballstar Konrad Wilczynski, jetzt Westwien-Manager.

Es wäre keine Überraschung, sollte in den zweieinhalb Wochen bis zur Generalversammlung mit der Wahl von Michel Krammers Nachfolger auch etwas „dirty campaining“, sprich Anpatzen, zum Zug kommen. Denn wer nach totaler Erneuerung ruft, muss Fakten nennen, die danach verlangen, ein besseres Konzept vorlegen. Also wird die Liste Schmid/Marek zur Sprache bringen, dass Rapid in den letzten vier Jahren hundert Punkte weniger als Red Bull Salzburg holte. Dass es letzte Saison einen Zuschauerrückgang gab. Dass die Anzahl der verkauften Dressen auch rückläufig ist. Und sogar, dass 80 VIP-Mitglieder ihre „Verträge“ nicht verlängerten. Ein Thema wird auch die verbrannte Erde sein, die es  geben soll Auch auf der Geschäftsstelle. Sonst würden nicht einige Mitarbeiter Grün-Weiß verlassen haben. Wie etwa der ehemalige Stadionchef Harry Gartler, der jetzt beim Vizemeister LASK eine führende Funktion in der Organisation und  vor allem beim geplanten Umbau des Linzer Stadions hat. Und dass sich mit Raphael Landthaler, der Direktor für Finanzen und Organisation, als Vorstand bei der Bundesliga bewarb. An all dem soll Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek nicht unschuldig sein.

Bleibt noch die Person des Sport-Geschäftsführers. Keiner wolle Zoran Barisic am Zeug flicken, so heißt es offiziell, ihm die bisher geleistete gut Arbeit absprechen. Aber eine sogenannte task force will man ihm doch zur Seite stellen, da er alleine das riesige Aufgabengebiet nicht bewältigen könnte. Klingt beschwichtigend, aber nicht ganz glaubwürdig. Denn Schmid lehnte vor Monaten eine Mitarbeit auf der Liste von Bruckner ab, weil er sich mit dem Dreijahresvertrag für Barisic nicht identifizieren könne. Ob er einer ist, der so schnell seine Meinung ändert? Fakt ist, dass man nach den richtigen letzten Schritten in die richtige Richtung man schon den Eindruck bekam, dass Barisic den entscheidenden Bereich zwischen U18 und der Kampfmannschaft voll im Griff hat. Für alles andere hat er Mitarbeiter. Bei Salzburg gibt´s auch keine Task Force an der Seite von Sportchef Christoph Freund.

Die Kritik an den letzten Jahren unter Krammer und die Pläne von Schmid vertrat und artikulierte Montag Abend bei „Talk und Tore“ auf Sky der ehemalige Rapid-Spieler Kurt Garger, der vier Meistertitel mit Rapid gewann und im Europacupfinale spielte, der zweimal mit dem FC Tirol unter Ernst Happel Meister wurde, einmal mit Austria Salzburg unter Otto Baric, auch dass UEFA-Cup-Finale gegen Inter Mailand erreichte.  Aber gerade der 59 jährige Burgenländer müsste aus seiner Tätigkeit als Trainer und Sportchef bei Gerasdorf, Admira/Wacker, SCN St.Pölten, FSV Frankfurt, Vienna, Eisenstadt, Parndorf, Dunajska Streda in der Slowakei, Hartberg und zuletzt sieben Monate in der zweiten chinesischen Liga bei Yunnan Flying Tigers doch wissen, dass kritisieren viel leichter ist, als etwas in die Tat umzusetzen.

 

Foto: Wolfgang Eichler.

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