Fußball

Duell der Youth League-Helden im Schlager, mit dem keiner rechnete: „Sterben für Didi“

Als 7:1-Außenseiter bei den tipp3-Quoten geht St. Pölten Samstag in das Spitzenduell der siebenten Runde gegen Red Bull Salzburg. Dass der Meister als Tabellenführer, der er selbst bei einer sensationellen Niederlage bleiben würde, dabei vertreten sein wird, konnte jeder erwarten, bedeutet daher keine Überraschung. Aber St. Pölten hatte nicht einmal Didi Kühbauer, der  Trainer hinter dem ungeahnten Höhenflug, auf der Rechnung. Jetzt hat er die Möglichkeit, für ein historisches Ergebnis aus Sicht der Niederösterreicher zu sorgen: St. Pölten gewann in den bisherigen acht Bundesligaduellen gegen die Salzburger noch keinen einzigen Punkt, kassierte hingegen 25 Treffer. Schafft St. Pölten als Sensationsteam diesmal das erste große Erfolgserlebnis, das bereits ein Unentschieden gegen den Serienmeister bedeuten würde? Sowohl der Meister, der in den ersten sechs Runden keinen Punkt abgab, als auch der Prügelknabe der vergangenen Saison kassierte in den ersten fünf Partien kein Tor in der letzten Viertelstunde, erzielten aber in dieser Zeit die meisten, nämlich fünf. Erstaunliche Parallelen. Die erstaunlichste: St. Pölten so wie Salzburg als einzige Mannschaft der Zwölferliga noch unbesiegt.

Das Spitzenduell wird Salzburg-Trainer Marco Rose an den Beginn seines Erfolgslaufs in der Mozartstadt erinnern: Die European Youth League im Frühjahr 2017. Von der damaligen Siegertruppe werden Samstag bei Salzburg wahrscheinlich Xaver Schlager (Bild oben), Amadou Haidara, Hannes Wolf und auch Patson Daka beginnen, bei St. Pölten Luca Meisl im Zentrum der Fünferabwehr und Aussenverteidiger Sandro Ingolitsch. Meisl ist eine Leihgabe von Salzburg, der den von Kühbauer bekommenen Vertrauensvorschuss von Runde zu Runde mehr gerechtfertigt, mit Rose weiterhin telefonisch in Kontakt steht. Speziell für den 19jährigen in Kuchl geborenen Meisl, der als Musterschüler im Salzburger Nachwuchs galt, aber nur zu einem Einsatz in der Bundesliga kam, wäre es etwas besonders emotionelles, gegen seinen Ex-Klub nicht zu verlieren: „St.Pölten hat sein System gefunden, verteidigt sehr stabil“, weiß Rose. In 14 Spielen unter Kühbauer kassierte St. Pölten sechsmal keinen Treffer. Ingolitsch versicherte: „Wir sterben auf dem Platz für Didi.“ Der Kontakt zum Trainer stimmt offenbar. Darum prophezeit  Kühbauer: „Ich traue meiner Mannschaft zu, den Goliath Salzburg an den Rand einer Niederlage zu bringen. Die 90 Minuten müssen erst einmal gespielt werden.“

Mit Munas Dabbur als Gefahr haben Meisl, auf den St. Pölten eine nicht gerade billige Kaufoption besitzt, und Ingolitsch höchstwahrscheinlich nicht zu rechnen: Sieht ganz danach aus, als würde  Rose den Torjäger wegen der Dienstag in Belfast beim 0:3 mit Israel erlittenen Leistenverletzung mit Blickpunkt auf den Start in die Europa League am nächsten Donnerstag in Leipzig schonen. Wegen Leipzig feiert im Spitzenspiel, das an die Youth League erinnert, ein Oldie sein Comeback: Salzburgs 35jähriger Torhüter Alexander Walke. Er verdrängt Cican Stankovic, der sich bisher in dieser Saison nichts schlimmes  zu Schulden kommen ließ. Der Grund? Vor Saisonbeginn legte Rose fest, dass Stankovic in der Bundesliga spielt, Walke in den internationalen Partien. Deshalb gab es auch den Kapitänwechsel von Walke zu Andreas Ulmer. Den Tormannplan konnte Rose  wegen einer Hüftverletzung des Deutschen nicht in die Tat umsetzen. Also stand Stankovic auch in der Qualifikation zur Champions League zwischen den Pfosten. Jetzt ist  Walke wieder fit und voll da. Aber er braucht vor dem „Bullenduell“in Leipzig Spielpraxis. Daher beginnt er auch in St. Pölten. Als ältester Spieler am Platz,  gefolgt von Ulmer und Rene Gartler. Ulmer wird am 20. Oktober 33, St. Pöltens Torjäger Gartler nur einen Tag später.

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