Fußball

Käsefresser Wöber und der eklige Gregoritsch im Schatten des Milliardenduells

Fußball-Europa blickt Sonntag vor allem nach Old Trafford. Zum Milliardenduell in Englands Premier League. Der Zweite Manchester United fordert Tabellenführer Manchester City, hat die Chance, wieder Spannung ins Titelrennen zu bringen. Dann würde der Vorsprung von City auf fünf Punkte schrumpfen, ein Sieg der Mannschaft von Pep Guardiola würde elf Punkte mehr als der Lokalrivale bedeuten. Die Zahlen rund um  das Spitzenduell sind atemberaubend: 629,5 Millionen Euro Marktwert hat der Kader von City, 592,65 der von United. Macht zusammen 1,252,15 Milliarden. City  kaufte letzten Sommer um 249,3 Millionen ein, United nur um 164,4 Millionen. Der Schlager bringt auf jeden Fall einen Rekord: Verliert United nicht, bedeutet es das 41. Heimspiel ohne Niederlage. Das gab es noch nie. Ein Sieg von City wäre der 14. hintereinander – auch zuvor nie gelungen. Sicher bleibt Guardiola in der Bilanz der Duelle der Trainerstars  gegen Jose Mourinho weiter vorne: Von bisher 18 gewann Guardiola neun. Viermal gab es ein Unentschieden, sechsmal siegte der  Portugiese.

Mit dem Milliardenduell um Manchester kann nichts in Europa mithalten. Auch nicht das Spitzenspiel der holländische Eredivisie mit österreichischer Beteiligung: Ajax Amsterdam empfängt Tabellenführer PSV Eindhoven, könnte den Rückstand auf sieben Punkte reduzieren. Max Wöber ist inzwischen in Holland gefragter Interviewpartner. Kann man via „youtube“ verfolgen. Und erweist  sich dabei als durchaus schlagfertig. Etwa, als man von ihm wissen wollte, womit man in Österreich die Holländer assoziiert. Mit „Käsefresser“, wie er lächelnd feststellte und vielen Wohnwagen in den Sommermonaten an den Kärntner Seen. Als er  vieles über die Ajax-Geschichte exakt wusste, meinte  der Reporter, er sei bereits ein kleiner Holländer. Darauf erwiderte Wöber, er strebe aber an, ein großer Holländer zu werden.

Das kann er  in seinem ersten Match gegen Tabellenführer Eindhoven beweisen. Gegen den holländischen Teamstürmer  Luuk de Jong, gegen die WM-Starter aus Mexiko und Uruguay, Hirving Lozano sowie Gaston Pereiro. Ein Sieg würde vor allem dem umstrittenenen Ajax-Trainer Marcel Keizer gut tun. Wöber hat sich international bereits einen sehr guten Namen gemacht: Im jüngsten internationalen Scouting Report über die zehn hoffnungsvollsten Innenverteidiger in Europa scheint der Wiener bereits auf Platz vier auf. Hinter Monacos Brasilianer Jorge, dem Franzosen Clemente Lenglet, Legionär beim FC Sevilla und Schalkes Thilo Kehrer. Aber alle drei sind älter als der 19jährige Ex-Rapidler, der vor Chelseas Dänen Andreas  Christensen und Dayot Upamecano, dem Ex-Salzburger in Diensten von RB Leipzig rangiert. Macht Wöber so weiter, wird Rapid nochmals Millionen mit seinem Weiterverkauf von Ajax verdienen.

In Deutschland kann Michael Gregoritsch die Saison seines Lebens  prolongieren, wenn mit Augsburg gegen Hertha BSC Berlin der dritte Sieg hintereinander gelingt. Das ist für Augsburger Verhältnisse ebenso wenig  alltäglich wie Platz sieben in der Tabelle nach 14 Runden. Gregoritsch und der Isländer Alfred Finnbogason sind mit 15 Toren, zu denen der 23jährige Sterier sieben beisteuerte, das wichtigste Sturmduo der Bundesliga. Zusammen gaben sie fünf Torvorlagen, drei kamen von Gregoritsch. Der Anteil eines Duos an der Toren der gesamten Mannschaft ist nirgends so hoch wie ein Augsburg. 15 von 21 bedeuten 71 Prozent. Nur in Augsburg haben zwei Stürmer mehr als sechs Tore auf dem Konto. 74 Schüsse gaben die beiden ab, 38 Prozent aller Augsburger Schüsse. Die meisten kamen von Gregoritsch (40). Damit bestätigte er eindeutig seine selbstsicheren Aussagen vor Saisonbeginn, die damals große Wellen schlugen: „Ich würde die Sätze auch heute wieder so sagen. Ich bin froh, dass es mir gelang, die Aussagen zu bestätigen, ich fühl´mich wohl.“ Nämlich, dass er sich anstelle des Hamburger SV nicht abgegeben hätte, auch wenn das 5,5 Millionen Euro brachte. Bemerkenswert, dass  Gregoritsch sein Höhenflug trotz eingerissenen Bändern im linken Knöchel gelingt. Darunter leidet er seit Februar, vor jedem Match muss der Knöchel dick getapt werden. Gregoritsch über die Augsburger Stärken: „Wir sind für jeden Gegner eklig, weil wir sehr früh attackieren. Kein Gegenspieler bekommt Zeit mit dem Ball am Fuß. Wir funktionieren als Team, das macht es einfacher.“

Ein Erfolgserlebnis gab es Freitag für Österreichs Teamkapitän Julian Baumgartlinger: Er stieß mit Leverkusen  durch das 2:0 in Stuttgart für eine Nacht auf die Champions Lague-Plätze vor. Das ist der Anspruch der Bayer-Werkself. In der Mittelfeldhierarchie von Trainer Heiko Herrlich ist Baumgartlinger auf seiner zentralen Position nicht unter den ersten drei. Aber immer, wenn Herrlich die defensive Stabilität vermisst, tauscht er Baumgartlinger ein. Und der Salzburger erfüllt stets die Erwartungen. Sowohl zuletzt beim 1:1 gegen Dortmund als auch Freitag in Stuttgart ab der 46. Minute. Aber eine Illusion, zu glauben, dass er Mittwoch gegen Werder Bremen beginnen wird. Baumgartlinger taugt das zwar nicht, aber er läßt sich nicht brechen. Das ist seine Motivation. Ein Wintertransfer  bleibt aber eine Option.

Bayern München kürte sich mit dem 1:0 bei Eintracht Frankfurt, bei dem David Alaba in den letzten 23 Minuten seinen Freund Franck Ribery im Mittelfeld ersetzte, zum siebenten Mal in Folge zum Herbstmeister. Das bedeutet Bundesligarekord. Vor den letzten zwei Runden acht Punkte vor RB Leipzig, das zu Hause gegen Mainz im Finish den Ausgleich zum 2:2 kassierte. Stefan Ilsanker und Konrad Laimer spielten bis zur Pause, beiden drohte Gelb-Rot. Guido Burgstaller, bei Schalkes 1:1 in Mönchengladbach erst nach einer Stunde eingewechselt, vergab im Finish die Siegeschance. Zlatko Junuzovic und Florian Kainz feierten mit Werder Bremen gegen Borussia Dortmund den ersten Auswärtssieg. Beim unerwarteten 2:1 schied der starke Junuzovic nach 54 Minuten mit muskulären Problemen aus. kam Florian Kainz nach 33 Minuten, musste sechs Minuten vor Schluss einem Abwehrspieler Platz machen. Bei den Verlierern gerät der Job von  Ex-Ajax-Trainer Peter Bosz immer mehr in Gefahr.

 

 

 

 

Foto: Instagram.

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